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Zifra: Startup will Fotos auf Speicherkarten endlich verschlüsseln

Das Startup Zifra aus Göteborg will erreichen, was Kamerahersteller seit Jahren verweigern: die verschlüsselte Speicherung von Bildern und Videos auf dem Gerät. Wir haben mit den Unternehmensgründern über ihre Pläne und die weitere Entwicklung gesprochen.

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Bilder sollen auf der Speicherkarte verschlüsselt werden.
Bilder sollen auf der Speicherkarte verschlüsselt werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Wer mit einer professionellen Kamera Bilder macht, kann zwar bessere Objektive nutzen als mit einem Smartphone; doch die Sicherheit einer Spiegelreflexkamera ist einem aktuellen iPhone gnadenlos unterlegen. Denn alle Bilder und Videos liegen unverschlüsselt auf der Speicherkarte. Wird diese zum Beispiel von der Polizei beschlagnahmt, können alle Bilder ausgelesen werden. Das will das Startup Zifra aus der schwedischen Stadt Göteborg ändern. Das Unternehmen will eine Speicherkarte entwickeln, die die Bilder automatisch verschlüsselt abspeichert und in allen Kameras ohne Anpassungen funktioniert.

Inhalt:
  1. Zifra: Startup will Fotos auf Speicherkarten endlich verschlüsseln
  2. Zifra soll mit allen Kameras funktionieren
  3. Bilder der aktuellen Session können angeschaut werden

Victor Waldenström, Chef und Mitgründer des Unternehmens, sagt im Gespräch mit Golem.de: "Zwischen der Speicherung der Bilder auf der Kamera und der sicheren Lagerung auf dem Laptop gibt es derzeit eine kritische Lücke, die wir schließen wollen." Waldenström und sein Team arbeiten daher daran, einen Minicomputer im Format einer SD-Karte zu entwickeln, der die Verschlüsselung der Bilder durchführt.

SD-Karte dürfen sie ihre Speicherkarte aber zumindest derzeit noch nicht nennen, weil sie noch keine offizielle Lizenzierung dafür haben. Die Technik könnte ohne Probleme aber auch in einem anderen Formfaktor untergebracht werden, sagt Waldenström. Auch sonst gibt es nach der Entwicklung eines ersten Prototyps noch viel zu tun, bis ein fertiges Produkt existiert und eine Crowdfunding-Kampagne gestartet werden kann.

Menschenrechtsorganisationen wie die Freedom of the Press Foundation und zahlreiche Filmemacher fordern prominente Kamerahersteller wie Nikon, Canon und Pentax seit vielen Jahren auf, in der Firmware eine Möglichkeit zur Verschlüsselung der aufgenommenen Daten einzuführen.

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Gerade für Fotojournalisten in Kriegsgebieten sind unverschlüsselte Speicherkarten ein Problem. Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen in Deutschland, sagte Golem.de: "Wenn unverschlüsselte Fotos, zum Beispiel von Oppositionellen oder von Opfern staatlicher Unterdrückung, in die falschen Hände geraten, kann das nicht nur die Fotografen selbst, sondern auch ihre Informanten und die abgebildeten Menschen in größte Gefahr bringen."

  • Robin Johansson (COO, l.) und Victor Waldenström (CEO, r.) von Zifra im Golem.de-Büro (Bild: Hauke Gierow/Golem.de)
Robin Johansson (COO, l.) und Victor Waldenström (CEO, r.) von Zifra im Golem.de-Büro (Bild: Hauke Gierow/Golem.de)

Bislang ist in diesem Bereich allerdings nichts passiert - und das ist auch für die Zukunft nicht sehr wahrscheinlich. "Einige Kamerahersteller haben sogar aktiv gesagt, dass sie derzeit nicht daran arbeiten, Verschlüsselung in die Geräte zu integrieren", sagt Waldenström.

Sicherheitsrisiko Grenzübertritt und Hausdurchsuchung

In der Vergangenheit hat es immer wieder prominente Beispiele gegeben, bei denen Journalisten und Filmemacher bei Grenzübertritten durchsucht wurden. So beklagte sich Laura Poitras bereits vor Veröffentlichung ihrer Dokumentation Citizenfour über den Whistleblower Edward Snowden, dass sie nach Dreharbeiten für den Film My Country, My Country über US-Truppen im Irakkrieg an der Grenze lange verhört wurde. Und auch die Speicherkarten, mit denen Citizenfour gefilmt wurde, zerstörte die Filmemacherin, nachdem sie das Material auf verschlüsselte Festplatten übertragen hatte - damit keine Dateien wiederhergestellt werden konnten.

Zifra will ein einfach zu benutzendes Produkt herstellen, das auch von Fotografen ohne jegliche Vorkenntnisse im Bereich Kryptographie sicher angewendet werden kann. "Wir entwickeln eine Software für den Laptop, mit der die Schlüssel erzeugt werden, die dann an die Karte weitergegeben werden", sagt Waldenström. Die Schlüssel lassen sich von der Karte nicht extrahieren, sondern müssen vom Anwender auf einem Notebook vorgehalten werden.

Zifra soll mit allen Kameras funktionieren 
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LinuxMcBook 09. Mär 2018

Das Blöde an der Plausible Deniability ist doch aber, dass dir im Zweifel irgendeine...

MAGA 08. Mär 2018

Ist auch völlig richtig so, diese Länder können gut auf dich verzichten.

vlad_tepesch 05. Mär 2018

jede karte hat bereits einen schalter. Der ist so unnütz, dass ihn niemand benutzt und...

Der Spatz 05. Mär 2018

Schon mal auf die Idee gekommen, dass man da so ein Menü hat wo man "Verschlüsseln an...

VigarLunaris 05. Mär 2018

Ist das ein vollkommenes und überflüssiges Produkt. Es mag sein, das einige Reporter in...


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