Zertifikatskurse in der IT: "Hauptsache, die Bewerbungsmappe ist dick"

Wenn ITler sich fortbilden, dann meistens mit Zertifikat am Ende. Die Mini-Zeugnisse sind eine starke Währung geworden, das Geschäftsmodell ist lukrativ.

Artikel von Peter Ilg veröffentlicht am
Zerfitikate zu sammeln hilft in der IT.
Zerfitikate zu sammeln hilft in der IT. (Bild: Pexels)

Nirgendwo wird so viel weitergebildet wie in der IT - und wenn sich IT-Fachkräfte weiterbilden, dann nicht, ohne dass sie danach ein Zertifikat in der Hand haben. Zertifikate sind im IT-Jobmarkt enorm wichtig geworden - für die Fachkräfte selbst, um sich besser bewerben zu können, und für die Firmen, die sich mit den Nachweisen ihrer Mitarbeiter Aufträge sichern.

Inhalt:
  1. Zertifikatskurse in der IT: "Hauptsache, die Bewerbungsmappe ist dick"
  2. Fünf-Tages-Kurs kostet im Schnitt 2.750 Euro

Dementsprechend groß ist der Markt für Zertifikatskurse. Es gibt zum Beispiel Zertifikate für bestimmte Cloud-Dienste, für Firewalls und Netzwerksicherheit, aber auch allgemeinere, etwa für IT-Beratung. Nicht alle Angebote sind hochwertig und nicht alle vermitteln nützliches Spezialwissen. Aber insgesamt sind die meisten IT-Firmen von den Zertifikatskursen überzeugt.

Allgeier SE, einer der größten deutschen IT-Dienstleister mit rund 3.000 Mitarbeitern, gehört dazu. Das Unternehmen hat aufgrund einer dezentralen Struktur viele Gesellschaften. Es entwickelt Software, betreibt Rechenzentren und unterstützt seine Kunden, Informationssicherheit sicherzustellen. Das Unternehmen hat über 2.000 Kunden mit Fokus auf Europa.

Anselm Rohrer leitet bei Allgeier IT, einer Tochtergesellgeschaft der Allgeier SE mit rund 150 Mitarbeitern, den Bereich Informationssicherheits-Managementsysteme. "Wir helfen unseren Kunden, eine leistungsfähige IT-Security aufzubauen", sagt Rohrer. "Zu den wichtigsten Weiterbildungen zählen Zertifikatskurse." Das gelte für alle IT-Fachkräfte bei Allgeier und in anderen Unternehmen auch.

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Mit den Zertifikaten weisen deren Inhaber fachliche Skills nach. "Das macht sie für den Arbeitsmarkt wertvoller", sagt Rohrer und "der Arbeitgeber kann mit den Zertifikaten seiner Beschäftigten an Aufträge kommen." Denn häufig sind diese an Zertifikate geknüpft.

Zudem sind Zertifikate der Nachweis für geprüftes Wissen und aufgrund standardisierter Fortbildungen miteinander vergleichbar. IT-Unternehmen und deren Mitarbeiter sind quasi gezwungen mitzumachen - ansonsten sind sie nicht konkurrenzfähig bei der Auftragsvergabe. Ohne Zertifikate geht in der IT wenig bis nichts.

Weiterbildungsquote ist in der IT höher als in anderen Branchen

Durchschnittlich hat sich in Deutschland 2019 jeder Mitarbeiter 18,3 Stunden weitergebildet, eine Stunde mehr als 2016. Je Mitarbeiter haben die Unternehmen 1.236 Euro in Weiterbildung investiert (rund 16 Prozent mehr). Die Zahlen stammen vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), sie wurden im Dezember in der IW-Weiterbildungserhebung 2020 veröffentlicht. Alle drei Jahre befragt das IW Unternehmen zu deren Weiterbildungsaktivitäten.

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Die Befragungen haben gezeigt, dass die Digitalisierung ein wesentlicher und zunehmender Treiber für Weiterbildung ist. 41,3 Milliarden Euro haben die Firmen 2019 in Weiterbildung investiert, das ist fast ein Viertel mehr als drei Jahre davor. Aktuelle Untersuchungen des Bundesinstituts für Berufsbildung weisen darauf hin, dass die Weiterbildung in IT-Berufen über dem Durchschnitt liegt und die Weiterbildungsquote damit höher ist als im Mittel. Zertifikatskurse sind die wichtigste Form der Fortbildung für IT-Fachkräfte.

Zertifikate als Absicherung im Störfall

Das Zertifikat unterscheidet die Teilnahmebestätigung an einer Fortbildung durch die am Ende abgelegte Prüfung. "Damit ist ein Zertifikat der Nachweis für geprüftes Fach-, Produkt- und Prozesswissen und gilt damit wie ein Zeugnis im Bewerbungsprozess", sagt Renate Skender, Produktmanagerin bei Integrata Cegos, einem in Europa führenden Unternehmen für die Weiterbildung in Informationstechnologien.

Der IT-Zertifizierungsmarkt ist nach Angaben von Skender sehr groß und in den letzten Jahren gewachsen. "Heute sichern sich Unternehmen durch zertifizierte Mitarbeiter ab, falls es zu einem Störfall kommt", sagt Skender. Das Dokument ist dann gegenüber dem Auftraggeber der Nachweis dafür, dass der Mitarbeiter das notwendige Fachwissen hatte.

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Fünf-Tages-Kurs kostet im Schnitt 2.750 Euro 
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masterx244 27. Aug 2021 / Themenstart

Da biete ich noch den hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Therac-25

Mopsmelder500 23. Aug 2021 / Themenstart

Mehr Inhalte kann man in einem Kurs kaum erwarten. Ist auch kaum verwunderlich das die...

minnime 23. Aug 2021 / Themenstart

Ja ja, ich weiß das es solche Studiengänge gibt und genau das kritisiere ich ja. Da...

minnime 23. Aug 2021 / Themenstart

Kenn ich, ist genauso bei Büchern. Da programmiert man schon Jahre lang in irgendeiner...

Michael H. 23. Aug 2021 / Themenstart

Einerseits vollkommen richtig, andererseits macht es gerade in der IT schon Sinn, nach...

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