Abo
  • Services:

Zertifikate: Mozilla erteilt Ausnahme für SHA-1-Zertifikate

Ab diesem Jahr wollte Mozilla SHA-1 nicht mehr vertrauen. Nun hat es doch die Ausstellung mehrerer Zertifikate auf Basis des nachweislich unsicheren Hash-Algorithmus genehmigt.

Artikel veröffentlicht am , Ferdinand Thommes
Mozilla erlaubt Ausnahme bei SHA-1-Zertifikaten.
Mozilla erlaubt Ausnahme bei SHA-1-Zertifikaten. (Bild: Wikipedia/CC-BY 3.0)

Die Firma Worldpay PLC bekommt eine Ausnahme: Mozilla erlaubt die Ausstellung von Zertifikaten auf der Basis des unsicheren Hash-Algorithmus SHA-1, wie der bei Mozilla für die Sicherheit verantwortliche Richard Barnes im Mozilla Security Blog berichtet.

Stellenmarkt
  1. KÖNIGSTEINER AGENTUR GmbH, Stuttgart
  2. LEONI AG, Zürich (Schweiz)

Symantec hatte im Namen des Finanzdienstleisters Worldpay um eine Ausnahme gebeten, da das Unternehmen noch nicht bereit sei, seine Kreditkartenleser und andere Geräte auf SHA-2 umzustellen. Zudem hatte es versäumt, vorhandene SHA-1-Zertifikate vor dem 31. Dezember 2015 erneuern zu lassen. Es handelt sich um neun Zertifikate, die vor dem 28. Februar 2016 erneuert werden mussten, um zu verhindern, dass weltweit rund 10.000 Bezahlterminals ausfallen.

CAs und Unternehmen wie Mozilla, Google und Microsoft hatten beschlossen, ab dem 1. Januar 2016 keinen neu ausgestellten SHA-1-basierten Zertifikaten mehr zu vertrauen. Bereits seit 2005 ist bekannt, dass SHA-1 nicht sonderlich sicher ist und sich mit hohem Aufwand knacken lässt, zuletzt hatte ein Forscherteam im Herbst 2015 diese theoretischen Angriffe weiter verbessert. CAs, die solche Zertifikate trotzdem ausstellen, sollten aus den Browsern verbannt werden. Ab Mitte des Jahres oder ab Jahresanfang 2017 soll auch keinen älteren SHA1-Zertifikaten mehr vertraut werden.

Nach einer längeren Diskussion beschloss Mozilla jedoch, die angeforderten neun Zertifikate unter verschärften Bedingungen zu akzeptieren. So gelten die Zertifikate lediglich 90 Tage. Der Prozess der Ausstellung muss zudem gegenüber Mozilla völlig transparent ablaufen. In der Branche der Finanzdienstleister soll es noch weitere Unternehmen mit ähnlichen Problemen geben. Wie sich andere Browserhersteller wie Google oder Microsoft zu dem Ansinnen von Symantec verhalten, ist derzeit noch unklar.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (-81%) 5,55€
  2. 299,00€ inkl. Versand
  3. 433,00€ (Bestpreis!)
  4. 481,00€ (Bestpreis!)

hackie 02. Mär 2016

Eigentlich schon krass, dass ausgerechnet für den Finanzbereich, wo doch Sicherheit noch...

jg (Golem.de) 29. Feb 2016

Danke für den Hinweis, wir haben den Artikel überarbeitet!


Folgen Sie uns
       


AMD Ryzen 7 2700X - Test

Wie gut ist der Ryzen-Refresh? In Anwendungen schlägt er sich sehr gut und ist in Spielen oft überraschend flott. Besonders schön: die Abwärtskompatibilität.

AMD Ryzen 7 2700X - Test Video aufrufen
EU-Urheberrechtsreform: Wie die Affen auf der Schreibmaschine
EU-Urheberrechtsreform
Wie die Affen auf der Schreibmaschine

Nahezu wöchentlich liegen inzwischen neue Vorschläge zum europäischen Leistungsschutzrecht und zu Uploadfiltern auf dem Tisch. Sie sind dilettantische Versuche, schlechte Konzepte irgendwie in Gesetzesform zu gießen.
Ein IMHO von Friedhelm Greis

  1. Leistungsschutzrecht VG Media darf Google weiterhin bevorzugen
  2. EU-Verhandlungen Regierung fordert deutsche Version des Leistungsschutzrechts
  3. Fake News EU-Kommission fordert Verhaltenskodex für Online-Plattformen

Steam Link App ausprobiert: Games in 4K auf das Smartphone streamen
Steam Link App ausprobiert
Games in 4K auf das Smartphone streamen

Mit der Steam Link App lassen sich der Desktop und Spiele vom Computer auf Smartphones übertragen. Im Kurztest mit einem Windows-Desktop und einem Google Pixel 2 klappte das einwandfrei - sogar in 4K.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Valve Steam Spy steht nach Datenschutzänderungen vor dem Aus
  2. Insel Games Spielehersteller wegen Fake-Reviews von Steam ausgeschlossen
  3. Spieleportal Bitcoin ist Steam zu unbeständig und zu teuer

Kryptographie: Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator
Kryptographie
Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator

Einer der schwerwiegendsten Fehler in der Geschichte der Kryptographie beschäftigte vor zehn Jahren Nutzer der Debian-Distribution. Wenn man danach sucht, findet man noch heute vereinzelt verwundbare Schlüssel.
Von Hanno Böck


      •  /