Fünf-Tages-Kurs kostet im Schnitt 2.750 Euro

"Außerdem können die Arbeitgeber davon ausgehen, dass Teilnehmer an einem Zertifikatskurs nicht fünf Tage mehr oder weniger motiviert einen Kurs absitzen, sondern tatsächlich Neues lernen, weil sie am Ende eine Prüfung ablegen müssen", sagt Skender. Immerhin kostet ein Fünf-Tages-Zertifikatskurs im Durchschnitt 2.500 Euro plus 250 Euro Prüfungsgebühr. Diese Investition, die überwiegend die Arbeitgeber übernehmen, soll sich schließlich lohnen.

Stellenmarkt
  1. Mitarbeiter (m/w/d) Technischer Support
    GUBSE AG, Schiffweiler
  2. IT-Projektleiter (m/w/d) als Enterprise Architecture Manager mit Fokus IT-Security
    Gasunie Deutschland Transport Services GmbH, Hannover
Detailsuche

Für die Softwareentwicklung definieren internationale Boards wie das International Software Testing Qualifications Board (ISTQB) Lehrpläne für Zertifikatskurse und Inhalte für die Prüfungen. Dasselbe gilt für Hersteller wie Microsoft und Citrix. "Wir als Schulungsunternehmen stellen Trainer, Raum und Unterlagen zur Verfügung", sagt Skender.

Die am Markt wichtigsten Zertifizierungen sind nach ihren Angaben seit Jahren die gleichen: Bei den Herstellern sind das etwa Microsoft und Citrix, bei Prozessen ISTQB und ITIL. IT-Zertifizierungen sind wie ein Selbstläufer in der Weiterbildung, denn immer, wenn es neue Versionen von Hard-, Software und standardisierten Prozessen gibt, erfolgt auch ein Update bei der Zertifizierung.

Lukrativ: Zertifikate sollten immer wieder erneuert werden

"Wenn die Inhaber fachlich am Ball bleiben wollen, sind sie gezwungen, ihre Zertifikate regelmäßig zu aktualisieren", sagt Skender. Jede neue Version eines Produkts oder Prozesses bedingt so eine Zertifikatsschulung. Dadurch ist der Zertifikatsmarkt aus sich selbst heraus in lukrativer Bewegung.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Nach Meinung von Rohrer von Allgeier IT ist Deutschland sehr zertifikatelastig. "Während in den USA Referenzen eine größere Rolle spielen, gilt in Deutschland noch immer bei vielen Unternehmen: Hauptsache, die Bewerbungsmappe ist dick." Für ihn sind Zertifikate dort notwendig, wo komplexe Prozesse und Techniken vorherrschen. In der Netzwerksicherheit seien das beispielsweise Firewalls von Herstellern wie Fortinet, Palo Alto oder Juniper Networks.

"Es gibt viele Bildungsanbieter, die Zertifizierungen anbieten, aber als Prüfungsergebnis kein allgemeingültiges Zertifikat ausstellen, sondern ihr eigenes", sagt Rohrer. Solche Zertifikate hält er für bedenklich, weil sie nicht allgemein anerkannt sind.

Braucht es wirklich ein Zertifikat als IT-Consultant?

Überflüssig sind aus seiner Sicht allgemeine Fortbildungen zum zertifizierten IT-Projektmanager oder IT-Consultant. "In diesen Kursen wird theoretisches Wissen vermittelt und hinterher ist fraglich, ob die Teilnehmer das in der Praxis umsetzen können." In speziellen Zertifikatskursen ist die Praxis am Produkt oder im Prozess integriert.

Manche Anbieter bieten ihre Zertifikatskurse kostenfrei an, andere verlangen Gebühren, einige davon erstatten sie beim Erreichen vorgegebener Umsatzziele. "Den Modus bestimmt zumeist die Marktposition des Anbieters", sagt Rohrer. So bieten etwa neue Anbieter kostenlos Zertifizierungen an und refinanzieren die Kurse über den Verkauf von Produkten.

Workshops von Experten für Profis - finde das passende Angebot!

Die Marktmacht Microsoft hingegen hat ein eigenes Geschäftsmodell etabliert. Das Unternehmen bietet eine Vielzahl an Zertifizierungen an, über alle Lösungen hinweg. Für den Cloud-Dienst Microsoft-Azure auf Einsteiger- oder Fortgeschrittenenebene oder für künstliche Intelligenz mit der AI Business School. "Viele Lernende nutzen unsere kostenfreie Lernplattform Microsoft Learn, andere gehen zu Kursen unserer Learning Partner und wieder andere werden durch Trainer von uns geschult", sagt Edip Saliba, Enterprise Skills Manager bei Microsoft Deutschland.

Manche Firmen wollen nicht, dass ihre Mitarbeiter Zertifikate haben

Für die Arbeitgeber können gefragte Zertifikate ihrer Beschäftigten allerdings gefährlich sein, weil sie dann zum Ziel für Abwerbungsversuche werden. "Einige Bundesbehörden und auch vereinzelt Großunternehmen kaufen Kurse ohne Prüfungen ein, weil sie ihre Mitarbeiter nicht verlieren wollen", sagt ein Insider, der namentlich nicht genannt werden will.

Zertifikate machen die Inhaber interessant für den IT-Arbeitsmarkt. Die Behörden würden ihre Praxis darauf schieben, dass sie Neutralität bei den Produkten wahren müssen. Doch das sei ein vorgeschobenes Argument. In Wahrheit geht es den Behörden und Konzernen darum, ihre Mitarbeiter zu schulen, aber sie nicht für den Arbeitsmarkt aufzuwerten. Das können Zertifikate zweifellos.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Zertifikatskurse in der IT: "Hauptsache, die Bewerbungsmappe ist dick"
  1.  
  2. 1
  3. 2


masterx244 27. Aug 2021 / Themenstart

Da biete ich noch den hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Therac-25

Mopsmelder500 23. Aug 2021 / Themenstart

Mehr Inhalte kann man in einem Kurs kaum erwarten. Ist auch kaum verwunderlich das die...

minnime 23. Aug 2021 / Themenstart

Ja ja, ich weiß das es solche Studiengänge gibt und genau das kritisiere ich ja. Da...

minnime 23. Aug 2021 / Themenstart

Kenn ich, ist genauso bei Büchern. Da programmiert man schon Jahre lang in irgendeiner...

Michael H. 23. Aug 2021 / Themenstart

Einerseits vollkommen richtig, andererseits macht es gerade in der IT schon Sinn, nach...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cupra Urban Rebel
VW-Tochter kündigt Elektrorenner für 25.000 Euro an

Autobauer Cupra bringt mit dem Urban Rebel ein günstiges Elektroauto für all jene auf den Markt, denen der ID.Life von VW zu langweilig ist.

Cupra Urban Rebel: VW-Tochter kündigt Elektrorenner für 25.000 Euro an
Artikel
  1. Zuschauerzahlen: Netflix gaukelt Offenheit vor
    Zuschauerzahlen
    Netflix gaukelt Offenheit vor

    Netflix hat eine Liste mit den beliebtesten Filmen und Serien veröffentlicht - die Aussagekraft ist gleich null.
    Ein IMHO von Ingo Pakalski

  2. SpaceX: Starlink-Satelliten bestimmen Position genauer als GPS
    SpaceX
    Starlink-Satelliten bestimmen Position genauer als GPS

    Starlinks Satellitenflotte könnte einmal GPS ersetzen, ganz ohne dass SpaceX das unterstützt.

  3. Tesla Model Y im Test: Die furzende Familienkutsche
    Tesla Model Y im Test
    Die furzende Familienkutsche

    Teslas Model Y ist der Wunschtraum vieler Model-3-Besitzer. Reichweite und Raumangebot überzeugen im Test - doch der Autopilot ist nicht konkurrenzfähig.
    Ein Test von Friedhelm Greis

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn-Aktion: Win 10-Laptop oder PC kaufen, kostenloses Upgrade auf Win 11 erhalten • Bosch Professional & PC-Spiele von EA günstiger • Nur noch heute: PS5-Gewinnspiel • Alternate (u. a. Asus TUF Gaming-Monitor 23,8" FHD 165Hz 179,90€) • 6 UHDs kaufen, nur 4 bezahlen [Werbung]
    •  /