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Zensur: Türkische Provider blockieren Tor

Kein Zugang mehr zu gesperrten Seiten: Türkische Provider haben auf Anweisung der Regierung Dienste gesperrt, mit denen sich Website-Blockaden umgehen lassen. Die Zensurmaßnahmen scheinen erfolgreich.
/ Werner Pluta
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Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan: Regierung verschärft Zensur. (Bild: Michael Nagle/Bloomberg via Getty Images)
Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan: Regierung verschärft Zensur. Bild: Michael Nagle/Bloomberg via Getty Images

Das Anonymisierungsnetzwerk The Onion Router (Tor) ist in der Türkei praktisch nicht mehr nutzbar. Internet Service Provider (ISP) blockieren das System auf Anweisung der Regierung. Das berichtet das Projekt Turkey Blocks(öffnet im neuen Fenster) . Tor kann dazu genutzt werden, um Zensurmaßnahmen zu umgehen.

Nach dem gescheiterten Putsch im Sommer hat die Regierung Zensurmaßnahmen verhängt. Wiederholt wurden diverse Cloud-Dienste, darunter Github, Dropbox und Google Drive, gesperrt . Sie waren nur noch über virtuelle private Netze (VPN) zu erreichen.

Regierung lässt VPN blockieren

Im Zuge einer weiteren Verschärfung der Zensur hat die Regierung im vergangenen Monat die ISP angewiesen, VPN zu blockieren. Anfang Dezember erhöhte die Regierung den Druck auf die ISP, ihrer Anweisung Folge zu leisten und die Blockade einzuführen, damit Nutzer gesperrte Dienste wie Twitter oder Whatsapp nicht weiter nutzen können.

Gleichzeitig hätten immer mehr Tor-Nutzer über Verbindungsprobleme berichtet, schreibt Turkey Blocks. Daraufhin habe die Organisation Nachforschungen angestellt. Demnach setzen die ISP Deep Packet Inspection ein, um nach Paketen mit der Signatur von Tor zu suchen und diese zu sperren.

In der Standardkonfiguration sei Tor wenn auch nicht vollständig so doch weitgehend gesperrt, resümiert Turkey Blocks. Im Bridge-Modus sei das Netz noch nutzbar. Allerdings verlangsamten einige ISP diese Verbindungen.


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