Zoë Quinn: Gamergate-Symbolfigur arbeitet an Video-Adventure

An einem Retro-Adventure der ganz besonderen Art arbeitet die Gamedesignerin Zoë Quinn(öffnet im neuen Fenster) . Das Spiel mit dem Projektnamen A Chuck Tingle Digital Adventure soll ein Full-Motion-Video-Abenteuer werden – also das, was in Deutschland unter dem Begriff interaktiver Film(öffnet im neuen Fenster) vor allem in den 80er Jahren bekannt war. Für das Projekt sammelt Quinn derzeit Geld auf Kickstarter(öffnet im neuen Fenster) , das Finanzierungsziel von knapp 70.000 US-Dollar ist bereits zu mehr als einem Drittel erreicht.

Zoë Quinn ist in der Spielebranche vor allem durch ihre Rolle in den Gamergate-Diskussionen bekannt. Sie hat öffentlich gemacht, dass sie mehrfach von anonymen – mutmaßlichen – Spielern mit Mord und Vergewaltigung bedroht wurde und hat sich dadurch sehr viel Hass in Foren und im sozialen Netz zugezogen. Auch ihre Vorstellung von Spielen ist nicht mit dem Mainstream vereinbar. Wer in seiner Freizeit vor allem zu Call of Duty greift, kann mit Werken wie Depression Quest – in dem es tatsächlich um Depressionen geht – vermutlich nicht viel anfangen.
Auch ihr neues Spiel dürfte kaum mit dem Massengeschmack kompatibel sein. Der Titel bezieht sich auf den schwulen Underground-Autoren Chuck Tingle und dessen bewusst überzeichnete Bücher und Buchcover. Liebe und Sex sollen in dem Programm eine Rolle spielen, pornografische Darstellungen soll es aber nicht geben. Etwas eindeutigere Szenen sollen außerdem im alternativ verfügbaren "Kitten Mode" durch Videos von spielenden Kätzchen ersetzt werden.
A Chuck Tingle Digital Adventure soll im Frühjahr 2017 für Windows-PC und MacOS erscheinen, und zwar zum Pay-What-You-Can(öffnet im neuen Fenster) -Preis. Wer auf Kickstarter mehr als den Mindestbetrag bereitstellt, bekommt als Dankeschön zum Spiel passende Kaffeetassen und T-Shirts.



