Zhurong: Erste chinesische Marssonde mit Rover erfolgreich gelandet

Die Landung des chinesischen Marsrovers Zhurong ist beim ersten Versuch gelungen. Es war eine große Herausforderung, aber mit guten Erfolgschancen.

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Bislang gibt es von der Landung nur Computeranimationen und noch keine Kamerabilder.
Bislang gibt es von der Landung nur Computeranimationen und noch keine Kamerabilder. (Bild: CGTN)

Um 1:18 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit landete die erste chinesische Marsmission auf der Oberfläche des Planeten. Die Landung fand in der Utopia-Planita-Region statt, der großen Utopia-Ebene, auf der auch die amerikanische Sonde Viking 2 landete.

Die chinesische Mission setzte allerdings viel weiter südlich auf, näher am Äquator. Der Lander besteht aus einer raketenbetriebenen Plattform mit dem solarbetriebenen Marsrover Zhurong, der aus den Erfahrungen mit den Yutu-Mondrovern heraus entworfen wurde.

Bislang wurden noch keine Bilder von der Marsoberfläche veröffentlicht, nur die Telemetrie hat die erfolgreiche Landung und den Landeort bestätigt. Dieser befindet sich bei 25,1 Grad Nord und 109,9 Grad Ost, über 1.300 Kilometer weit entfernt von Viking 2 auf 47,6 Grad Nord und 134,3 Grad Ost.

Der südlichere Landeort hilft auch bei der Stromversorgung. Anders als bei Viking 2 ist der Lander ein mobiler Rover, der auf Solarzellen angewiesen ist und nicht mit einer Radioisotopenbatterie betrieben wird. Es soll nach der Landung rund eine Woche dauern, bis der Rover einsatzbereit ist.

Die Mission Tianwen wurde am 23. Juli 2020 als größte Marsmission aller Zeiten gestartet. Eine Changzheng-5-Trägerrakete (Langer Marsch 5) brachte die 5 Tonnen schwere Mission auf den Weg zum Mars. Sie war damit rund 400 kg schwerer als die sowjetischen Missionen Mars 2 und Mars 3, von denen 1971 nur Mars 3 erfolgreich die Marsoberfläche erreichte. Beide amerikanische Viking-Sonden landeten 1976 beim ersten Versuch erfolgreich.

Marslandungen misslingen seltener als oft gedacht

Entgegen der häufigen Darstellung ist die Landung auf dem Mars zwar eine große Herausforderung, hat aber eine vergleichsweise hohe Erfolgswahrscheinlichkeit. Bei bislang 16 Landeversuchen, die zumindest den Mars erreichten, gelangen 12 weiche Landungen. Dazu gehört auch die erste europäische Marssonde Beagle 2, deren Gehäuse sich aber nach der Landung nicht vollständig öffnete.

1971 trat die sowjetischen Sonde Mars 2 zu steil in die Atmosphäre ein, die anschließende Landung von Mars 3 gelang. Bei Mars 6 versagten die Computerchips durch zu spät erkannte Probleme in der Halbleitertechnik.

Der Mars Polar Lander stürzte wegen eines Softwarefehlers ab, der fälschlich Bodenkontakt meldete, als die Landebeine ausgefahren wurden. Die europäische Demonstrationsmission Schiaparelli scheiterte aufgrund von Zeit- und Budgetmangel an fehlenden Tests und inadäquaten Computersimulationen des Fallschirms der Sonde.

Die 12 anderen Landungen gelangen, auch wenn Mars 3 und Beagle 2 nur für kurze Zeit funktionierten. Jede Marslandung bleibt eine Herausforderung. Sie kann mit umfassender Vorbereitung oder der Bereitschaft überwunden werden, Fehler von Anfang an zu akzeptieren und mehrere Versuche einzuplanen.

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