Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Zeroe: Airbus baut an hybriden Wasserstoff-Flugzeugen

Airbus eröffnet in Großbritannien ein Zentrum zur Erforschung von Wasserstofftechnologien . Bis 2035 soll das eigene Zeroe- Flugzeug abheben.
/ Patrick Klapetz
8 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Eine künstlerische Darstellung der Zeroe-Flotte von Airbus (Bild: Airbus)
Eine künstlerische Darstellung der Zeroe-Flotte von Airbus Bild: Airbus

Der Flugzeughersteller Airbus hat vor wenigen Tagen die Errichtung eines neuen Zero Emission Development Centre (ZEDC, Zero-Emission-Entwicklungszentrum) für Wasserstofftechnologien bekanntgegeben. Das ZEDC soll in Filton im britischen Bristol angesiedelt werden.

Bereits im Juni 2021(öffnet im neuen Fenster) kündigte das Luftfahrtunternehmen an, seine Arbeiten zur Metallstrukturtechnologie in den ZEDC-Einrichtungen in Bremen und Nantes (Frankreich) zu bündeln. Das Ziel: die kostengünstige Herstellung der neuartigen metallenen Tieftemperaturtanks für die Wasserstofflagerung.

Damit soll eine erfolgreiche Markeinführung des eigenen Zeroe-Flugzeugs garantiert werden – einem Hybrid-Wasserstoff-Flugzeug, das durch die Verbrennung von Wasserstoff in modifizierten Gasturbinentriebwerken angetrieben werden soll.

Erster Test und kommerzieller Start sind bereits geplant

Laut Airbus ist der Tank "eine sicherheitskritische Komponente, für die eine spezielle Systemtechnik erforderlich ist." Denn der flüssige Wasserstoff (LH2) muss im Gegensatz zu Kerosin bei einer Temperatur von minus 250 Grad Celsius gelagert werden, damit sein Aggregatzustand beibehalten wird. Die Tanks müssen durch die Flüssiglagerung des LH2 eine höhere Dichte aushalten sowie den Temperatur- und Druckschwankungen für Flugzeuganwendung standhalten.

Reklame

Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

Jetzt bestellen bei Amazon (öffnet im neuen Fenster)

Die erfolgreiche Inbetriebnahme des Zeroe-Passagierflugzeugs von Airbus soll bis 2035 erfolgen . Die ersten Bodentests sollen bereits 2023 stattfinden und ein erster Flugtest könnte 2026 durchgeführt werden – vorausgesetzt, die Entwicklung der Technologie erfolgt wie geplant.

Fördergelder haben die Wahl des Standorts wohl begünstigt

Ganz uneigennützig ist die Ansiedlung in Großbritannien nicht. Die britische Regierung versprach dem Aerospace Technology Institute (Ati) nördlich von London für die nächsten drei Jahre 685 Millionen Pfund zur Förderung der Entwicklung von kohlenstofffreien und extrem emissionsarmen Flugzeugtechnologien. Das entspricht ungefähr 805 Millionen Euro, von denen auch das britische ZEDC profitieren soll. Außerdem wurde in Filton erst im Juni 2021 die 40 Millionen Pfund teure Forschungs- und Testeinrichtung Airtec eröffnet, die gemeinsam von Ati und Airbus finanziert wird.

Zudem soll die Technologieentwicklung im neuen britischen ZEDC bereits begonnen haben. Neben einzelnen Komponenten sollen auch ganze Systeme und kryogene Tests in Filton erfolgen.


Relevante Themen