Zero: Meizu und der gescheiterte PR-Stunt

Nach der gescheiterten Crowdfunding-Kampagne für das komplett tastenlose Smartphone Meizu Zero behauptet Meizu-CEO Jack Wong nun, dass es sich nur um eine PR-Aktion gehandelt haben soll. Wirklich glaubwürdig erscheint das aber nicht - und selbst wenn, bliebe die Handlungsweise bedenklich.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Alles nur ein Scherz: das Meizu Zero.
Alles nur ein Scherz: das Meizu Zero. (Bild: Meizu)

Ein Smartphone ohne Öffnungen und Tasten gab es bisher noch nicht, entsprechend interessiert war die Fachwelt an Meizus Plan für sein Model mit dem passenden Namen Zero. Das Zero sollte weder einen USB-Anschluss noch physische Buttons haben oder eine SIM-Karte verwenden. Alle Verbindungen würden drahtlos erfolgen, ebenso der Ladevorgang. Im Inneren sollte eine eSIM verbaut sein.

Stellenmarkt
  1. Software Architect Cyber Security (m/w / divers)
    Continental AG, Regensburg
  2. Referent Digitale Produkte & Services (m/w/d)
    Brückner Servtec GmbH, Siegsdorf
Detailsuche

Bei einem Preis von 1.300 US-Dollar für das Smartphone mit Snapdragon-845-SoC sank das Interesse dann aber offenbar schlagartig: Eine Crowdfunding-Kampagne mit dem Ziel von 100.000 US-Dollar endete mit nur 46.000 gesammelten US-Dollar. Alles nicht so schlimm, findet Meizu-Chef Jack Wong - es habe sich eh nur um eine PR-Aktion gehandelt.

In Meizus offiziellem Forum schreibt Wong, dass das Marketing-Team mit der Crowdfunding-Kampagne lediglich einen Scherz gemacht habe, wie Engadget berichtet. Das Smartphone ohne Öffnungen sei nur ein Entwicklungsprojekt der Forschungsabteilung gewesen, das nie in die Massenproduktion gehen sollte.

Diese Aussage ist in zweierlei Hinsicht problematisch: Entweder, Wong will mit dieser Aussage sein Unternehmen aus der Affäre ziehen, nachdem die Crowdfunding-Kampagne recht deutlich gescheitert ist. Dies wäre ein sehr durchsichtiges Manöver und einem international agierenden Großkonzern wie Meizu eigentlich nicht würdig. Pleiten gehören zum Geschäft, und Meizu wäre nicht das einzige Unternehmen, dem so etwas passiert ist.

Golem Karrierewelt
  1. LPI DevOps Tools Engineer – Prüfungsvorbereitung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    15./16.12.2022, Virtuell
  2. Deep Dive: Data Governance Fundamentals: virtueller Ein-Tages-Workshop
    22.02.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Oder aber Wong meint es ernst und Meizu hatte nie vor, das Projekt zu realisieren. Diese Option ist eigentlich die schlimmere: Der Hersteller müsste sich dann fragen lassen, ob die Aktion dem Unternehmen nicht sogar geschadet haben könnte. Mancher Nutzer wird es nicht besonders toll finden, von einem Hersteller derart auf den Arm genommen zu werden.

Marketing-Stunt auf Kosten der Glaubwürdigkeit

Ein Smartphone anzukündigen und anschließend eine Crowdfunding-Kampagne lediglich aus Publicity-Gründen anzusetzen, wäre äußerst schlechter Stil. Immerhin hat Meizu den Projekttyp Fixed Goal gewählt, die Unterstützer bekommen also ihr Geld zurück. Dennoch ist ein derartiger Schritt aus firmenpolitischer Sicht mehr als fraglich. Die Frage ist: Wie glaubwürdig sind Ankündigungen des Herstellers in Zukunft noch?

Dabei spielt es auch keine Rolle, dass letztlich nur knapp über 30 Personen das Meizu Zero bei Indiegogo unterstützt haben: Entscheidender dürfte sein, wie sich das Unternehmen im Nachgang verhalten hat. Wahrscheinlich wäre es am besten gewesen, wenn Wong sich nicht weiter zu der Sache geäußert hätte. Er und die PR-Abteilung von Meizu hatten in der Vergangenheit schon bessere Einfälle gehabt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cybermonday
CPU-Kaufberatung für Spieler

Wir erklären, wann sich ein neuer Prozessor wirklich lohnt und wann man doch lieber warten oder in eine Grafikkarte investieren sollte.
Von Martin Böckmann

Cybermonday: CPU-Kaufberatung für Spieler
Artikel
  1. Netzwerkprotokoll: Was Admins und Entwickler über IPv6 wissen müssen
    Netzwerkprotokoll
    Was Admins und Entwickler über IPv6 wissen müssen

    Sogar für IT-Profis scheint das Netzwerkprotokoll IPv6 oft ein Buch mit sieben Siegeln - und stößt bei ihnen nicht auf bedingungslose Liebe. Wir überprüfen die Vorbehalte in der Praxis und geben Tipps.
    Von Jochen Demmer

  2. Tintenstrahldrucker: Epson baut keine Laserdrucker mehr
    Tintenstrahldrucker
    Epson baut keine Laserdrucker mehr

    Epson baut aus Umweltgründen künftig keine Laserdrucker mehr und konzentriert sich nur noch auf die Entwicklung und Produktion von Tintenstrahldruckern.

  3. Black Friday 2022: Heute letzte Chance auf Deals
     
    Black Friday 2022: Heute letzte Chance auf Deals

    Die Black Friday Woche endet und bietet heute mit dem Cyber Monday die letzte Chance auf Deals bei Amazon, Media Markt, Saturn, Lego und Co.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Monday bei Media Markt & Saturn • Nur noch heute: Black Friday Woche bei Amazon & NBB • MindStar: Intel Core i7 12700K 359€ • Gigabyte RX 6900 XT 799€ • Xbox Series S 222€ • Gamesplanet Winter Sale - neue Angebote • WD_BLACK SN850 1TB 129€ [Werbung]
    •  /