Atom und Bulldozer schlagen den Megacore

Um den KX-U6780A zu vergleichen, haben wir uns für ein bunt gemischtes Testfeld entschieden: Der Eden C4650 mit vier Kernen ist der geistige Vorgänger von Centaur, der FX-8350 mit Bulldozer-Architektur ein 28-nm-Modell von 2012, der Pentium G5400 eine Dualcore-Einsteiger-CPU und der Pentium J5005 ein Atom-Quadcore. Wo möglich, haben wir die integrierte Grafik genutzt.

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Vorneweg ein paar Worte zur generellen Performance: Trotz 16 GByte RAM und einer NVMe-SSD fühlt sich der KX-U6780A an wie ein schon etwas betagteres Gerät. Das liegt einerseits an der niedrigen Leistung pro Takt und pro Kern, aber auch am sogenannten Frequency Ramp: Aktuelle Chips von AMD und Intel takten ihre CPUs in wenigen Millisekunden unabhängig vom Betriebssystem hoch, was Programmstarts oder die Browser-Responsivität spürbar beschleunigt. Der KX-U6780A braucht dafür viel länger, weshalb er sich ähnlich träge anfühlt wie ein Intel Atom oder der FX-8350.

Das heißt keineswegs, dass der Zhaoxin-Chip sich nicht für den Alltag eignet, ein bisschen Geduld müssen Anwender jedoch mitbringen. Um herauszufinden, wie sich der KX-U6780A in einem typischen Szenario daheim schlägt, haben wir den Essentials-Test und Microsoft Office 365 per Applications-Test des PCMark 10 (siehe PDF für Details) verwendet. Hier zeigt sich, dass das Zhaoxin-SoC beim Aufrufen von Apps langsam ist und auch Browser wie Chromium, Edge sowie Firefox sich weniger zügig bedienen lassen als selbst beim gemächlich agierenden Atom alias Pentium J5005. E-Mails verfassen, Texte schreiben oder Tabellen bearbeiten klappt dafür zügig.

  • 16 GByte DD3/DDR4, iGPU except R7 240 for FX-8350, Windows 10 v1909 (Bild: Golem.de)
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Unsere Messwerte belegen, dass der KX-U6780A bei der IPC im Mittel noch unter einem aktuellen Atom angesiedelt ist. Einzig bei 7-Zip, vor allem beim Dekomprimieren, kann sich der KX-U6780A pro Takt von Pentium J5005 absetzen. Aufgrund von acht statt vier Kernen erreicht der Zhaoxin-Chip teilweise eine ähnliche oder leicht höhere Geschwindigkeit, über alle Benchmarks hinweg besteht quasi ein Patt zwischen dem Atom und dem KX-U6780A (+4%). Gegen einen FX-8350 mit pro Takt ebenfalls niedriger Leistung verliert das chinesische SoC, der Bulldozer ist viel flotter (+65%). Verglichen mit dem Eden C4650 hat der KX-U6780A doppelt so viele Kerne und ein Drittel mehr Takt bei zumindest ähnlicher Architektur, weshalb das Zhaoxin-SoC weit vorn liegt (+94%).

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Im Leerlauf benötigt die Cjoyin-Platine rund 15 Watt, der NUC9 mit Atom begnügt sich mit 7 Watt. Unter Blender-Last steigt die Leistungsaufnahme des Zhaoxin-Systems auf 80 Watt, der Intel-Mini genehmigt sich 18 Watt. Das idle/load-Delta von 65 Watt bewegt sich ungeachtet der Verluste durch die Spannungswandler und des externen Netzteils genau im Bereich der 70 Watt TDP, die Zhaoxin für die KX-6000 angibt. Da der KX-U6780A niedriger taktet als der KX-U6880A, könnte das Topmodell mehr Energie benötigen.

Weil alle Werte unter Windows 10 entstanden sind, haben wir uns noch angeschaut, ob der Zhaoxin-Chip auch unter Linux funktioniert.

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Crass Spektakel 07. Jun 2020

Es wäre wirklich schön wenn wir wieder Auswahl hätten so wie zu Zeiten von Sockel 5 als...

Copper 03. Jun 2020

Sturz von demokratisch gewählten Regierungen fällt mir da spontan noch ein. Weil die...

7of9 02. Jun 2020

Das stimmt und das ist nicht in Ordnung. Aber das Leck muss nicht zwangsläufig von Cisco...

supern00b 02. Jun 2020

Hallo, darf man erfahren warum die Chinesen nicht gleich massiv auf RISC-V stetzen?

ms (Golem.de) 30. Mai 2020

Tatsache, der flog kurzfristig raus - ich editiere den Text später.



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