Zero Rating: Verbraucherschützer und CCC kritisieren Vodafone Gigapass

Verbraucherschützer und der CCC wollen Vodafones Gigapass wegen Verstoßes gegen die Netzneutralität verbieten lassen. Damit würden Verbraucherinteressen geschädigt und kleine Anbieter benachteiligt.

Artikel veröffentlicht am , /
Das Vodafone-Zero-Rating-Angebot
Das Vodafone-Zero-Rating-Angebot (Bild: Vodafone)

Der Bundesverband Verbraucherzentrale (VZBV) fordert die Bundesnetzagentur auf, das Zero-Rating-Angebot Vodafone Gigapass zu verbieten. Das gaben die Verbraucherschützer am 30. Januar 2018 bekannt. Das Angebot verstoße gegen die Netzneutralität.

Stellenmarkt
  1. Gruppenleitung (m/w/d) Core Systems (Backoffice)
    ERGO Group AG, München
  2. Windows-Systemadministrator (m/w/d)
    Hays AG, Wiesbaden
Detailsuche

In den seit dem 26. Oktober 2017 verfügbaren Vodafone-Tarifen Red und Young werden vier verschiedene Vodafone-Pässe mit Zero Rating angeboten: Video-Pass, Music-Pass, Social-Pass und Chat-Pass. Darin bündelt Vodafone jeweils gängige Apps. Der Video-Pass kostet monatlich 10 Euro. Letzterer beinhaltet Zero-Rating für Amazon Prime Video, Netflix, Sky Go, Sky Ticket, Vevo und Vodafone GigaTV. Anders als das Zero-Rating-Angebot der Deutschen Telekom ist der Vodafone Gigapass nicht kostenlos.

Die Bundesnetzagentur erklärte im September 2017, das Zero-Rating-Angebot von Vodafone prüfen. "Die Bundesnetzagentur wird die neuen Vodafone-Tarife auf der Grundlage der gesetzlichen Vorgaben zur Netzneutralität prüfen und nach Abschluss dieser Prüfung entscheiden, ob beziehungsweise inwieweit Anpassungen erforderlich sind", sagte ein Sprecher der Wettbewerbsbehörde.

Vodafone Zero Rating

"Die Koalitionäre sollten sich darauf verständigen, dass die Bundesnetzagentur noch weitergehende Sanktionsmöglichkeiten für solche Zero-Rating-Angebote erhält. Das europäische Recht bietet genug Spielraum", sagte Lina Ehrig, Leiterin des Teams Digitales und Medien beim VZBV.

Unternehmen, die am Gigapass teilnehmen wollen, müssen rechtliche und technische Vorgaben von Vodafone akzeptieren. Das benachteilige vor allem kleine Unternehmen sowie nichtkommerzielle Initiativen und behindere technische Innovationen. Für Verbraucher auf der anderen Seite sei das Angebot sehr intransparent gestaltet und beinhalte einige Tücken. "Denn sie können sich negativ auf Wahlfreiheit, Angebotsvielfalt und Informationsfreiheit der Nutzer auswirken", erklärte Ehrig. "Was Verbrauchern wirklich nutzen würde, wäre ein grundsätzlich größeres Inklusivdatenvolumen für den monatlichen Grundpreis. Das ist in anderen europäischen Ländern längst Standard."

Sollte die Übertragungsgeschwindigkeit nach verbrauchtem Datenvolumen gedrosselt werden, gilt dies ebenfalls für den Vodafone-Pass.

CCC sieht eigene Angebote benachteiligt

Auch der Chaos Computer Club warnt in seiner Stellungnahme vor dem Angebot. "Ein Fortbestand solcher Zero-Rating-Angebote wie 'Vodafone Pass' untergräbt das Prinzip der Netzneutralität", heißt es darin. Schließlich bezahlten dabei nicht nur die Endkunden zusätzlich, sondern vor allem die Partner-Diensteanbieter, wenn sie ihr Angebot für die Endkunden attraktiv halten wollten. "Denn es besteht als Kunde von Vodafone ein klarer Anreiz, diese Partner zu bevorzugen und dabei das eigene Datenvolumen unangetastet zu lassen", schreibt der CCC.

Nichtkommerzielle Angebote, wie sie der CCC beispielsweise unter media.ccc.de oder als Streamingdienst bereitstelle, hätten dabei ein strukturelles Nachsehen und würden benachteiligt. "Der CCC hat jedoch ein hohes Interesse daran, seine Inhalte gemäß seiner Satzung als frei zugängliches, einfach lizenzierbares und kostenloses Bildungsangebot möglichst vielen Menschen anzubieten", schreibt der Club.

Die Bundesnetzagentur hatte im vergangenen Jahr bereits das Zero-Rating-Angebot Stream On der Deutschen Telekom geprüft. Dabei beanstandete die Regulierungsbehörde, dass die Telekom in bestimmten Tarifen die Videoqualität reduziert und die neuen EU-Roamingvorgaben nicht beachtet. Die Telekom lehnt die Auflagen der Bundesnetzagentur jedoch ab und will juristisch dagegen vorgehen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Screenshots zeigen neue Oberfläche
Windows 11 geleakt

Durch einen Leak der ISO von Microsofts Betriebssystem Windows 11 sind Details der Benutzeroberfläche inklusive des Startmenüs bekanntgeworden.

Screenshots zeigen neue Oberfläche: Windows 11 geleakt
Artikel
  1. Nightwatch: Kunststoffkugel macht Apple Watch zum besseren Wecker
    Nightwatch
    Kunststoffkugel macht Apple Watch zum besseren Wecker

    Mit Nightwatch ist der Nachtmodus der Apple Watch wesentlich besser zu sehen. Gleichzeitig bietet die Kugel Platz für das Ladegerät.

  2. Protest gegen VW: Greenpeace-Aktivist springt mit Gleitschirm ins EM-Stadion
    Protest gegen VW
    Greenpeace-Aktivist springt mit Gleitschirm ins EM-Stadion

    Vor Anpfiff des EM-Spiels Deutschland-Frankreich ist ein Motorschirmflieger im Stadion gelandet: Greenpeace forderte den Verbrennerausstieg von VW.

  3. Weltraumtourismus: Nasa bietet zweiwöchige Aufenthalte auf der ISS an
    Weltraumtourismus
    Nasa bietet zweiwöchige Aufenthalte auf der ISS an

    Die Nasa will den Trend zum Weltraumtourismus weiter vorantreiben und ermöglicht Zahlungswilligen künftig einen zweiwöchigen Urlaub auf der ISS.

user0345 31. Jan 2018

Cool Du hast recht :-)) Damals musste man nich für jeden MB zahlen und ganz schnell war...

krakos 31. Jan 2018

Selbst Österreicher lachen sich über unsere Anbieter schlapp.

Rob0815 30. Jan 2018

Der Unterschied ist auch, falls man mal aus Versehen auf einen Link kommt und der...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Saturn Super Sale (u. a. Samsung 65" QLED (2021) 1.294€) • MSI MAG274R2 27" FHD 144Hz 269€ • Dualsense Midnight Black + Ratchet & Clank Rift Apart 99,99€ • Apple iPads (u. a. iPad Pro 12,9" 256GB 909€) • Razer Naga Pro 119,99€ • Alternate (u. a. NZXT Kraken WaKü 109,90€) [Werbung]
    •  /