Abo
  • Services:

Auch Zigbee soll herstellerübergreifend funktionieren

Mit Zigbee 3.0 soll auch dieser Standard herstellerübergreifende Interoperatibilität herstellen. Die ersten Geräte sind schon für Zigbee 3.0 zertifiziert. In vielen Fällen reiche damit ein Firmware-Upgrade, um die neue Version nutzen zu können, versprach uns die Allianz. Erste Demonstrationen gab es auf der CES auch schon. Besonders interessant dürfte Zigbee 3.0 werden, wenn beispielsweise Philips sein Lampensystem anderen zur Verfügung stellt. Ein Schalter, der nicht von Philips ist, könnte per Zigbee 3.0 eben jene Lampen an- und ausschalten.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  2. Stadtwerke München GmbH, München

An der Technik ändert das Update nichts. Zigbee ist wie Z-Wave nicht für Medienstreaming gedacht. Es sollen weiterhin Kommandos übermittelt werden, nun aber auch zwischen den Herstellern.

Zigbee funkt aber auf einem Band, das wirtschaftliche Vorteile hat: 2,4 GHz ist weltweit weitgehend vereinheitlicht. Wer genau hinschaut, der weiß, dass beispielsweise nicht alle 2,4-GHz-WLAN-Kanäle überall verfügbar sind, doch ein Großteil des Bandes kann nahezu überall kostenfrei genutzt werden. Dass dies mit Zigbee funktioniert, konnten wir mit Philips' Hue Tap verifizieren. Wir haben einen Schalter in den USA gekauft und konnten ihn bedenken- und problemlos hierzulande einsetzen. Mit Z-Wave geht das nicht.

Für die Hersteller ergibt sich neben der Herstellung auch eine vereinfachte Vertriebssituation. Bestenfalls muss nur eine SKU (Stock Keeping Unit) vorgehalten werden, die weltweit verschifft werden kann.

Zigbee und Z-Wave sind Mesh-fähig

Abseits der Frequenzen haben beide Standards - Zigbee und Z-Wave - etwas gemeinsam: Sie sind beide Mesh-fähig. Solange der Anwender in Reichweite eines Geräts ist, kann er auch mit anderen Nutzern kommunizieren, weil die Kommandos von einem Gerät zum anderen weitergegeben werden können.

Die Reichweite beider Standards liegt im Heimbereich zwischen 15 und 20 Metern. Für spezielle Anwendungen sind aber auch deutlich höhere Reichweiten möglich. Dank Mesh-Networking ist die Reichweite im Heimbereich aber nicht so wichtig. Selbst größere Häuser lassen sich noch steuern, wenn in jedem Zimmer mindestens eines der Produkte installiert wurde und das Signal weitergegeben werden kann.

Die Technik funktioniert, nur kennt sie keiner

Beide Allianzen haben ein gewaltiges Problem, das auch die Kunden betrifft: Die Standards sind weitgehend unbekannt. Zwar gibt es kleine Logos an den Verpackungen, doch etabliert sind diese nicht. Zudem ist die Bedeutung eingeschränkt. Was nützt das Zigbee-Logo, wenn Zigbee-Geräte ohnehin nur als herstellereigene Lösung funktionieren? Bei Z-Wave ist das zwar anders, doch im Gespräch mit Golem.de gab die Allianz zu, dass Devolos Entscheidung, auf Z-Wave für sein umfassendes Smart-Home-Paket zu setzen, einen deutlichen Bekanntheitsschub in Europa gebracht hat.

Dabei ist Devolo ein vergleichsweise kleines Unternehmen, das allerdings mit seiner Entscheidung zugunsten der Z-Wave-Allianz etwas Aufsehen erregte. Es geht zudem mit der Z-Wave-Alliance weiter: Wir konnten die ersten D-Link-Geräte in der Z-Wave-Zertifizierungsliste ausmachen. Eigentlich hatte D-Link auf der Ifa im Jahr 2014 sein Smart-Home-System auf WLAN-Basis vorgestellt. Jetzt hat sich das Unternehmen offenbar umentschieden. Auch die Samsung-Tochter Smartthings interessiert sich für Z-Wave, obwohl ihre Hardware bisher auf Zigbee setzte.

Wenn Zigbee 3.0 mit der Interoperatibilität und Z-Wave mit starken Allianzpartnern werben kann, hilft das der Verbreitung der Technik, die Anwender bisher nicht verstehen. Das geht so weit, dass selbst technikaffines Publikum die Technik nicht kennt. Auf dem letzten Chaos Communication Congress überraschte uns zum Beispiel, dass ausgerechnet das Hackerpublikum zum überwiegenden Teil Zigbee nicht kannte. Es bleibt also noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, damit Hersteller und Händler mit ihren Angeboten nicht verwirren und darauf verweisen können, dass die Smart-Home-Systeme erweiterbar sind. Da könnte ein anderer Mitspieler helfen, den Smart-Home-Markt interessanter zu machen.

 Zigbee und Z-Wave - alte Standards, die neue Probleme lösenApple als ergänzender Konkurrent und Archos mit 433-MHz-Unterstützung 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. ab 399€
  3. und Assassins Creed Odyssey, Strange Brigade und Star Control Origins kostenlos dazu erhalten

derhelle 12. Feb 2015

Hi, so etwas gibt es quasi. Zipabox. Hat eine coole Oberfläche und ist um fast jeden...

derhelle 12. Feb 2015

Da muss ich kurz Berichtigen, es gibt Lampen z.B. diese hier: http://control-your-home.de...

hifimacianer 12. Feb 2015

Ich würde nicht komplett auf das Loxone System setzen, sondern auf eine Mischumgebung...

WonderGoal 12. Feb 2015

Es gibt weltweit >3600 Hersteller und viele von denen bieten ebenfalls Funklösungen. Nur...

as (Golem.de) 11. Feb 2015

Hallo, wir hatten dazu im Dezember einen längeren Artikel. Aber ja, stimmt. Ich werde den...


Folgen Sie uns
       


Amazons Kindle Paperwhite (2018) - Hands on

Amazons neue Version des Kindle Paperwhite steckt in einem wasserdichten Gehäuse. Außerdem unterstützt der E-Book-Reader Audible-Hörbücher und hat mehr Speicher bekommen. Das neue Modell ist zum Preis von 120 Euro zu haben.

Amazons Kindle Paperwhite (2018) - Hands on Video aufrufen
Gigabit: 5G-Planungen gehen völlig an den Nutzern vorbei
Gigabit
5G-Planungen gehen völlig an den Nutzern vorbei

Fast täglich hören wir Erklärungen aus der Telekommunikationsbranche, was 5G erfüllen müsse und warum sonst das Ende der Welt drohe. Wir haben die Konzerngruppen nach Interessenlage kartografiert.
Ein IMHO von Achim Sawall

  1. Fixed Wireless Access Nokia bringt mehrere 100 MBit/s mit LTE ins Festnetz
  2. Funklöcher Telekom bietet freiwillig hohe 5G-Netzabdeckung an
  3. 5G Telekom hat ihr Mobilfunknetz mit Glasfaser versorgt

Shine 3: Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort
Shine 3
Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort

Die Tolino-Allianz bringt das Nachfolgemodell des Shine 2 HD auf den Markt. Das Shine 3 erhält mehr Ausstattungsdetails aus der E-Book-Reader-Oberklasse. Vor allem beim Lesen macht sich das positiv bemerkbar.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. E-Book-Reader Update macht Tolino-Geräte unbrauchbar

Campusnetze: Das teure Versäumnis der Telekom
Campusnetze
Das teure Versäumnis der Telekom

Die Deutsche Telekom muss anderen Konzernen bei 5G-Campusnetzen entgegenkommen. Jahrzehntelang von Funklöchern auf dem Lande geplagt, wollen Siemens und die Automobilindustrie nun selbst Mobilfunknetze aufspannen. Auch der öffentliche Rundfunk will selbst 5G machen.
Eine Analyse von Achim Sawall

  1. Stadtnetzbetreiber 5G-Netz kann auch aus der Box kommen
  2. Achim Berg "In Sachen Gigabit ist Deutschland ein großer weißer Fleck"
  3. Telefónica Bündelung von Bandbreiten aus 4G und 5G ist doch möglich

    •  /