Zensur: Iran will Google und Gmail blockieren

Iranische Internetnutzer sollen ohne Google und Gmail auskommen. Die Behörden wollen den Zugang zu den Diensten sperren. Angeblich haben Nutzer sie wegen eines auf Youtube veröffentlichten antiislamischen Videos dazu aufgefordert.

Artikel veröffentlicht am ,
Iranerin in einem Internetcafé in Teheran: Sicherheit durch Abschottung?
Iranerin in einem Internetcafé in Teheran: Sicherheit durch Abschottung? (Bild: Atta Kenara/AFP/Getty Images)

Die iranischen Behörden wollen den Zugang zu Google und dem E-Mail-Dienst Gmail sperren. Beide Dienste sollen bis auf weiteres gesperrt werden, erklärte Abdolsamad Khoramabadi, ein Mitarbeiter der für die Internetzensur zuständigen Behörde.

Stellenmarkt
  1. Teamleiter IT-Service Desk (m/w/d)
    Hays AG, München
  2. Software Entwickler für Backend, Frontend oder Fullstack - Java / Angular (m/w/d)
    BITS GmbH, München
Detailsuche

Als Anlass für die Maßnahme nähmen die Behörden ein antiislamisches Video, das kürzlich auf Googles Videoportal veröffentlicht wurde, berichtet die britische Tageszeitung The Guardian unter Berufung auf die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Ilna. Die Bürger hätten die Behörden zu diesem Schritt aufgefordert, behauptete Khoramabadi. Ob die Angebote zeitweise oder dauerhaft gesperrt werden sollen, ist unklar.

Gesperrt oder erreichbar?

In der Nacht zum Sonntag hätten sie Google noch aufrufen können, sagten iranische Internetnutzer dem Guardian. Der Zugang zu Gmail sei in Teheran nicht mehr erreichbar gewesen, berichtete ein Nutzer. Ein Nutzer aus Isfahan hingegen erklärte, Gmail noch aufrufen zu können. Über den Dienst Blocked in Iran sind am Montag sowohl Google als auch Gmail erreichbar. Youtube hingegen ist nicht aufrufbar. Mit Blocked in Iran soll sich prüfen lassen, welche Websites im Iran zensiert sind.

Die Maßnahme könnte im Zusammenhang stehen mit der Einführung eines nationalen iranischen Kommunikationsnetzes, das die Regierung in Teheran einrichten will. Nach Angaben des Kommunikationsministeriums sind inzwischen alle Behörden an das System angeschlossen. Im August sollte das nationale Kommunikationsnetz starten, hatte das Ministerium im Frühjahr erklärt.

Islamisches Netz

Golem Karrierewelt
  1. IT-Sicherheit für Webentwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    14./15.09.2022, Virtuell
  2. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    04.-06.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

2011 hatte die iranische Regierung angekündigt, sie wolle ein Kommunikationsnetz einrichten, über das nur Inhalte abgerufen werden können, die in Einklang mit islamischem Recht stehen. Der Iran gehört zu den Ländern, die das Internet am stärksten zensieren.

Ein iranischer IT-Spezialist, der Kenntnis über das Netzprojekt hat, sagte dem Guardian, dass das nationale Intranet vor allem der Sicherheit dienen soll. Nach der Stuxnet-Attacke hätten die Behörden Maßnahmen ergreifen wollen, damit so etwas nicht noch einmal geschehe. Durch die Abschottung wollten sie verhindern, dass über das Internet auf vertrauliche Daten oder auf sicherheitsrelevante Systeme zugegriffen werden könne.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


__destruct() 28. Sep 2012

Die normalen bilden doch die Masse und die hat es eben nicht geschafft, in westliche...

tomate.salat.inc 25. Sep 2012

Ich hätte das Video vorher nicht angesehen, wenn es von denen nicht so "gehyped" worden...

Phreeze 25. Sep 2012

+1. Religion ist keine Bremse für Evolution/Fortschritt, sondern ne Sperre. Kein Wunder...

JTR 24. Sep 2012

Iran hat die UNO offiziell angefragt, ob man die Erdrotation für 1h anhalten kann, damit...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ron Gilbert
Chefentwickler von Monkey Island sauer auf Community

"Die Leute sind gemein": Ron Gilbert, Chefentwickler von Return to Monkey Island, reagiert auf Kritik am Grafikstil des Adventures.

Ron Gilbert: Chefentwickler von Monkey Island sauer auf Community
Artikel
  1. Specter 1: Futuristisches S-Pedelec hat Vollcarbonrahmen und Doppelakku
    Specter 1
    Futuristisches S-Pedelec hat Vollcarbonrahmen und Doppelakku

    Das Specter 1 ist ein S-Pedelec, das bis zu 45 km/h fährt, aus einem Vollcarbonrahmen besteht und über einen 700-Watt-Motor verfügt.

  2. Ausfall des Verifone H5000: Handel verlangt Verhinderung künftiger Störungen
    Ausfall des Verifone H5000
    Handel verlangt Verhinderung künftiger Störungen

    Mehrere Tage konnte in vielen Geschäften weder mit Girokarte noch mit Kreditkarte bezahlt werden. Der Handel verlangt Konsequenzen rund um Verifone.

  3. CD Projekt Red: Ursachenforschung über Bugs in Cyberpunk 2077
    CD Projekt Red
    Ursachenforschung über Bugs in Cyberpunk 2077

    War ein Dienstleister schuld an den massiven Fehlern in Cyberpunk 2077? Darauf deutet ein umfangreicher, aber umstrittener Leak hin.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG UltraGear 27" WQHD 165 Hz 299€ • Switch OLED günstig wie nie: 333€ • MindStar (MSI Optix 27" WQHD 165 Hz 249€, MSI RX 6700 XT 499€) • Alternate (SSDs & RAM von Kingston) • Grafikkarten zu Toppreisen • PNY RTX 3080 12GB günstig wie nie: 929€ • Top-TVs bis 53% Rabatt [Werbung]
    •  /