Zertifikate: Google will vor SHA-1 warnen

Google will Zertifikate, die mit SHA-1 signiert sind, bis spätestens 2017 loswerden. Der Chrome-Browser wird bald entsprechende Warnungen anzeigen. SHA-1 gilt schon seit einigen Jahren als potentiell unsicher.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Google nutzt selbst noch SHA-1, will den Algorithmus aber bis 2017 loswerden.
Google nutzt selbst noch SHA-1, will den Algorithmus aber bis 2017 loswerden. (Bild: Screenshot)

Google will im Chrome-Browser vor Zertifikaten warnen, die mit dem Hashalgorithmus SHA-1 signiert und noch bis 2016 gültig sind. Google reagiert damit darauf, dass sehr viele Zertifizierungsstellen noch immer SHA-1-Zertifikate ausstellen und dies offenbar nicht ändern wollen. Seit 2004 ist bekannt, dass Kollisionsangriffe gegen SHA-1 prinzipiell möglich sind. In der Praxis ist ein solcher Angriff noch nicht durchgeführt worden, da er teure Spezialhardware erfordert. Für einen finanzstarken Angreifer wäre dies jedoch möglich.

Stellenmarkt
  1. IT-Inhouse Consultant (m/w/d)
    Elkamet Kunststofftechnik GmbH, Biedenkopf
  2. IT-Systemadministrator*in für Windows Server, SharePoint, SQL und RDS
    Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart
Detailsuche

Google-Entwickler Ryan Sleevi schreibt, dass die Abschaffung von SHA-1 besser ablaufen müsse als die von MD5. Bereits 1995 waren erste Schwächen im MD5-Algorithmus entdeckt worden, 2004 konnten Kollisionsangriffe gegen MD5 gezeigt werden. Damit war klar, dass der Algorithmus für digitale Signaturen nicht mehr verwendet werden sollte. Trotzdem nutzten die meisten Zertifizierungsstellen MD5 weiter, und noch 2008 gelang es einem Forscherteam dank der MD5-Schwäche, eine komplett gefälschte Zertifizierungsstelle zu erzeugen. Erst im Dezember 2011 konnte Chrome endgültig die Unterstützung für MD5-Zertifikate abschaffen.

In Diskussionen im CA/Browser-Forum hat sich laut Sleevi gezeigt, dass die Zertifizierungsstellen SHA-1 bislang nicht als signifikantes Risiko betrachten. Obwohl das CA/Browser-Forum schon 2011 Empfehlungen herausgegeben hat, SHA-1 nicht mehr zu nutzen, wird der Algorithmus weiter verwendet. Der einzig relevante Browser, der Zertifikate mit dem stärkeren Algorithmus SHA-256 nicht unterstützt, ist der Internet Explorer unter einem Windows XP ohne Service Pack 2.

Microsoft hat bereits im vergangenen Jahr angekündigt, 2017 die Unterstützung für SHA-1 einzustellen, jedoch bisher keine großen Änderungen umgesetzt. Sleevi deutet an, dass er befürchtet, Microsoft könnte von seinem Plan wieder abrücken.

Golem Akademie
  1. IT-Sicherheit für Webentwickler
    2.-3. November 2021, online
  2. Penetration Testing Fundamentals
    17.-18. Januar 2022, online
  3. Linux-Systeme absichern und härten
    8.-10. November 2021, online
Weitere IT-Trainings

Bei SHA-1-signierten Zertifikaten, die 2016 noch gültig sind, soll Chrome künftig ein verändertes Symbol für verschlüsselte Verbindungen anzeigen. Eine Warnung zum Wegklicken soll es nicht geben. SHA-1-Zertifikate, die auch 2017 noch gültig sind, sollen als "Mixed Content" behandelt werden. Das bedeutet: Eine Seite, die ein als sicher akzeptiertes Zertifikat besitzt, kann keine dynamischen Inhalte wie JavaScript von einer Seite einbinden, die ein solches schwaches Zertifikat besitzt.

Laut Statistiken von Google sind 14 Prozent der genutzten HTTPS-Zertifikate mit SHA-1 signiert und 2016 noch gültig. Sie wären somit von der Änderung betroffen. 6,2 Prozent sind selbst 2017 noch gültig. Das Zertifikat von Google.com ist ebenfalls mit SHA-1 signiert, läuft allerdings nur noch bis Oktober 2014.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Drucker
Ohne Tinte kein Scan - Klage gegen Canon

In den USA wurde eine Sammelklage gegen Canon eingereicht: Klagegrund ist, dass einige 3-in-1-Geräte nur scannen, wenn Tinte vorhanden ist.

Drucker: Ohne Tinte kein Scan - Klage gegen Canon
Artikel
  1. Streaming: Squid Game soll Netflix 900 Millionen US-Dollar bringen
    Streaming
    Squid Game soll Netflix 900 Millionen US-Dollar bringen

    Die südkoreanische Serie Squid Game ist dabei, sich zu Netflix' größtem Erfolg zu entwickeln: Die Survival-Serie bricht mehrere Rekorde.

  2. Microsoft: Xbox-Kühlschrank kostet 100 Euro
    Microsoft
    Xbox-Kühlschrank kostet 100 Euro

    Microsoft bringt wie angekündigt einen Minikühlschrank im Design der Xbox Series X auf den Markt, der auch nach Deutschland kommen wird.

  3. Silicon Valley: Apple entlässt #Appletoo-Aktivistin
    Silicon Valley
    Apple entlässt #Appletoo-Aktivistin

    Apple hat Janneke Parrish gekündigt, die sich für die Offenlegung von Diskriminierung in dem Unternehmen einsetzte. Auch Netflix entlässt offenbar eine Aktivistin.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 37% Rabatt auf Corsair-Produkte • Mehrwertsteuer-Aktion bei MediaMarkt • Crucial BX500 1 TB 69€ • Aerocool Aero One White 41,98€ • Creative Sound BlasterX G5 89,99€ • Alternate (u. a. AKRacing Core SX 248,99€) • Gamesplanet Anniv. Sale Classic & Retro [Werbung]
    •  /