Abo
  • Services:
Anzeige
ZFS ausprobiert: Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
(Bild: Pixabay/CC0 1.0)

ZFS ausprobiert: Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz

ZFS ausprobiert: Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
(Bild: Pixabay/CC0 1.0)

Unter Linux ist EXT4 Standard, moderne Features fehlen dem Dateisystem allerdings. Mit ZFS existiert eine Alternative. Die zwingt den Nutzer aber zur Umgewöhnung, wie wir herausgefunden haben.
Ein Test von Matthias Riegler

Apple bringt mit High Sierra das bereits in iOS integrierte APFS (Dateisystem) und Microsoft arbeitet an ReFS. Da kommt man sich mit EXT4 als Standard-Dateisystem unter Linux schon recht altmodisch vor! Doch mit ZFS existiert auch eine Alternative mit modernen Features. Ich habe sie ausprobiert.

Anzeige

Für den ein oder anderen stellt sich vermutlich die Frage, warum ein neues Dateisystem unter Linux überhaupt nötig ist. Die simple Antwort lautet: Ist es nicht, EXT4 ist weit etabliert, stabil und hat vor einiger Zeit das letzte Update erhalten, das es für die kommende Hardware-Generation fit machen soll. Der Vorteil eines neuen Dateisystems liegt vor allem für Desktops und Workstations bei neuen Funktionen, die die Arbeitsumgebung maßgeblich verbessern können.

Was ZFS ist

ZFS ist die Kurzform für Zettabyte File System. Während Dateisysteme unter Linux in der Regel als formatierte Partition gesehen werden, die in die FSTAB eingebunden werden, ist ZFS grundlegend anders: Optimalerweise gibt man ihm eine oder mehrere Festplatten und kann danach sogenannte Datasets erstellen. Das sind letztendlich nichts anderes als Partitionen einer Festplatte - nur besser. ZFS übernimmt dabei nicht nur die Rolle eines traditionellen Dateisystems, vielmehr ist es Raid-Controller, Volumen-Manager und Dateisystem in einem.

Neue Abkürzungen werden eingeführt

Während es sich bei EXT4 nur um ein Dateisystem handelt, ist ZFS deutlich komplexer aufgebaut. Ein sogenannter Speicher-Pool besteht aus einem oder mehreren VDEVs. Diese sind letztendlich nichts anderes als einzelne Partitionen, Festplatten oder eine Art Raid-Verbund - der als RaidZ, RaidZ2 oder RaidZ3 bezeichnet wird. RaidZ kann einen Festplatten-Ausfall tolerieren, RaidZ2 zwei -Ausfälle und RaidZ3 drei. Zusätzlich gibt es die Option, zwei oder mehrere Partitionen/Festplatten zu spiegeln.

Neben dieser Hauptgruppe, auf der alle Daten des Pools gespeichert werden, gibt es noch zwei weitere Bestandteile: das ZFS Intent Log (kurz: ZIL) und den Cache. Der Cache bleibt im Arbeitsspeicher und folgt einem adaptiven Austauschalgorithmus (Adaptive Replacement Cache, ARC), um häufig genutzte Daten schnell aufrufen zu können. Wenn Daten im Arbeitsspeicher weichen müssen, werden sie auf einen optionalen, eigenständigen Cache geschrieben: den L2ARC (Level 2 ARC).

Das ZFS Intent Log ist zu komplex, um hier darauf einzugehen. Die genaue Funktionsweise wird auf einer eigenen Webseite erläutert.

Datenintegrität ist am wichtigsten

Hätten die Sturmtruppen des Imperiums ZFS zum Datenabgleich eingesetzt, wäre ihnen wohl einiges erspart geblieben. Datenintegrität steht bei ZFS an erster Stelle. Die verschiedenen Raid-Level versprechen einen Schutz der Daten bei dem leider nicht seltenen Ausfall einer Festplatte, während ZFS intern jede gelesene Datei mit ihrer beim Schreiben generierten Checksumme abgleicht und im Falle eines Fehlers, falls möglich, repariert. Fehlerhafte Urlaubsbilder, Videos oder auch Textdateien gehören der Vergangenheit an.

Die Integritätsprüfung ist einer der Hauptgründe dafür, dass die Entwickler von ZFS vorsehen, fehlerkorrigierenden Arbeitsspeicher (ECC, registered ECC) einzusetzen. Dieser ist sinnvoll in Rechenzentren oder bei Backups, beim Desktop-Einsatz muss man aber nicht explizit auf den fehlerkorrigierenden Arbeitsspeicher achten. Auf meinem Notebook beispielsweise läuft eine Installation von ArchLinux unter ZFS, ohne in den letzten sechs Monaten einen einzigen Fehler gezeigt zu haben. Wer viel Wert auf die Verfügbarkeit seiner Backups legt, sollte in Erwägung ziehen, ein NAS mit fehlerkorrigierendem Arbeitsspeicher aufzubauen.

Hilfe, wo ist mein Arbeitsspeicher hin? 

eye home zur Startseite
ldlx 16. Okt 2017

so vom technischen her hätte ich schon interesse. Das kann ja immerhin irgendwas mehr als...

Themenstart

pumok 16. Okt 2017

Ich gebe zu, ist etwas weithergeholt, aber hier noch ein Vergleich, der veranschaulicht...

Themenstart

jonbae 14. Okt 2017

Danke @GAK, für die aufschlussreiche Erklärung! Das klingt doch sehr cool, mit dieser...

Themenstart

GAK 14. Okt 2017

Es wird der logisch freie Speicher im Dataset angezeigt, nicht im Pool - das kann ZFS...

Themenstart

GAK 14. Okt 2017

Generell nein, mit Ausnahmen (* s.u.) Ist hinreichend stabil. Ist dem Normalanwender...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Daimler AG, Neu-Ulm
  2. Robert Bosch Start-up GmbH, Ludwigsburg
  3. Bosch Rexroth AG, Schwieberdingen
  4. MVV EnergySolutions GmbH, Mannheim


Anzeige
Top-Angebote
  1. 299,00€
  2. 47,99€
  3. 29,97€

Folgen Sie uns
       


  1. U-Bahn

    Telefónica baut BTS-Hotels im Berliner Untergrund

  2. Kabelnetz

    Statt auf Docsis 3.1 lieber gleich auf Glasfaser setzen

  3. Virtuelle Güter

    Activision patentiert Förderung von Mikrotransaktionen

  4. Nervana Neural Network Processor

    Intels KI-Chip erscheint Ende 2017

  5. RSA-Sicherheitslücke

    Infineon erzeugt Millionen unsicherer Krypto-Schlüssel

  6. The Evil Within 2 im Test

    Überleben in der Horror-Matrix

  7. S410

    Getacs modulares Outdoor-Notebook bekommt neue CPUs

  8. Smartphone

    Qualcomm zeigt 5G-Referenz-Gerät

  9. Garmin Speak

    Neuer Alexa-Lautsprecher fürs Auto zeigt den Weg an

  10. Datenrate

    Kunden wollen schnelle Internetzugänge



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Flettner-Rotoren: Wie Schiffe mit Stahlsegeln Treibstoff sparen
Flettner-Rotoren
Wie Schiffe mit Stahlsegeln Treibstoff sparen
  1. Hyperflight China plant superschnellen Vactrain
  2. Sea Bubbles Tragflächen-Elektroboote kommen nach Paris
  3. Honolulu Strafe für Handynutzung auf der Straße

Cybercrime: Neun Jahre Jagd auf Bayrob
Cybercrime
Neun Jahre Jagd auf Bayrob
  1. Antivirus Symantec will keine Code-Reviews durch Regierungen mehr
  2. Verschlüsselung Google schmeißt Symantec aus Chrome raus
  3. Übernahme Digicert kauft Zertifikatssparte von Symantec

Passwortmanager im Vergleich: Das letzte Passwort, das du dir jemals merken musst
Passwortmanager im Vergleich
Das letzte Passwort, das du dir jemals merken musst
  1. 30.000 US-Dollar Schaden Admin wegen Sabotage nach Kündigung verurteilt
  2. Cyno Sure Prime Passwortcracker nehmen Troy Hunts Hashes auseinander
  3. Passwortmanager Lastpass ab sofort doppelt so teuer

  1. Re: 50MBps

    DerDy | 00:44

  2. Re: Wegfall bedeutet kein Recht auf...

    ermic | 00:44

  3. Re: Was ist eigentlich mit der Option "DayFlat"?

    ermic | 00:42

  4. Re: Smartphonehalterung

    ha00x7 | 00:40

  5. Re: Gesichtserkennung unsicherere Fingerabdruckleser?

    DragonHunter | 00:39


  1. 19:09

  2. 17:40

  3. 17:02

  4. 16:35

  5. 15:53

  6. 15:00

  7. 14:31

  8. 14:16


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel