Zensur: Russland blockiert wohl gezielt HTTP/3 und Quic

Mit der wachsenden Nutzung von Quic und HTTP/3 steigen auch die Bemühungen, die Protokolle zu blockieren, wie eine Untersuchung zeigt.

Artikel veröffentlicht am ,
Internetblockaden betreffen inzwischen auch HTTP/3 und Quic.
Internetblockaden betreffen inzwischen auch HTTP/3 und Quic. (Bild: Tim Wimborne/File Photo/Reuters)

Das Open Observatory of Network Interference (OONI) hat eine Zusammenfassung der Forschungsarbeiten von Kathrin Elmenhorst zur weltweiten staatlichen Zensur der Protokolle Quic und HTTP/3 veröffentlicht. Demnach gelang es den Beteiligten, noch im März Untersuchungen in Russland durchzuführen, die zeigen, dass in dem Land wohl der gesamte HTTP/3-Netzwerkverkehr blockiert wird.

Stellenmarkt
  1. Software Developer für Anwendungen und Schnittstellen (m/w / divers)
    Continental AG, Villingen
  2. Senior SAP Consultant (w/m/d) HCM
    VRG HR GmbH', verschiedene Einsatzorte (Home-Office möglich)
Detailsuche

Die einzige Ausnahme davon sei das vor allem in Russland beliebte soziale Netzwerk Vkontakte. Die Blockierbemühungen hätten demzufolge außerdem am 4. März begonnen, also nur wenigen Tage nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine. Zu den konkret in Russland genutzten Filtern für die Zensurumsetzung heißt es in dem Bericht, dass offenbar sämtlicher internationaler Netzwerkverkehr über HTTP/3 und Quic in Russland von vornherein blockiert wird.

Darüber hinaus komme offenbar eine Deep Packet Inspection zum Einsatz, um die Server Name Indication (SNI) zu verarbeiten. Dies werde für nationalen und internationalen Netzwerkverkehr umgesetzt. Falls der in der SNI enthaltene Hostname auf einer Sperrliste stehe, würden dann auch die entsprechenden Domains blockiert. Abgesehen davon zeigten die weltweit gesammelten Daten aber, dass diese Art der technisch möglichen Zensur über SNI in Quic und HTTP/3 bisher nur wenig genutzt werde.

Die Untersuchungen für die Blockierbemühungen beziehen sich neben Russland auch auf andere für ihre bisherige Internetzensur bekannte Länder. Überraschend dabei dürfte sein, dass etwa China oder der Iran keine spezifischen Filter oder Systeme einsetzen, um HTTP/3 oder Quic zu blockieren. Das gelte ebenso für Kasachstan oder Venezuela. In Indien werden dem Bericht zufolge gezielt UDP-Endpunkte blockiert, die Zensurbemühung in Uganda seien noch nicht weit ausgereift.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


lunarix 22. Jun 2022 / Themenstart

Und deshalb wurde die Deutsche Welle in Russland verboten - aber hey, dann ist es ja...

andy848484 21. Jun 2022 / Themenstart

Welchen Hintergrund hat es ein bestimmtes Protokoll zu sperren? Ich verstehe den...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Microsoft
Exchange Server von gut versteckter Hintertür betroffen

Sicherheitsforscher haben eine Backdoor gefunden, die zuvor gehackte Exchange-Server seit 15 Monaten zugänglich hält.

Microsoft: Exchange Server von gut versteckter Hintertür betroffen
Artikel
  1. Wochenrückblick: Solide Leistung
    Wochenrückblick
    Solide Leistung

    Golem.de-Wochenrückblick Der M2-Chip im Test und Neues von Sony und VW: die Woche im Video.

  2. US-Streaming: Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat
    US-Streaming
    Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat

    Netflix hat zunehmend Probleme, neue Abonnenten zu halten. Der Anteil an Neukunden, die nach einem Monat wieder kündigen, steigt.

  3. Ayn Loki Zero: Dieses PC-Handheld kostet nur 200 US-Dollar
    Ayn Loki Zero
    Dieses PC-Handheld kostet nur 200 US-Dollar

    Es ist das bisher günstigste Modell in einer Reihe von vielen: Der Loki Zero mit 6-Zoll-Display nutzt einen Athlon-Prozessor mit Vega-Grafik.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gigabyte RX 6800 679€ • Samsung SSD 2TB (PS5-komp.) 249,90€ • MindStar (Zotac RTX 3090 1.399€) • Top-Spiele-PC mit AMD Ryzen 7 RTX 3070 Ti 32GB 1.700€ • Nanoleaf günstiger • Alternate (TeamGroup DDR4-3600 16GB 49,99€) Switch OLED günstig wie nie: 333€ [Werbung]
    •  /