Zero-Day-Lücke: Kiteworks rät Kunden zur Abschaltung von Servern
Der Softwareanbieter Kiteworks hat seinen Kunden Ende vergangener Woche empfohlen, ihre auf Software des Unternehmens basierenden Systeme offline zu nehmen. Zuvor hatte der Anbieter von Sicherheitsanwendungen eine nach seiner Einschätzung "glaubwürdige Bedrohungsinformation" von US-Sicherheitsbehörden erhalten. Demnach bestand ein konkretes Risiko für Cyberangriffe auf Kiteworks-Nutzer.
Eine während der Abschaltung durchgeführte Analyse offenbarte eine zuvor unbekannte Sicherheitslücke, die Kiteworks als kritisch einstuft. Sie soll allerdings nur Konfigurationen der Kiteworks-Software betreffen, die bei weniger als einem Prozent der Kunden aktiv sind. Zudem sei die Zeit genutzt worden, um einen Patch zu entwickeln und eine zusätzliche Schutzebene für alle Umgebungen einzurichten.
Bisher keine Hinweise auf eine Ausnutzung der Lücke
In einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) betont das Unternehmen, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die Sicherheitslücke ausgenutzt worden sei. "Kunden aufzufordern, Produktionssysteme offline zu nehmen, ist keine Entscheidung, die ein Anbieter leichtfertig trifft", sagte Frank Balonis, Chief Information Security Officer bei Kiteworks. "Wir haben sie dennoch getroffen, denn wenn die Wahl zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit steht, sind Kundendaten nichts, womit wir bereit sind, ein Risiko einzugehen. Diese Entscheidung hat alles Weitere erst möglich gemacht. Wir würden morgen wieder dieselbe Entscheidung treffen, um die Daten unserer Kunden zu schützen."
Die Empfehlung zur Abschaltung der Systeme nahm Kiteworks nach rund zwei Tagen wieder zurück. "Falls Sie die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen haben, können Sie Ihr Kiteworks-System nun wieder in Betrieb nehmen", teilte das Unternehmen am Sonntag mit(öffnet im neuen Fenster). Auch seien alle Systeme, die Kiteworks im Auftrag von Kunden hoste, wieder im Betrieb und liefen normal.
Beseitigt wurde die Zero-Day-Lücke mit dem Release 9.5.1. Alle weiteren Kiteworks-Produkte wie Zivver, Dracoon, Totemo, Owncloud, Wamnet, Maytech, Bonfy.ai und 123 Formbuilder waren nach Unternehmensangaben nicht betroffen.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.