Ein guter Einstieg in Linux
Es hat mich positiv überrascht, wie gut Gaming als Zeitvertreib auf Zorin OS funktioniert. Sämtliche Steam-Games, darunter Cyberpunk 2077, Heroes of Might and Magic Olden Era und Hades 2 laufen in Full-HD-Auflösung in etwa so gut wie ihre Windows-Pendants. Hier haben Valve und das Team rund um Proton ganze Arbeit geleistet.
Bei produktiver Software sieht es etwas anders aus. Je spezieller unsere Aufgaben werden, desto limitierter sind wir. So bietet etwa Adobe keines seiner Programme auch für Linux an. Statt Photoshop und Premiere muss ich auf Alternativen ausweichen. Die freie Software Gimp bietet sich da etwa direkt an. Sie ist meines Erachtens aber eher unbrauchbar und schlecht zu benutzen.
Zorin OS installiert zudem ab Werk Libreoffice als Alternativen zu Word, Excel und Co. vor. Sie lassen sich weit besser nutzen als Gimp und können mit Abstrichen gute Alternativen darstellen. Wenn ich wirklich weiterhin Microsoft-Produkte nutzen will, teils ist das wegen Microsoft Teams auch notwendig, kann ich immerhin auf die browserbasierten Versionen zugreifen. Sie funktionieren auch unter Linux meist ohne Probleme.
Aus Erfahrung kann ich aber sagen: Die User im Unternehmen, die Microsoft Teams im Browser auf Linux nutzen, sind meist die mit den meisten Problemen. Mal fällt das Mikrofon aus, mal kommt kein Ton an. Es ist relativ bekannt, dass Microsoft-Software und Linux nicht die besten Matches sind. Damit muss ich leben, wenn ich Zorin OS oder andere Linux-Betriebssysteme nutzen will.
Fazit
Ich bin tatsächlich positiv überrascht, wie gut auch Linux-Laien wie ich mit Zorin OS zurechtkommen. Das Betriebssystem bietet eine familiäre Benutzeroberfläche, von dessen Anpassungsfähigkeit auch Microsofts Windows 11 einiges lernen könnte.
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Die meisten Treiber für mein AMD-basiertes Testgerät sind zudem direkt ab Werk verfügbar. Auch Steam-Games funktionieren mittels Proton-Übersetzungslayer ohne Probleme. Nutze ich dann noch die mitgelieferte Office-Software (Libreoffice) und Corporate-Software im Browser, muss ich kaum ein Feature von Windows vermissen.
An einigen Stellen musste ich dann aber doch teilweise recht lange nach einer Lösung suchen. Linux ist eben nicht wie Windows ein einheitliches monolithisches System von einem einzelnen Anbieter. Und Zorin OS ist da keine Ausnahme. So werden etwa einige weit verbreitete Programme wie die Adobe Creative Cloud gar nicht auf Linux unterstützt. Freie Alternativen haben oft nicht den gleichen Umfang und erfordern weitere Einarbeitung.
Ich muss mir also im Klaren sein: Wenn ich Linux nutzen möchte, wird früher oder später Bastelarbeit und manuelles Troubleshooting notwendig sein. Dafür kann ich sämtliche Komponenten nach Belieben anpassen und mir die Umgebung bauen, die ich für produktiv halte. Und das Beste daran: Kein Microsoft sammelt meine Daten oder forciert Update-Neustarts zu den schlechtesten Zeitpunkten.
Mit dem an Windows erinnernden Interface von Zorin OS ist der Einstieg in diese Welt auch so einfach wie möglich und definitiv einen Versuch wert.
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