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Ein Kern wie eine Shanghaier Metro-Station

Zhaoxin setzt bei den ZX-E alias KX-6000 auf acht Kerne samt I/O-Funktionen in einem monolithischen System-on-a-Chip. Das SoC wird bei TSMC mit 16FFC-Verfahren gefertigt, das steht für Finfet Compact und ist ein kostenoptimierter Node. Das SoC ist mit einem 35 x 35 mm großen Package verlötet statt gesockelt.

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Intern bestehen die KX-6000 aus zwei CPU-Clustern mit je vier Kernen, es ist kein Simultaneous Multithreading (SMT) vorhanden. Pro Core gibt es 32 KByte L1-Instruktionen und 32 KByte L1-Daten-Cache, beide sind 8-fach assoziativ ausgelegt. Die beiden Cluster teilen sich einen 4 MByte großen L2-Cache und kommunizieren per Crossbar. Einen L3-Puffer, wie er bei AMD und Intel schon seit vielen Jahren üblich ist, gibt es bei den ZX-E nicht. Die Kerne unterstützen Befehlssatzerweiterungen wie SSE 4.2 und AVX, außerdem AES und SHA und eben SM3/SM4 für den chinesischen Markt. Die Lujiazui-Mikroarchitektur ist wie alle anderen nach Metro-Stationen in Shanghai benannt, sie soll pro Takt gleich 50 Prozent schneller sein als zuvor. Mitigationen gegen Spectre V2 sind gegeben, Meltdown ist ohnehin kein Problem.

In ihrem Verhalten ähneln die acht Cores eines KX-6000 grob den CCX von AMD: Solange sich vier Kerne innerhalb eines Clusters austauschen, liegt die Latenz bei einem Drittel dessen, was an Zeit benötigt wird, um einen Kern im anderen Cluster anzusprechen. Leider misst Sisoft Sandra die Latenz in Nanosekunden falsch, weshalb wir auf die korrekten Werte von Anandtech zurückgegriffen haben.

  • Zhaoxins ZX-U6780A (Bild: Golem.de)
  • Links der Die-Shot eines KX-5000, ein KX-6000 dürfte ähnlich aussehen. Recht die internen Kern-zu-Kern-Latenzen. (Bild: Zhaoxin)
  • CPU-Details zum ZX-U6780A (Bild: Golem.de)
  • Cjoyin C1888 (Bild: Golem.de)
  • Cjoyin C1888 (Bild: Golem.de)
  • Cjoyin C1888 (Bild: Golem.de)
  • Roadmap mit ZX-F alias KX-7000 (Bild: Zhaoxin)
  • Roadmap mit 16-kerniger Server-CPU (Bild: Zhaoxin)
  • Erwartete Performance-Zuwachs bei Single- und Multithreading (Bild: Zhaoxin)
Links der Die-Shot eines KX-5000, ein KX-6000 dürfte ähnlich aussehen. Recht die internen Kern-zu-Kern-Latenzen. (Bild: Zhaoxin)

Mit im Chip steckt ein DDR4-3200-fähiger Speichercontroller, der im 128-Bit-Dualchannel-Modus arbeitet. Somit stehen maximal theoretisch 51,2 GByte/s an Bandbreite zur Verfügung. Jeder KX-6000 integriert zudem einen Root-Controller für 16 PCIe-Gen3-Lanes, an welche Grafikkarten, NMVe-SSDs oder Ethernet-Chips angeschlossen werden können. Bei der iGPU handelt es sich um eine C-960, die zumindest laut Zhaoxin entgegen aller anderen Hinweise auf einer eigenen Lösung statt auf einer Chrome 640/645 (Excalibur) von HTCs S3 Graphics basiert. Sie unterstützt OpenCL 1.1, OpenGL 3.2, OpenGL ES 2.0 und Direct3D 11.

So können wir einen 4K-Monitor mit 60 Hz anschließen und VP9-codierte Clips anschauen, allerdings maximal in 1080p60. Bei höheren Auflösungen lässt die C-960-Grafik ständig Frames fallen, weshalb das Video dann stark ruckelt. Filme oder Serien bei Amazon, Google oder Netflix schauen klappt leider nicht - vermutlich fehlt hier die Unterstützung der entsprechenden DRMs. Lokale Videos mit H.264- oder H.265-Codec können allerdings in 1080p-Auflösung und je nach Bit- sowie Framerate in 4K abgespielt werden.

Für unsere Tests verwenden wir ein Cjoyin C1888, ein Mainboard mit verlötetem KX-U6780A. Cjoyin legt ein 96-Watt-Netzteil bei, was für den Basisbetrieb ausreicht. Wer eine dedizierte Grafikkarte nutzen möchte, kann den 4-Pin-EPS-Anschluss verwenden und muss dafür den 24-Pin-Stecker des Netzteils überbrücken. Die Platine weist HDMI, VGA, USB-A 3.2 Gen1, Sata 6 GBit/s und doppeltes Gigabit-Ethernet auf. Auf der Rückseite gibt es einen M.2-Slot, der jedoch nur NVMe- und keine Sata-SSDs aufnimmt.

  • Zhaoxins ZX-U6780A (Bild: Golem.de)
  • Links der Die-Shot eines KX-5000, ein KX-6000 dürfte ähnlich aussehen. Recht die internen Kern-zu-Kern-Latenzen. (Bild: Zhaoxin)
  • CPU-Details zum ZX-U6780A (Bild: Golem.de)
  • Cjoyin C1888 (Bild: Golem.de)
  • Cjoyin C1888 (Bild: Golem.de)
  • Cjoyin C1888 (Bild: Golem.de)
  • Roadmap mit ZX-F alias KX-7000 (Bild: Zhaoxin)
  • Roadmap mit 16-kerniger Server-CPU (Bild: Zhaoxin)
  • Erwartete Performance-Zuwachs bei Single- und Multithreading (Bild: Zhaoxin)
Cjoyin C1888 (Bild: Golem.de)

Die beiden SO-DIMM-Steckplätze für DDR4-Speicher haben wir mit Gskills F4-2666C18D-16GRS bestückt, denn Cjoyin gestattet maximal DDR4-2666; für DDR4-3200 ist laut Zhaoxin ein neues Stepping notwendig. Takt oder Latenzen lassen sich beim C1888 nicht einstellen, es wird schlicht das höchste Jedec-Profil (SPD) geladen. Das Board beherrscht dafür erfreulicherweise Dualchannel.

KerneL2-CacheTaktSpeicherTDP
KX-U6880A 84 MByte3,0 GHzDDR4-320070 Watt
KX-U6780A 84 MByte2,7 GHzDDR4-320070 Watt
Spezifkationen der Zhaoxin KX-6000

Neben dem KX-U6780A gibt es generell noch den KX-U6880A, dieser taktet ein bisschen flotter. Im Leerlauf liegen 1,2 GHz an - unter Last hingegen sind es 2,7 GHz respektive 3 GHz. Über Boost-Modi, um eine einzelne Kerne schneller laufen zu lassen, verfügen beide Zhaoxin-SoCs nicht. Mögen die Benchmarks beginnen!

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 Zhaoxin KX-U6780A im Test: Das kann Chinas x86-ProzessorAtom und Bulldozer schlagen den Megacore 
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Crass Spektakel 07. Jun 2020

Es wäre wirklich schön wenn wir wieder Auswahl hätten so wie zu Zeiten von Sockel 5 als...

Copper 03. Jun 2020

Sturz von demokratisch gewählten Regierungen fällt mir da spontan noch ein. Weil die...

7of9 02. Jun 2020

Das stimmt und das ist nicht in Ordnung. Aber das Leck muss nicht zwangsläufig von Cisco...

supern00b 02. Jun 2020

Hallo, darf man erfahren warum die Chinesen nicht gleich massiv auf RISC-V stetzen?

ms (Golem.de) 30. Mai 2020

Tatsache, der flog kurzfristig raus - ich editiere den Text später.


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