Zero: Meizu und der gescheiterte PR-Stunt

Nach der gescheiterten Crowdfunding-Kampagne für das komplett tastenlose Smartphone Meizu Zero behauptet Meizu-CEO Jack Wong nun, dass es sich nur um eine PR-Aktion gehandelt haben soll. Wirklich glaubwürdig erscheint das aber nicht - und selbst wenn, bliebe die Handlungsweise bedenklich.

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Alles nur ein Scherz: das Meizu Zero.
Alles nur ein Scherz: das Meizu Zero. (Bild: Meizu)

Ein Smartphone ohne Öffnungen und Tasten gab es bisher noch nicht, entsprechend interessiert war die Fachwelt an Meizus Plan für sein Model mit dem passenden Namen Zero. Das Zero sollte weder einen USB-Anschluss noch physische Buttons haben oder eine SIM-Karte verwenden. Alle Verbindungen würden drahtlos erfolgen, ebenso der Ladevorgang. Im Inneren sollte eine eSIM verbaut sein.

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Bei einem Preis von 1.300 US-Dollar für das Smartphone mit Snapdragon-845-SoC sank das Interesse dann aber offenbar schlagartig: Eine Crowdfunding-Kampagne mit dem Ziel von 100.000 US-Dollar endete mit nur 46.000 gesammelten US-Dollar. Alles nicht so schlimm, findet Meizu-Chef Jack Wong - es habe sich eh nur um eine PR-Aktion gehandelt.

In Meizus offiziellem Forum schreibt Wong, dass das Marketing-Team mit der Crowdfunding-Kampagne lediglich einen Scherz gemacht habe, wie Engadget berichtet. Das Smartphone ohne Öffnungen sei nur ein Entwicklungsprojekt der Forschungsabteilung gewesen, das nie in die Massenproduktion gehen sollte.

Diese Aussage ist in zweierlei Hinsicht problematisch: Entweder, Wong will mit dieser Aussage sein Unternehmen aus der Affäre ziehen, nachdem die Crowdfunding-Kampagne recht deutlich gescheitert ist. Dies wäre ein sehr durchsichtiges Manöver und einem international agierenden Großkonzern wie Meizu eigentlich nicht würdig. Pleiten gehören zum Geschäft, und Meizu wäre nicht das einzige Unternehmen, dem so etwas passiert ist.

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Oder aber Wong meint es ernst und Meizu hatte nie vor, das Projekt zu realisieren. Diese Option ist eigentlich die schlimmere: Der Hersteller müsste sich dann fragen lassen, ob die Aktion dem Unternehmen nicht sogar geschadet haben könnte. Mancher Nutzer wird es nicht besonders toll finden, von einem Hersteller derart auf den Arm genommen zu werden.

Marketing-Stunt auf Kosten der Glaubwürdigkeit

Ein Smartphone anzukündigen und anschließend eine Crowdfunding-Kampagne lediglich aus Publicity-Gründen anzusetzen, wäre äußerst schlechter Stil. Immerhin hat Meizu den Projekttyp Fixed Goal gewählt, die Unterstützer bekommen also ihr Geld zurück. Dennoch ist ein derartiger Schritt aus firmenpolitischer Sicht mehr als fraglich. Die Frage ist: Wie glaubwürdig sind Ankündigungen des Herstellers in Zukunft noch?

Dabei spielt es auch keine Rolle, dass letztlich nur knapp über 30 Personen das Meizu Zero bei Indiegogo unterstützt haben: Entscheidender dürfte sein, wie sich das Unternehmen im Nachgang verhalten hat. Wahrscheinlich wäre es am besten gewesen, wenn Wong sich nicht weiter zu der Sache geäußert hätte. Er und die PR-Abteilung von Meizu hatten in der Vergangenheit schon bessere Einfälle gehabt.

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