Zertifizierung: Let's Encrypt validiert Domains mehrfach

Der Dienst Let's Encrypt will die Sicherheit und Integrität der Web-PKI verbessern und hat nun eine Mehrperspektiv-Validierung für Domains eingeführt.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin
Für die TLS-Verschlüsselung braucht es Zertifikate. Die CA Let's Encrypt will deren Vergabe weiter absichern.
Für die TLS-Verschlüsselung braucht es Zertifikate. Die CA Let's Encrypt will deren Vergabe weiter absichern. (Bild: Diego Torres Silvestre, flickr.com/CC-BY 2.0)

Die kostenfreie Zertifizierungsstelle (Certification Authority, CA) Let's Encrypt ist einer eigenen Ankündigung zufolge die erste CA, die im großen Stil Domains aus mehreren Blickwinkeln validiert. Was das konkret bedeutet, beschreibt ein aktueller Blogpost der Organisation.

Bislang kommt demnach eine einfache Domain-Validierung zum Einsatz. Das heißt: Ein Nutzer beantragt bei Let's Encrypt automatisiert ein Zertifikat für seine Domain und muss dafür in einer sogenannten Challenge nachweisen, dass er auch tatsächlich den Zugriff auf diese Domain besitzt. Das umfasst mehrere Schritte: In einem davon prüft Let's Encrypt über eine bestimmte Route (den Validierungspfad) und anhand der gestellten Aufgabe (der Challenge), ob der Antragsteller tatsächlich im Besitz der Domain ist (Challenge Validation).

Verbesserte Validierung gegen gefälschte Pfade

Dabei gibt es aber ein Problem: Wie die Uni Princeton gezeigt hat, lässt sich über das BGP (Border Gateway Protocol) der Validierungspfad so manipulieren, dass ein Angreifer die Challenge der Validierungsserver erfüllen kann, ohne dass ihm die Domain gehört. Zwar sei das umständlich und daher bislang nur ein seltenes Angriffsszenario, doch könnte sich das ändern. Das BGP sei per se ein unsicheres Protokoll. Es gibt Versuche, dies zu ändern, doch dürfte sich der Umbauprozess noch eine Weile hinziehen. Bis es so weit ist, hilft die Multiperspektiv-Validierung, solche Angriffe zu erschweren.

Dabei prüfen zusätzlich drei unabhängige Cloud-Server, ob der Antragsteller die Challenge erfüllt hat, übernehmen also nur den Schritt der Challenge Validation. Um die restlichen Schritte kümmert sich weiterhin der Let's-Encrypt-Server. Aktuell verwendet das Projekt zusätzliche Server in verschiedenen Regionen, allerdings bei nur einem Cloud Provider. Das Projekt will das Modell künftig auf weitere Cloud Provider ausdehnen. Ein Angreifer müsste also mehrere Validierungspfade zugleich fälschen, um die Challenge zu bestehen. Entstanden ist die Multi-Perspective-Validation in Zusammenarbeit mit den Princeton-Forschern, die das Problem entdeckt haben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


tsp 24. Feb 2020

Sofern sich Browser an RFC2818 halten dürfte das nicht der Fall sein: "If more than one...

tsp 22. Feb 2020

Die Antwort darauf ist meiner Meinung nach extremst einfach: Weil IP Adressen keine...

tsp 22. Feb 2020

Naja genau DNSSEC & SSL ist ja prinzipiell da um das grundlegend unsichere Netz zu...

rubberduck09 21. Feb 2020

Bei Verlängerung kann man doch dann via https prüfen und auch gleich schauen ob das hier...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Updates für GPT-3 und GPT-4
GPT im Geschwindigkeitsrausch

OpenAIs Updates für GPT-4 und GPT-3 machen die Modelle zuverlässiger, vor allem aber anpassungsfähiger. Die Änderungen und neuen Features im Detail.
Von Fabian Deitelhoff

Updates für GPT-3 und GPT-4: GPT im Geschwindigkeitsrausch
Artikel
  1. Candy Crushed: Royal Match wird profitabelstes Mobile Game
    Candy Crushed
    Royal Match wird profitabelstes Mobile Game

    Die langanhaltende Dominanz von Candy Crush Saga ist vorbei. Das meiste Geld verdient jetzt ein Start-up aus Istanbul mit einem Puzzlespiel.

  2. Datenschutz: ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern
    Datenschutz
    ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern

    Eigentlich sollte der Chatbot auf diese Anfrage gar nicht antworten. Tut er es dennoch, lauern womöglich noch viel brisantere Informationen.

  3. Donald E. Knuth: 30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar
    Donald E. Knuth
    30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar

    Ein bisschen theoretische Informatik, Algorithmen oder Mathematik zu Weihnachten? Wer das mag, kann nun sogar alle Vorlesungen hintereinander ansehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • TeamGroup Cardea Graphene A440 2 TB mit zwei Kühlkörpern 112,89€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • AVM FRITZ!Repeater 3000 AX 129€ • Philips Ambilight 77OLED808 2.599€ • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /