Abo
  • IT-Karriere:

Zero-Day-Lücken: Angreifer verraten sich durch Virustotal-Upload

Zwei Sicherheitslücken im Adobe Reader und in Windows hätten für raffinierte Angriffe auf Windows-Rechner missbraucht werden können. Jedoch verrieten sich die Angreifer dadurch, dass sie ihre exklusiven Zero-Days selbst beim Dienst Virustotal einstellten.

Artikel veröffentlicht am ,
Noch einmal Glück gehabt: Die Sicherheitslücken wurden nicht ausgenutzt.
Noch einmal Glück gehabt: Die Sicherheitslücken wurden nicht ausgenutzt. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de/CC0 1.0)

Zwei Zero-Day-Lücken, die von Microsoft und Adobe am Patch Tuesday im Mai geschlossen wurden, waren Teil eines raffinierten Angriffsszenarios auf Windows-PCs. Die bis dato unbekannten Lücken in Windows und im Adobe Reader hätten zusammen dazu missbraucht werden können, Windows-7-Nutzer anzugreifen - hätten die unbekannten Angreifer sie nicht beim Online-Scanner Virustotal hochgeladen. Die Sicherheitsfirma Eset entdeckte den Angriffsvektor und arbeitete mit Microsoft und Adobe zusammen, um die Lücken zu schließen, bevor sie Schaden anrichten konnten.

Stellenmarkt
  1. Börse Stuttgart GmbH, Stuttgart
  2. Formel D GmbH, München

Die Angreifer hatten bereits ein PDF-Dokument gebaut, um beide Lücken zu kombinieren. Der Einschätzung der Sicherheitsforscher nach zeigten sie großes Geschick dabei. Glücklicherweise unterlief ihnen jedoch ein Fehler und sie luden, vielleicht zu Testzwecken, ihre PDF-Datei bei Virustotal hoch. Da diverse Antiviren-Hersteller die beim Online-Scanner hochgeladenen Dokumente automatisch auf neuartige Malware und Sicherheitslücken durchsuchen, blieben die Zero-Days nicht lange geheim.

Der fertige Angriff hätte wohl so ausgesehen, dass das PDF-Dokument an ein Opfer verschickt wird. Öffnet es die mit Javascript versehene Datei, erhält der Angreifer Lese- und Schreibrechte auf den Speicher des Systems. Diese kann er dazu missbrauchen, eigenen Schadcode auszuführen. Daraufhin kann er die Windows-Lücke nutzen, um aus der Javascript-Sandbox auszubrechen und seinem Schadcode Systemrechte zu verschaffen. Nach dem Öffnen der bösartigen PDF nimmt der Angriff also ohne weitere Nutzer-Interaktion seinen Lauf und das System des Opfers steht unter der Kontrolle der Angreifer. Allerdings sind alle Microsoft-Betriebssysteme ab Windows 8 immun gegen den zweiten Teil des Angriffs.

Die PDF-Datei, die Eset in die Hände fiel, hätte in der vorliegenden Form nicht richtig funktioniert, da sie keine Exploit Payload enthielt. Das deutet darauf hin, dass die unbekannten Angreifer noch an ihrer Technik gearbeitet haben, als der Upload auffiel. Die durch Microsoft und Adobe knapp einen Monat später ausgelieferten Updates konnten also höchstwahrscheinlich den Missbrauch der Zero-Days rechtzeitig verhindern. Zero-Days sind Geld wert. Angreifer können sie an den Meistbietenden versteigern. Attraktiv sind die Angriffe, da sich Opfer gegen sie nur schwer verteidigen können, denn für die angegriffenen Systeme gibt es zum Zeitpunkt des ersten Angriffs keine Patches.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 429,00€
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. ab 369€ + Versand
  4. 239,00€

altuser 07. Jul 2018

War auch eine von zwei Varianten, die ich im Hinterkopf habe. Variante 2: Es gibt jetzt...

altuser 07. Jul 2018

Und die Zeichen sind geheim oder warum postest Du sie hier nicht?

My1 05. Jul 2018

für viele "normale" validierungen ließe sich im PDF standard was regeln, sodass es bspw...

TheUnichi 04. Jul 2018

Was soll das sein? Ich finde nur eine GitHub library, "A simpler and mockable gocql...

andy01q 04. Jul 2018

Whitehat findet einen üblen 0-day und denkt darüber nach den auf üblichem Weg zu...


Folgen Sie uns
       


Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test

Der Mercedes GLC F-Cell ist eines der wenigen Serienfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Wir haben das Auto getestet.

Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test Video aufrufen
Kickstarter: Scheitern in aller Öffentlichkeit
Kickstarter
Scheitern in aller Öffentlichkeit

Kickstarter ermöglicht es kleinen Indie-Teams, die Entwicklung ihres Spiels zu finanzieren. Doch Geld allein ist nicht genug, um alle Probleme der Spieleentwicklung zu lösen. Und was, wenn das Geld ausgeht?
Ein Bericht von Daniel Ziegener

  1. Killerwhale Games Verdacht auf Betrug beim Kickstarter-Erfolgsspiel Raw
  2. The Farm 51 Chernobylite braucht Geld für akkurates Atomkraftwerk
  3. E-Pad Neues Android-Tablet mit E-Paper-Display und Stift

Ryzen 3900X/3700X im Test: AMDs 7-nm-CPUs lassen Intel hinter sich
Ryzen 3900X/3700X im Test
AMDs 7-nm-CPUs lassen Intel hinter sich

Das beste Prozessor-Design seit dem Athlon 64: Mit den Ryzen 3000 alias Matisse bringt AMD sehr leistungsstarke und Energie-effiziente CPUs zu niedrigen Preisen in den Handel. Obendrein laufen die auch auf zwei Jahre alten sowie günstigen Platinen mit schnellem DDR4-Speicher.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Ryzen 3000 BIOS-Updates schalten PCIe Gen4 für ältere Boards frei
  2. Mehr Performance Windows 10 v1903 hat besseren Ryzen-Scheduler
  3. Picasso für Sockel AM4 AMD verlötet Ryzen 3400G für flottere iGPU

Orico Enclosure im Test: Die NVMe-SSD wird zum USB-Stick
Orico Enclosure im Test
Die NVMe-SSD wird zum USB-Stick

Wer eine ältere NVMe-SSD über hat, kann diese immer noch als sehr schnellen USB-Stick verwenden: Preiswerte Gehäuse wie das Orico Enclosure nehmen M.2-Kärtchen auf, der Bridge-Chip könnte aber flotter sein.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Server Supermicro mit Chassis für 40 E1.S-SSDs auf 2 HE
  2. Solid State Drive Longsys entwickelt erste SSD nur mit chinesischen Chips
  3. SSDs Samsung 970 Pro mit 2TB und WD Blue 3D mit 4TB

    •  /