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Halal: Zensur, Überwachung, Tod

Der Ausbau des Halal-Netzes erfolgte in mehreren Schritten, sagte Maral Pourkazemi von Small Media. Das Regime übernimmt die vollständige Kontrolle über das gesamte Telekommunikationsnetz im Iran und setzt Techniken ein, die die Zugriffe auf ausländische Webseiten einschränken sollen. Die Zensurbehörde überwacht unabhängige Blogger im Iran, die von Irans Cyberpolizei Fata verhaftet und mutmaßlich auch zu Tode gefoltert werden, wie der 35-jährige Sattar Beheshti im November 2012.

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Mit dem Halal-Intranet versucht das Regime im Iran auch, den Anschein von Normalität für seine Bürger zu wahren. Statt der berüchtigten 403-Forbidden-Fehlermeldungen erhalten iranische Surfer eine Webseite, die sie freundlich darauf hinweist, dass die aufgerufene Webseite schädlichen Inhalt enthalte - samt Linkliste alternativer Webseiten, die von den Sittenwächtern genehmigt sind. Selbst Webseiten liberaler Blogger, die sich nicht allzu kritisch äußern, und nationale Medien können besucht werden. Auch Onlinebanking ist ohne weiteres möglich. Der Iran hat selbst mehrere nationale soziale Netzwerke eingerichtet, aber Twitter und Facebook geblockt.

Tödliche Satire

Die Zensur der iranischen Behörden verfolgt einen nicht immer nachvollziehbaren Plan, wie Pourkazemi berichtet. Der verstorbene Beheshti hatte "satirische Texte und auch Poesie veröffentlicht. Und über Musik geschrieben. Es waren Texte über einen Regimewechsel, über ein Zukunftsszenario, in dem im Iran alles besser wird", sagte Pourkazemi. "Man kann nie genau nachvollziehen, was geduldet wird und was nicht." Beheshti sei kein Aktivist gewesen, sondern ein ganz normaler Blogger.

Rigoros zensiert werden Inhalte, die die Sittenwächter als antiislamisch einstufen. Dazu gehören neben Wikipedia-Seiten über Homosexualität und Webseiten mit pornografischen Inhalten solche, die sexuelle Aufklärung betreiben.

Erratische Sittenwächter

Dabei sei die Zensur des iranischen Internetrats - so die offizielle Bezeichnung der Netzwächter - oft erratisch, sagen die Aktivisten. Ausländische Webseiten, die kritische Berichte über den Iran verfassen, werden ebenfalls zensiert, aber bei weitem nicht alle. Während die Onlineausgabe des Spiegel nur über Tor aufgerufen werden kann, dürfen Iraner weiterhin den ebenso kritischen Guardian lesen. Selbst beim Zugriff auf die Webseiten der Hersteller alkoholischer Getränke machen die Sittenwächter im Iran Ausnahmen: Die Webseite der Wodka-Marke Absolut kann aus dem Iran aufgerufen werden, während die Marke Smirnoff den Argwohn der Sittenwächter erweckt hat. Monatlich würden bis zu 1.500 Webseiten geblockt, schreiben die Aktivisten von Small Media. Täglich muss die iranische Blogging-Plattform Blogfa 50 Seiten auf Wunsch des Filterkomitees entfernen. Welche Seiten von den iranischen Zensurbehörden gesperrt sind, lässt sich über die Webseite blockediniran.com ermitteln. Golem.de kann gegenwärtig im Iran gelesen werden. Die Willkür hat ein Ziel: Verunsicherung der Nutzer.

 Zensur im Iran: "Das Internet muss an die Kette"Angst durch Willkür 
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Atalanttore 13. Jul 2013

Wenn die Religion wichtiger ist als Menschenrechte sieht es immer zappenduster aus.

ichbinsmalwieder 22. Mai 2013

Den Vereinten Nation gehören 193 (!!!) Staaten an, also praktisch die ganze Welt und...

theWhip 21. Mai 2013

Zensur und Wirtschaft...... ??

DrWatson 19. Mai 2013

Du hast es gerade geschafft, 6 Kommentare in etwas mehr als einer Minute zu verfassen...

Anonymer Nutzer 19. Mai 2013

... trotzdem sollte die Geistige Welt nicht durch Gesetze beschränkt werden.


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