Zertifikate: Schwerer Fehler bei Globalsign führt zu HTTPS-Problemen

Ein Fehler bei der Certificate Authority Globalsign hat bei Kunden weltweit für Fehlermeldungen gesorgt, wenn diese mit HTTPS gesicherte Verbindungen mit Webseiten aufbauen wollten. Offenbar war bei internen Wartungsarbeiten aus Versehen ein Cross-Zertifikat zurückgezogen worden, das zwei Root-Zertifikate verlinkt. Das Unternehmen hat bereits einen Incident Report [ PDF(öffnet im neuen Fenster) ] veröffentlicht, auch ZDnet hatte berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Von dem Fehler betroffen sind Globalsign-Zertifikate aus den Produktlinien AlphaSSL und CloudSSL. Der Fehler führte dazu, dass zahlreiche Browser Fehlermeldungen ausgaben und Nutzer keine Verbindung mit der Webseite aufbauen konnten. Dies passierte, weil das Online Certificate Status Protocol (OCSP) des Unternehmens fälschlicherweise die Meldung ausgab, dass mit dem zurückgezogenen Zertifikat signierte Zertifikate ebenfalls zurückgezogen seien.
Fehler ist behoben
Der Fehler ist mittlerweile behoben – zumindest aufseiten von Globalsign. Betroffene Kunden müssen die von Globalsign neu ausgestellten Intermediate-Zertifikate referenzieren, eine Anleitung(öffnet im neuen Fenster) dafür findet sich bei Globalsign selbst. Wer Apache Tomcat nutzt, muss ein neues Zertifikat erstellen und ebenfalls das neue entsprechende Intermediate-Zertifikat importieren.
Doch auch bei Kunden kann es nach wie vor zu Problemen kommen, weil viele Betriebssysteme Zertifikate in ihren Cache laden – dort können die entsprechenden Zertifikate bis zu einer Woche bleiben und Verbindungen blockieren. Windows-Nutzer können den Cache erneuern, indem sie im Startmenü auf Ausführen klicken (oder die Tastenkombination Windows+R nutzen), per cmd die Kommandozeile aufrufen und den Befehl "certutil -urlcache * delete" ausführen.
Wer Mac nutzt, führt ebenfalls auf der Kommandozeile den Befehl "sudo rm /var/db/crls/*cache.db" aus, Linux-Nutzer schreiben "dirmngr -flush".