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Zhurong: China entdeckt längere Existenz von Wasser auf dem Mars

Diese Entdeckung soll zeigen, dass es auf dem Mars mehrere Hundert Millionen Jahre länger Wasser gab als bisher angenommen.
/ Patrick Klapetz
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Aufnahme des chinesischen Zhurong-Rovers auf der Marsoberfläche (Bild: CNS)
Aufnahme des chinesischen Zhurong-Rovers auf der Marsoberfläche Bild: CNS

Der chinesische Rover Zhurong landete im Mai 2021 auf dem Mars. Seitdem wurden einige Forschungsergebnisse veröffentlicht. Aus dem neuesten Ergebnis geht hervor(öffnet im neuen Fenster), dass die Marsoberfläche an der Landestelle vor etwa 750 Millionen Jahren noch erhebliche Wasseraktivität aufgewiesen hat.

Zhurong landete in der südlichen Utopia Planitia und legte während seiner Mission eine Strecke von 1.921 Metern auf dem roten Planeten zurück. Im Mai 2022 wurde der Rover dann aufgrund des herannahenden Marswinters in die Winterpause versetzt, konnte daraus aber nicht mehr erwachen – wahrscheinlich, weil seine Solarpaneele mit Staub bedeckt sind. Dennoch konnte der Rover einige Daten während seiner aktiven Zeit zur Erde übertragen.

Ein Quasi-CT des Marsbodens

Dazu gehören auch die Daten einer hochfrequenten, quad-polarisierten Bodenradaruntersuchung auf dem roten Planeten. Dabei werden mehrere Antennenpolarisierungen – sowohl horizontal als auch vertikal – und höhere Frequenzen genutzt, um eine detaillierte, hochauflösende Bildgebung des Untergrunds zu erlangen. Dies sei mit einer detaillierten CT-Untersuchung vergleichbar.

Feine Strukturen wie geschichtete Sedimente oder vergrabene Objekte werden dadurch mit einer besseren Störungsreduzierung und Materialunterscheidung als bei einer Einzelpolarisierung sichtbar gemacht. Dies liefert Erkenntnisse für die Geologie, Archäologie und die Kartierung von Versorgungsleitungen.

Der sichtbar gemachte Untergrund des Mars

Ein Forschungsteam des Instituts für Geologie und Geophysik (IGG) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) analysierte diese Daten. Bisher ging man allgemein davon aus, dass der Mars vor etwa drei Milliarden Jahren in eine globale Trockenphase eingetreten war.

Die Daten von Zhurong zeigen jedoch, dass sein Landungsort weitgehend mit einer gleichmäßigen Sedimentschicht von etwa vier Metern Dicke bedeckt ist, unter der Krater verborgen sind.

"Die gleichmäßige Dicke und Kontinuität der Sedimentschicht schließen die Möglichkeit von Vulkanausbrüchen oder windgetriebenen Prozessen aus", teilt Liu Yike mit(öffnet im neuen Fenster), der Erstautor der Studie. "Die einzige plausible Erklärung ist, dass sich dieses Gebiet zu dieser Zeit in einer aquatischen Sedimentumgebung befand, ähnlich einem flachen Meer oder einem großen See."

Gleichzeitig erfasste das Radar auch zentimetergroße Sedimentschichten, die sich in einer wasserbasierten Sedimentumgebung gebildet hatten. Das wiederum würde die Existenz einer flachen aquatischen Umgebung in dieser Region in der Vergangenheit weiter untermauern.

"Eine umfassende Analyse zeigt, dass der Landeplatz von Zhurong während der mittleren bis späten Amazon-Periode eine bedeutende Oberflächenveränderung durchlief und während dieser Zeit noch immer anhaltende aquatische Aktivitäten auf dem Mars existierten", teilt Liu mit. Diese Erkenntnisse können für ein besseres Verständnis der klimatischen Entwicklung, der geologischen Prozesse und der potenziellen Bewohnbarkeit des Mars nützlich sein.

Zur Studie

Die Studie wurde am 14. November 2025 in der Fachzeitschrift National Science Review veröffentlicht: Multipolarized radar reveals shallow subsurface structure and middle-late Amazonian aqueous activity in Utopia Planitia, Mars(öffnet im neuen Fenster) (Multipolarisiertes Radar enthüllt flache Untergrundstruktur und mittel-späte amazonische Wasseraktivität in Utopia Planitia, Mars).


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