Zenfone Selfie im Hands on: Da freut sich der Selfie-Stick
Asus' neues Android-Smartphone Zenfone Selfie soll dank der Frontkamera mit 13 Megapixeln und einem Frontblitz mit zwei LEDs für ideale Selbstporträt-Bedingungen sorgen. Im ersten Test von Golem.de zeigt sich, dass das neue Zenfone auch sonst ein gutes Mittelklassegerät ist.

Die verglichen mit Smartphones anderer Hersteller deutlich größere Öffnung der Frontkamera ist auffällig: Hinter dem Objektiv mit einer Anfangsblende von f/2.2 liegt ein Bildsensor mit 13 Megapixeln, der für hochwertige Selbstporträts sorgen soll. Und tatsächlich: Bereits im Vorschaubild der Kamera-App ist eine hohe Bildqualität erkennbar.
Mit der Frontkamera geschossene Fotos sind sehr scharf und weisen in unseren Testaufnahmen keine als unangenehm wahrnehmbaren Artefakte auf. Unterstützt wird der Bildeindruck tatsächlich vom Beauty-Modus, der unserer Meinung nach deutlich natürlicher aussieht als die Verschönerungsoptionen anderer Hersteller. Allerdings ist es auch hier möglich, sehr unnatürliche Veränderungen wie die Bearbeitung von Wangenknochen vorzunehmen.
Übersichtliche Kamera-App mit cleverem Selbstauslöser
Die Kamera-App gefällt uns generell sehr gut, sie ist übersichtlich aufgebaut. Ziehen wir den Auslöseknopf nach oben, anstelle ihn direkt zu drücken, können wir einfach die Dauer des Selbstauslösers einstellen. Lassen wir dann los, startet er – diese Funktion ist natürlich gerade bei Selbstporträts sehr praktisch.
Nicht nur die Frontkamera hat 13 Megapixel und einen Doppelblitz, auch die rückseitige Hauptkamera weist dieselben Eigenschaften auf. Dazu kommt noch ein Infrarotsender für den Autofokus, der dadurch zum einen recht schnell arbeitet, zum anderen auch in dunkleren Umgebungen funktioniert. Die Bildqualität der Hauptkamera macht auf uns einen ebenso guten Eindruck wie die der Frontkamera.
Keine Bedienungselemente an den Seiten
Ebenfalls auf der Rückseite ist die Lautstärkewippe angebracht, ziemlich genau an der Stelle, an der LG ebenfalls seinen Einschalter und die beiden Lautstärketasten anbringt. Anders als bei den LG-Geräten hat Asus den Power-Button allerdings an den oberen Rand des Smartphones verbannt – bei all den Modellen, die den Einschalter mittlerweile an der Seite haben, ist das zunächst etwas ungewohnt. Dafür bleiben die seitlichen Ränder des Zenfone Selfie aber frei von jeglichen Bedienelementen oder Öffnungen.
5,5 Zoll großes Full-HD-Display
Die mit dem Zenfone Selfie aufgenommenen Fotos kann sich der Nutzer auf dem 5,5 Zoll großen IPS-Display anschauen, das eine Auflösung von 1.980 x 1.020 Pixeln hat. Das ergibt eine Pixeldichte von 400 ppi; dementsprechend werden Bildschirminhalte scharf dargestellt. Die Farbwiedergabe wirkte auf uns natürlich und nicht aufdringlich.
Im Inneren arbeitet Qualcomms Snapdragon-615-Prozessor, ein 64-Bit-SoC im Mittelklassebereich mit acht Kernen. Vier der acht A53-Kerne erreichen eine maximale Taktrate von 1,7 GHz, die anderen vier kommen auf 1 GHz. Die schwächer getakteten Kerne übernehmen alltägliche Aufnahmen, die vier leistungsfähigeren Kerne werden bei umfangreicheren Aufgaben dazugeschaltet.
Mittelklasse-Prozessor für alltägliche Aufgaben
Erfahrungsgemäß eignet sich der Snapdragon 615 gut für alltägliche Arbeiten und bedingt auch für Spiele. Bei sehr rechenintensiven Anwendungen kommt das SoC an seine Grenzen. Auf dem Zenfone Selfie können wir ohne nennenswerte Ruckler durch die Menüs navigieren. Das ist auch vor dem Hintergrund erwähnenswert, dass es sich bei den uns gezeigten Geräten laut Asus um Vorseriengeräte handelt.
Auf den uns zugänglichen Smartphones war die Android-Version 5.0.2 installiert. Darauf installiert Asus seine Benutzeroberfläche Zen UI, die sich verglichen mit dem Zenpad S 8.0 äußerlich doch deutlich von Lollipop unterscheidet. Etwas negativ aufgefallen ist die von Asus als Feature vermarktete geschwungene Rückseite des Smartphones: Dadurch wirkt das Gerät ziemlich klobig und dick.
Fazit
Das Zenfone Selfie eignet sich aufgrund der guten Frontkamera natürlich – und so ist es beabsichtigt – für Selbstporträts. Allerdings hat auch der Rest des Gerätes einen guten ersten Eindruck hinterlassen: Die Hauptkamera ist ebenfalls gut, das Display hat eine ausreichend hohe Auflösung und angenehme Farben. Daher hat es auch uns als erwiesene Nichtanhänger von Selbstporträts gut gefallen.
Der verbaute Snapdragon-615-Prozessor reicht für alltägliche Arbeiten absolut aus. Die Kerne sind zwar deutlich weniger leistungsfähig als bei Topprozessoren, dafür aber auch akkuschonender. Insgesamt ist das Zenfone Selfie aber klar ein Mittelklasse-Smartphone.
Wie beim Zenpad S 8.0 gilt auch beim Zenfone Selfie, dass die Attraktivität entscheidend durch den Preis mitbestimmt werden dürfte. Was das Smartphone letztlich kosten soll, hat Asus noch genauso wenig verraten wie einen Erscheinungstermin.
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