Abo
  • Services:

Zero G: Ein Flugzeug für die Schwerelosigkeit

Dann hebt er ab und völlig schwerelos schwebt der Wissenschaftler durch das Parabelflugzeug. Golem.de hat sich das DLR-Forschungsflugzeug angeschaut, aber unter irdischen Bedingungen.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Während des Parabelflugs werden wissenschaftliche Experimente durchgeführt.
Während des Parabelflugs werden wissenschaftliche Experimente durchgeführt. (Bild: DLR)

Wo früher Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel saßen, schweben heute Forscher und Astronauten herum und forschen für die Raumfahrt - zumindest kurzzeitig: Das Forschungsflugzeug Zero G, mit dem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Parabelflüge durchführt, ist ein ehemaliges Regierungsflugzeug. Golem.de hat es sich auf der Internationalen Luft -und Raumfahrtausstellung (Ila) angeschaut.

Inhalt:
  1. Zero G: Ein Flugzeug für die Schwerelosigkeit
  2. Zero G war ein Kanzlerflugzeug

Ulrike Friedrich, Projektleiterin der Parabelflüge im Raumfahrtmanagement des DLR, zeigt uns das Spezialflugzeug. Ein Parabelflug ist ein besonderes Flugmanöver, bei dem für eine kurze Zeit Schwerelosigkeit erzeugt wird. Das ist für die Menschen, die sie erleben, eine enorme Belastung. Für das Flugzeug auch.

Erst herrscht doppelte, dann keine Schwerkraft

Eine Parabel beginnt mit einem Steigflug. Pilot Stéphane Pichené lässt das Flugzeug in einem Winkel von etwa 45 Grad steigen. In dieser Phase herrscht fast die doppelte Schwerkraft - alles wiegt also doppelt so viel wie auf der Erde. Dann drosselt Pichené die Triebwerke und legt den Steuerknüppel nach vorn. Das Flugzeug wird langsamer, steigt noch für eine kurze Zeit und geht danach in Sinkflug über.

  • Der Airbus A310 Zero G auf dem Flughafen Bordeaux-Mérignac. Dort ist er stationiert. (Foto: DLR, CC-BY 3.0)
  • Das DLR hat das Forschungsflugzeug auf der Ila 2016 in Berlin präsentiert. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Flugzeug ersetzt den alten Parabelflieger, einen Airbus A300. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • In dem Airbus A310 waren früher Kanzler und Minister unterwegs. (Foto: DLR, CC-BY 3.0)
  • Heute ist der Innenraum weitgehend leer. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Boden, Decke, Wände und Haltestangen sind gut gepolstert. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Bei einem Parabelflug ist die Fläche vollgestellt mit Ausrüstung für wissenschaftliche Experimente. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Beispiel für ein Experiment (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Der Airbus A310 Zero G auf dem Flughafen Bordeaux-Mérignac. Dort ist er stationiert. (Foto: DLR, CC-BY 3.0)


In dieser Phase ist in der Maschine die Schwerkraft weitgehend aufgehoben. Alles in ihrem Inneren, was nicht festgezurrt ist, hebt ab und schwebt. Wenn die Flugzeugnase 45 Grad nach unten weist, fängt Pichené das Flugzeug ab und bringt es wieder in die normale horizontale Fluglage. Es folgt eine kurze Übergangsphase. Dabei herrscht wieder, wie vor der Schwerelosigkeit, Hyperschwerkraft.

Landen beansprucht das Flugzeug stärker

Stellenmarkt
  1. Klinikum Landkreis Tuttlingen, Tuttlingen
  2. Bühler Alzenau GmbH, Leipzig

Die Parabelflüge beanspruchen das Flugzeug deutlich stärker als der normale Flugbetrieb. Doch eine gute Maschine hält das ohne größere Umbauten aus. "Das ist ein ganz normaler kommerzieller Airbus", sagt Friedrich. "Diese Flugzeuge sind so robust, dass an der Struktur nichts speziell für die Parabelflüge verändert werden musste."

Auf den ersten Blick durch die hintere Tür unterscheidet sich der Airbus A310 folglich nicht von anderen Flugzeugen dieses Typs. Erst der Blick um die Ecke offenbart das Ungewöhnliche: Die ersten Sitzreihen sehen noch ganz normal aus. Doch dahinter folgt ein Fangnetz und dahinter bis zum Cockpit: nichts.

Das Flugzeug ist leer

Wo sich sonst Sitzreihe hinter Sitzreihe drängt, ist dieses Flugzeug leer. Die Freifläche ist mit weichen weißen Matratzen ausgelegt, auf dem Fußboden ebenso wie an der Innenwand und der Decke des Passagierraums. Links und rechts läuft jeweils eine Haltestange, ebenfalls dick gepolstert. "Damit sich die Wissenschaftler nicht verletzen, wenn sie mal irgendwo hinschweben, vor allem dann, wenn die Schwerkraft wiederkommt", erklärt Friedrich.

Den Umbau des Innenraums übernahm Lufthansa Technik in Hamburg, baute Sitze aus, Polster und Steckdosen für die Experimente ein. "Aber das sind wirklich Kleinigkeiten, die da für die Experimente hergerichtet wurden", sagt die Projektleiterin. Das Unternehmen hatte im Vorjahr auch das fliegende Teleskop Sofia überholt. Dessen Mission haben das DLR und die US-Raumfahrtbehörde Nasa auf der Ila gerade bis zum Jahr 2020 verlängert.

Zero G war ein Kanzlerflugzeug 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 34,99€

keböb 14. Jun 2016

Ignorier mal die Tipps in den anderen Posts mit den harten Drogen, das ist mit Kanonen...

Anonymer Nutzer 10. Jun 2016

kT

MrKlein 10. Jun 2016

Geil Danke! Villeicht hab ich die Kohle ja irgendwann mal übrig :) Findet aber ziemlich...

wp (Golem.de) 10. Jun 2016

Danke für den Hinweis. Ist geändert. Werner Pluta (Golem.de)


Folgen Sie uns
       


Lenovo Thinkpad X1 Extreme - Hands on (Ifa 2018)

Das Lenovo Thinkpad X1 Extreme wird das neue Top-Notebook des Unternehmens. Wir haben es samt Docking-Station auf der Ifa 2018 ausprobiert.

Lenovo Thinkpad X1 Extreme - Hands on (Ifa 2018) Video aufrufen
Lenovo Thinkpad T480s im Test: Das trotzdem beste Business-Notebook
Lenovo Thinkpad T480s im Test
Das trotzdem beste Business-Notebook

Mit dem Thinkpad T480s verkauft Lenovo ein exzellentes 14-Zoll-Business-Notebook. Anschlüsse und Eingabegeräte überzeugen uns - leider ist aber die CPU konservativ eingestellt und ein gutes Display kostet extra.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Thinkpad E480/E485 im Test AMD gegen Intel in Lenovos 14-Zoll-Notebook
  2. Lenovo Das Thinkpad P1 ist das X1 Carbon als Workstation
  3. Thinkpad Ultra Docking Station im Test Das USB-Typ-C-Dock mit robuster Mechanik

Gesetzesentwurf: So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen
Gesetzesentwurf
So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen

Obwohl nach Inkrafttreten der DSGVO eine Abmahnwelle ausgeblieben ist, will Justizministerin Barley nun gesetzlich gegen missbräuchliche Abmahnungen vorgehen. Damit soll auch der "fliegende Gerichtsstand" im Wettbewerbsrecht abgeschafft werden.
Von Friedhelm Greis


    Zukunft der Arbeit: Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat
    Zukunft der Arbeit
    Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat

    Millionen verlieren ihren Job, aber die Gesellschaft gewinnt dabei trotzdem: So stellen sich die Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens die Zukunft vor. Wie soll das gehen?
    Eine Analyse von Daniel Hautmann

    1. Verbraucherschutzminister Kritik an eingeschränktem Widerspruchsrecht im Online-Handel
    2. Bundesfinanzminister Scholz warnt vor Schnellschüssen bei Digitalsteuer
    3. Sommerzeit EU-Kommission will die Zeitumstellung abschaffen

      •  /