Zensur: Russland blockiert Protonmail, Mailbox.org soll folgen

Seit kurzem wird der E-Mail-Dienst Protonmail wieder in Russland blockiert, auch für Mailbox.org wurde eine Sperre beantragt. Beide Mailanbieter weisen die Blockade-Begründungen der russischen Telekommunikationsbehörde entschieden zurück.

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Briefkästen in der russischen Stadt Rostow
Briefkästen in der russischen Stadt Rostow (Bild: Igor Klisov/CC-BY 2.0)

Russland hat erneut den E-Mail-Dienst Protonmail blockiert. Dies bestätigte die russische Telekommunikationsbehörde Roskomnadzor am 29. Januar 2020. Protonmail habe nicht mit der Telekommunikationsbehörde kooperiert. Auch der E-Mail-Anbieter Mailbox.org soll in Russland blockiert werden, ein entsprechender Antrag sei von Roskomnadzor gestellt worden, erklärt Mailbox.org.

Bereits vor knapp einem Jahr wurden mehrere Protonmail-Server in Russland blockiert. Hintergrund sollen Bombendrohungen sein, die zu einer Evakuierung von mehreren Schulen und Regierungsgebäuden geführt haben. Die Drohungen sollen über Protonmail versandt worden sein. Roskomnadzor wirft Protonmail vor, auf Anfrage die Auskunft zu den verwendeten Mailkonten verwehrt zu haben. Der Mailanbieter betont jedoch, bisher keine Anfragen von russischen Behörden erhalten zu haben. Zudem würde eine Blockade des Mailanbieters nicht gegen Bombendrohungen helfen, vielmehr würde den russischen Bürgern eine privatsphärefreundliche Kommunikation verwehrt.

"Wir kontaktieren die zuständigen Behörden, damit die Blockade so schnell wie möglich aufgehoben wird", schreibt Protonmail. Derweil rät der E-Mail-Anbieter seinen Nutzern in Russland, Protonmail über das Tor-Netzwerk zu verwenden. Neben Protonmail soll auch der hauseigene VPN-Dienst ProtonVPN von der Blockade betroffen sein, heißt es auf Twitter.

Mailbox.org klagt gegen bevorstehende Blockade

Am 29. Dezember 2019 habe Roskomnadzor eine Sperrverfügung gegen Mailbox.org vor Gericht beantragt, erklärt der E-Mail-Anbieter. Bereits im Herbst seien entsprechende Pläne durchgesickert. Im Kern verlange die Telekommunikationsbehörde, dass sich Mailbox.org in das Verzeichnis der russischen Telekommunikationsanbieter eintrage, da der E-Mail-Dienst auch aus Russland zu erreichen sei, schreibt Mailbox.org. "Wir hingegen sehen das anders, da wir weder über eine russischsprachige Webseite verfügen noch IT-Systeme in Russland unterhalten noch russische Kundenkreise ansprechen. Aus diesem Grund sehen wir keinerlei Verpflichtung zur Registrierung".

Mailbox.org habe sich dazu entschlossen, juristisch gegen den Antrag vorzugehen. Ein Prozesstermin sei bereits am 5. Februar 2020. " Wir sehen es als unsere Aufgabe an, hier aus grundsätzlichen gesellschaftlichen Erwägungen diesem Treiben etwas entgegenzusetzen und für eine freie, sichere Kommunikation einzutreten", erklärt Mailbox.org. Sollte es dennoch zu einer Sperre kommen, werde Mailbox.org Gegenmaßnahmen einleiten. Derweil baut Russland sein eigenes Staatsnetz und eine Alternative zu Wikipedia auf.

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