Zenfone 5Z im Hands on: Interessanter Angriff auf iPhone-X-Eigenarten

Asus hat ein neues Topsmartphone vorgestellt: Das Zenfone 5Z ist mit dem neuen Snapdragon 845 ausgestattet , wird in Deutschland 8 GByte RAM und einen internen Speicher mit 128 GByte Kapazität (UFS 2.1) haben. Die Grundausstattung ist also sehr gut. Auffälligstes Merkmal des neuen Android-8-Smartphones sind aber nicht die innere Ausstattung, sondern das Display und dessen Lücke an der Oberseite.

Wie beim iPhone X wird der Raum rechts und links der Sensoren und des Lautsprechers fürs Telefonieren mit dem Display befüllt. Mit einer Diagonale von 6,2 Zoll bei einer Auflösung von 2.246 x 1.080 Pixeln bietet es genug Platz für Full-HD-Inhalte. Asus hat sich zudem genau angeschaut, worüber iPhone-X-Nutzer klagen, um es beim Zenfone besser zu machen. So sind die Displayecken breiter als bei der Konkurrenz und können daher mehr Informationen anzeigen.
Auslassungspunkte für weitere Informationen
Der Anwender wird zudem benachrichtigt, wenn noch mehr Informationen vorliegen. Auslassungspunkte weisen auf mehr Symbole hin. Ein leichtes Antippen erweitert die Anzeige nach unten, um die fehlenden Informationen anzuzeigen. Dabei bewertet Asus je nach Situation, welche Symbole angezeigt werden sollen, und welche tendenziell unwichtig sind.













Im Quermodus werden die Displayecken mit einem schwarzen Balken versteckt. Web- oder App-Designer brauchen sich also um eine Anpassung nicht zu sorgen. Dieses Verstecken gelingt Asus aber nicht ganz so gut wie Apple. Bei bestimmtem Licht ist der Unterschied zwischen Gehäuse und Display an sich besser bei Asus erkennbar als bei Apple. Zudem sorgt das helle IPS-Display dafür, dass die Schwarzwerte nicht ideal sind. 500 Candela pro Quadratmeter sollen es sein. In der Praxis war das Display auch hell genug, um nicht vom Veranstaltungslicht gestört zu werden.
Die Kopfhörerbuchse passt noch rein
Bei den Anschlüssen orientiert sich Asus weniger an Apple. USB Typ C kümmert sich um Daten- und Energieverbindungen. Auf eine Kopfhörerbuchse verzichtet Asus trotzdem nicht, auch wenn USB Audio längst spezifiziert ist . Obendrein unterstützt das Zenfone Hi-Res-Audio. Entsprechende In-Ear-Hörer werden mitgeliefert.
Dafür ist das Kamerasystem wieder vergleichbar. Die Frontkamera wird zum Beispiel für Zenimojis verwendet, dem Pendant zu Apples Animojis. Diese lassen sich auch für Videochats und Livestreams verwenden. Wir konnten sie allerdings noch nicht ausprobieren. Die Rückkameras sind hingegen nicht gut für Spielereien gedacht. Wie bei Apple steht das Linsensystem hier über dem Gehäuse. Es gibt eine Weitwinkelkamera mit 120 Grad Blickwinkel in der Horizontalen, was verglichen mit Spiegelreflexkameras(öffnet im neuen Fenster) sehr weitwinkelig ist.
Abbildungsprobleme sind zu erwarten
Allerdings zeigten selbst die Demobilder von Asus eine leichte, tonnenförmige Verzerrung. Es bleibt abzuwarten, inwiefern die Software dies noch korrigieren kann. Die reguläre Linse sieht 83 Grad und soll recht Lichtempfindlich sein (F1.8). Ein 12-Megapixel-Sensor von Sony (IMX363) kommt für Aufnahmen zum Einsatz. Wer sich mit dem Fotografieren auskennt, kann die rückseitigen Linsen im Pro-Modus verwenden, um die Einstellungen für die Aufnahme fein zu manipulieren. Mit der Frontlinse (8 MP, F2.0) ging das nicht. RAW-Aufnahmen sind laut Asus möglich. Der Nutzer kann aber smartphonetypisch auch diversen Manipulationsfiltern die Arbeit überlassen.
Asus hat bei dem Smartphone zudem einige Softwareanpassungen vorgenommen. So soll der Klingelton sich an die Umgebungslautstärke anpassen können. Mit einer neuen Ladetechnik verspricht Asus einen langlebigen Akku. Über Nacht wird dieser etwa nur auf 80 Prozent gehalten und erst kurz vorm Aufstehen auf die volle Kapazität geladen. In den Einstellungen zeigte sich allerdings, dass die Funktionen noch nicht fertig entwickelt wurden. AI Charging nennt der Hersteller das, was allerdings nichts mit künstlicher Intelligenz zu tun hat. Asus versucht, das neue Zenfone 5Z als Nachfolger des Smartphones zu positionieren und klassifiziert es als "Intelligent Phone" .
Telefonseitig unterstützt das Zenfone zwei SIM-Karten (Nano, 4FF). Ersatzweise kann auch eine Micro-SD-Karte eingesteckt werden. LTE wird in der Kategorie 12 und 18 unterstützt. Die maximalen Datenraten sollen bei 1,2 GBit/s liegen. Das Telefon wird von Gorilla Glass geschützt, ist aber ein ziemlicher Fingerabdruckmagnet und recht glatt. Das Gewicht liegt bei 155 Gramm.
Bis das Zenfone 5Z auf den Markt kommt, dauert es noch: Mitte des Jahres 2018 soll es in Deutschland erscheinen und rund 600 Euro kosten. Als Zenfone 5 kommt zudem eine Version mit einem weniger leistungsstarken Snapdragon-636-SoC, 4 GByte RAM und 64 GByte Flash-Speicher für 400 Euro in den Handel.



