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ZF Heat Belt: Beheizbarer Sicherheitsgurt soll Elektromobilisten wärmen

CES 2023
Heizen heißt im Elektroauto öfter laden. ZFs neuer Sicherheitsgurt sorgt für etwas mehr Behaglichkeit.
/ Werner Pluta
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Beheizbarer Sicherheitsgurt Heat Belt: etwas wärmer als Körpertemperatur (Bild: ZF)
Beheizbarer Sicherheitsgurt Heat Belt: etwas wärmer als Körpertemperatur Bild: ZF

Der Winter ist ein Problem für Elektroautos: Den Innenraum zu heizen, kostet Reichweite. Viele Hersteller statten deshalb ihre Autos mit einer Sitzheizung aus. Das ist zwar angenehm, wärmt aber nur von hinten. Das will ZF Friedrichshafen ändern.

Auf der Elektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas stellte der Automobilzulieferer einen beheizbaren Sicherheitsgurt vor. In den Gurt sind Heizleiter eingewoben, die sich bis auf 40 Grad aufheizen, also etwas höher als Körpertemperatur. Er soll "den Oberkörper und Beckenbereich gleichmäßig von vorne" wärmen.

Die Kontakte für die elektrischen Heizkreisläufe sind laut ZF so angebracht, dass sie Bedienung und Aufrollen des Gurtes nicht beeinträchtigen. "Für die Insassen gibt es in puncto Bedienung keinen Unterschied zu einem konventionellen Gurtband" , sagte Martina Rausch(öffnet im neuen Fenster) , bei ZF verantwortlich für Neuentwicklungen im Bereich Gurtband. Der Einbau soll sich nur geringfügig von dem eines konventionellen Gurts unterscheiden.

Der Elektromotor produziert kaum Abwärme

Im Winter sinkt die Reichweite von Elektroautos. Das liegt zum einen daran, dass bei Kälte die physikalischen und chemischen Reaktionen im Akku langsamer ablaufen, was zu einem Leistungsverlust führt. Zum anderen kostet die Heizung Reichweite: Da ein Elektromotor kaum Abwärme liefert, um den Innenraum und den Akku zu heizen, wird Strom aus dem Akku genutzt.

Die Verluste fallen allerdings unterschiedlich aus. In einer aktuellen Untersuchung in den USA schwankten die winterlichen Reichweitenverluste zwischen 3 Prozent beim Jaguar I-Pace und 32 Prozent beim Chevy Bolt.

Die Hersteller suchen deshalb nach Möglichkeiten, mit weniger Energieaufwand für angenehme Wärme zu sorgen: Beheizbare Sitze und ein beheizbares Lenkrad sorgen zumindest für einen warmen Rücken und Gefühl in den Fingern. Anorak und Schal sind aber weiterhin erforderlich, um den Reichweitenverlust im Rahmen zu halten, wie wir bei unserem winterlichen Test des Honda E feststellten.

Der wärmende Gurt ist da sicherlich eine sinnvolle Ergänzung. Er soll laut ZF auch nicht mehr Energie kosten als ein beheizbares Lenkrad. Mercedes stellte vor einiger Zeit bereits eine solchen Gurt vor . Dabei handelte es sich allerdings um eine Studie. Der Gurt von ZF hingen soll serienreif sein. Abnehmer hat das Unternehmen aber bisher nicht.


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