Zipper: Neue Blockchain-Plattform für Smartphones

Nutzer von Sailfish OS und Android sollen künftig Blockchain-Services unkompliziert über ihr Smartphone nutzen können. Der Zipper-Client soll leichter zu benutzen und sicherer sein, zudem gibt es einen Community-Aspekt mit Token, die Nutzer verdienen und eintauschen können.

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Zipper auf einem Sony Xperia X mit Sailfish OS
Zipper auf einem Sony Xperia X mit Sailfish OS (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Die finnischen Unternehmen Jolla und Zipper haben auf der Startup-Konferenz Slush 2017 eine Zusammenarbeit angekündigt, um die Blockchain-Plattform Zipper auf Smartphones zu bringen. Die beiden Unternehmen sind eng miteinander verbunden: Zippers Gründer Antti Saarnio ist auch Gründer von Jolla und dessen Aufsichtsratsvorsitzender.

Zipper basiert auf Ethereum und soll die Nutzung einer Reihe von Blockchain-basierten Diensten ermöglichen. Nutzer sollen zugleich ihre Schlüssel selber verwalten können. Das geschieht nach dem Prinzip von Shamir's Secret Sharing.

  • Die Zipper-Plattform auf einem Sony Xperia X mit Sailfish OS (Bild: Tobias Költzsch)
  • Die Zipper-Plattform auf einem Sony Xperia X mit Sailfish OS (Bild: Zipper)
Die Zipper-Plattform auf einem Sony Xperia X mit Sailfish OS (Bild: Zipper)

Dabei wird ein Geheimnis auf mehrere Orte aufgeteilt, zur Rekonstruktion ist jedoch nur ein Teil der Clients notwendig. Der Zipper-Client befindet sich in einem eigenen Container und soll so vom restlichen Betriebssystem abgeschottet werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Inwiefern ein solcher Container Angriffe eines infizierten Host-Betriebssystems abwenden kann, bleibt abzuwarten.

Zunächst kann Zipper unter Sailfish OS genutzt werden, dem Betriebssystem, das von Jolla selbst stammt und mittlerweile weltweit an verschiedene Hersteller lizenziert wird. Nutzer können Sonys Xperia X verwenden, für das es mittlerweile eine offizielle Version von Sailfish OS gibt.

Zipper-Nutzer erhalten Belohnungs-Token

Um nicht nur ein weiterer Blockchain-Client zu sein, hat sich Zipper eine Besonderheit für seine Plattform einfallen lassen. Bei Transaktionen können Nutzer sogenannte ZIP-Token verdienen, etwa wenn sie private Daten an Unternehmen weitergeben. Das soll den Nutzern nach Angaben der Hersteller mehr informationelle Selbstkontrolle ermöglichen. Die Token sollen sich künftig bei ausgewählten Partnern eintauschen oder an andere Nutzer verkaufen lassen.

Außerdem können Zipper-Nutzer die Token verwenden, um auf den zu erwartenden Erfolg von Apps zu setzen, die von Zipper ausgesucht werden. Wer auf die letztlich erfolgreichste tippt, erhält das Geld aus dem Wetttopf - wer falsch tippt, verliert seine Token.

Jolla will Zipper für eigene Community verwenden

Mit den Token erhofft sich Zipper, Nutzern von Online-Communities Anreize für eine stärkere Beteiligung zu geben. Wer viel in der Community macht, erhält Token, die er verwenden kann. Aus diesem Grund ist auch Jolla an Zipper interessiert: Die Sailfish-OS-Gemeinschaft habe nach einer Art Belohnungssystem gefragt, sagt uns Sami Pienimäki von Jolla.

Zunächst soll Zipper in Sailfish OS integriert werden, anschließend auch in Android. Dafür will Zipper mit Jollas Partnern unter anderem in Asien und Südamerika zusammenarbeiten. Die ZIP-Token können bereits erworben werden, die Plattform für das Xperia X mit Sailfish OS soll Anfang 2018 veröffentlicht werden. Aufgrund seiner offenen Struktur hoffen die Zipper-Macher auf weitere Blockchain-Initiativen, die bei dem Projekt mitmachen wollen.

Zipper ist nicht der erste Blockchain-Smartphone-Versuch

Zipper ist nicht das erste Konzept für ein Smartphone mit Blockchain-Funktionen. Die Macher des gescheiterten Solarin-Security-Smartphones für 14.000 US-Dollar wollen ebenfalls mit einem Blockchain-Smartphone punkten.

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