Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Zinn, Wolfram, Tantal: Kongo zeigt Apple wegen Verwendung von Konfliktmineralien an

Apple versucht seit Jahren, möglichst keine Konfliktmineralien zu verwenden – die Demokratische Republik Kongo sieht das anders.
/ Tobias Költzsch
35 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Gegen Apple wurden in Frankreich und Belgien Strafanzeigen gestellt. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Gegen Apple wurden in Frankreich und Belgien Strafanzeigen gestellt. Bild: Sean Gallup/Getty Images

Anwälte haben im Auftrag des Justizministeriums der Demokratischen Republik Kongo in Frankreich und Belgien Strafanzeige gegen Apple gestellt. Das afrikanische Land wirft dem Konzern vor, sich am Handel mit Konfliktmineralien zu beteiligen und entsprechende Mineralien für seine Produkte zu verwenden.

Wie Reuters(öffnet im neuen Fenster) berichtet, habe die DR Kongo Frankreich und Belgien deshalb für die Strafanzeigen gewählt, da die Länder den Ruf haben, Vorfälle bezüglich der Unternehmensverantwortung gründlich zu verfolgen. In den beiden Ländern werden die Vorwürfe nun untersucht und gegebenenfalls Strafverfahren eröffnet.

Die DR Kongo wirft Apple vor, in seinen Geräten Konfliktmineralien wie Tantal, Wolfram und Zinn zu verwenden, die aus Minen in Konfliktregionen stammen. Dort werden sie unter Zwang gefördert, oft auch von Minderjährigen; die Minen stehen in der Regel unter dem Einfluss von bewaffneten Gruppen, die sich darüber finanzieren.

Apple achtet eigenen Angaben zufolge auf Herkunft der Mineralien

Apple betont seit Jahren, zertifizierte Lieferanten zu verwenden, um Konfliktmineralien zu vermeiden. Der DR Kongo zufolge soll Apple aber Mineralien verwenden, die über die Lieferkette reingewaschen werden. Das Unternehmen soll sich den Anwälten zufolge darüber im Klaren sein.

Die Anwälte argumentieren, dass Apple das ITSCI-Programm verwendet, um die verwendeten Mineralien zu zertifizieren. Ihnen zufolge ist das Programm diskreditiert und nicht dazu geeignet, tatsächlich konfliktfreie Mineralien zu identifizieren.

"Es ist klar, dass der Apple-Konzern, Apple Frankreich und Apple Retail Frankreich sehr wohl wissen, dass ihre Mineralienlieferkette auf systematischen Verbrechen beruht" , heißt es in der in Frankreich gestellten Strafanzeige. In Belgien betont Anwalt Christophe Marchand, dass das Land aufgrund seiner Vergangenheit in der DR Kongo eine besondere moralische Verantwortung habe.

Umfassendes Statement von Apple

Apple äußerte sich Golem.de gegenüber zu den Vorwürfen: "Wir weisen die Behauptungen der Demokratischen Republik Kongo entschieden zurück. Wir bei Apple setzen uns für eine verantwortungsvolle Beschaffung ein und verpflichten unsere Zulieferer, die höchsten Standards der Branche einzuhalten."

"Als der Konflikt in der Region Anfang des Jahres eskalierte, haben wir unsere Zulieferer in Kenntnis gesetzt, dass ihre Schmelzwerke und Raffinerien die Beschaffung von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold aus der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda aussetzen müssen. Wir haben diese Maßnahme ergriffen, weil wir befürchteten, dass unabhängige Prüfer oder Zertifizierungsmechanismen der Branche nicht mehr in der Lage sein würden, die für die Einhaltung unserer hohen Standards erforderliche Sorgfaltsprüfung durchzuführen."

"Die Mehrheit der in Apple Produkten verwendeten Mineralien sind recycelt, darunter 99 Prozet recyceltes Wolfram in allen Produkten und 100 Prozent recyceltes Kobalt in den von Apple entwickelten Batterien der iPhone-16-Reihe. Wir wissen, dass die Situation in der Region äußerst schwierig ist und haben unsere Unterstützung für Organisationen, die wichtige Arbeit zur Unterstützung der Gemeinden leisten, erhöht."

Nachtrag vom 18. Dezember 2024, 9:14 Uhr

Apple ließ Golem.de ein umfassendes Statement zur Sache zukommen. Wir haben dieses in den Artikel eingefügt.


Relevante Themen