Zenbook 3 im Hands on: Kleiner, leichter und schneller als das Macbook

Mit dem Zenbook 3 hat Asus einen Macbook-Konkurrenten vorgestellt, der in zahlreichen Bereichen besser ausgestattet ist als das Apple-Gerät. So verbaut Asus einen 15-Watt-Core-i7 (Skylake-U) und ist trotzdem im Größenbereich eines Macbooks mit Core M. Tatsächlich ist das 12,5-Zoll-Gerät sogar minimal flacher, was im direkten Vergleich jedoch nicht auffällt. Zudem ist das Zenbook mit 910 Gramm 10 Gramm leichter, was Asus wohl nur deswegen realisiert hat, um auch hier besser dazustehen - Ein Achtungserfolg, der dem Kunden aber wenig bringt. Das Notebook selbst ist nur 11,9 mm dick. Apple gibt 13,1 mm für sein Macbook an. Auch dieser Unterschied ist kaum sichtbar.

Der Lüfter ist gerade einmal 3 mm hoch. Das lässt wenig Raum für Staub, der zwangsläufig die Schaufeln erreichen dürfte. Die aktive Kühlung ist bei dem Prozessor allerdings notwendig, wir raten zu einem pflegsamen Umgang. Der Lüfterzugang liegt immerhin zwischen Display und Basiseinheit, dürfte also durch Bodenstaub kaum erreicht werden, doch Krümel könnten hier gefährlich sein. Der Core M kann hingegen passiv gekühlt werden, damit ausgestattete Geräte sind langfristig schmutzresistenter. Wie laut der Lüfter ist, konnten wir im Messelärm nicht beurteilen.
Bei der Tastatur ist es Asus außerdem gelungen, einen größeren Tastenhub verglichen mit dem Macbook zu ermöglichen. Die 0,8 statt 0,4 mm von Asus gefallen uns im direkten Vergleich mit unserem Macbook ziemlich gut. Zwar sind die Tasten des Macbooks präzise, der geringe Hub ist jedoch auch mit Training ungewöhnlich. Auf dem Zenbook konnten wir hingegen gut und komfortabel tippen. An gute Tastaturen von Geschäftskundennotebooks reicht die Asus-Tastatur aber nicht heran.
Das Glas-Trackpad des Notebooks ist leider bei weitem nicht so gut wie das des Macbook. Es ist sehr tief gelegt und wird sogar noch tiefer eingedrückt, um eine Maustaste auszulösen. Gerade am Rand stört das.
Anschlüsse, Display und Ausstattung
Die SSD gibt es mit bis zu einem TByte Kapazität, sie ist laut Asus sehr schnell und kommt auf bis zu 1.7 GByte pro Sekunde (PCIe 3.0 mit 4 Lanes). Nach außen hin lässt sich die hohe Geschwindigkeit sequenziell allerdings nicht herausführen, USB ist zu langsam dafür. Ohnehin gibt Asus nicht an, welcher USB-Geschwindigkeitsstandard unterstützt wird.
Der eine Anschluss, den das Notebook bietet, ist vom Typ USB-C. Dieser beherrscht Displayport im Alternate Mode. Thunderbolt wird aber anscheinend nicht unterstützt, da Asus dies im Unterschied zu den Transformer-Tablets nicht bewirbt . Das Thunderbolt fehlt, das kann aber daran liegen, dass der Controller von Intel sehr groß ist und einen hohen Energiebedarf hat. Dieser soll laut Asus in dem Gerät sehr niedrig sein. Rund 9 Stunden gibt das Unternehmen als Akkulaufzeit an. Bei 40 Wattstunden im Akku müsste das System seine Leistungsaufnahme aber auf 4,4 Watt drosseln, was im aktiven Arbeitseinsatz gerade mit einem Core i5 oder i7 und dem Full-HD-Display unrealistisch erscheint.
Beim Arbeitsspeicher gibt es Unklarheiten. Asus stuft ihn als LPDDR3 ein, der eigentlich nur bis 1.866 MHz spezifiziert ist, laut Asus wird er aber mit 2.133 MHz betrieben.
Gorilla-Glas schützt das Display
Als Display kommt ein Full-HD-Panel mit 12,5-Zoll-Diagonale zum Einsatz. Es ist blickwinkelstabil und zeigt Farben ordentlich, aber nicht überragend an. Ein Touchscreen ist nicht verbaut. Asus betont den besonders schmalen Displayrahmen, der uns beim Ausprobieren aber kaum auffiel. Das Gerät ist trotzdem breiter als ein Macbook. Das Panel wird von Gorilla Glass 4 geschützt.
Einigen Modellen vorbehalten ist ein Fingerabdruckleser, der im Touchpad als Vertiefung zu sehen ist. Als Rechtshänder empfanden wir das nicht als störend. Ob der Fingerabdruckleser bei allen Geräten vorhanden sein wird, ist unklar.
Preise und erste Einschätzung des Zenbook 3
Wann das Zenbook erscheinen wird, hat Asus nicht bekanntgegeben. Dafür wurden aber die drei Konfigurationen und deren Preise genannt. Am günstigsten ist die Variante mit 4 GByte RAM (2.133 MHz), 256 GByte SSD und einem Core i5. Dafür verlang Asus rund 1.000 US-Dollar (ohne Steuern). Ein Einstiegspreis von unter 1.000 Euro wäre damit nur schwer möglich. Die mittlere Variante bietet einen Core i7, 512 GByte als SSD und üppige 16 GByte Arbeitsspeicher. Für 2.000 US-Dollar gibt es ein TByte Festspeicher bei sonst identischer Ausstattung.
Erste Einschätzung
Gerade die Ausstattungsoptionen des Zenbook 3 gefallen. Apple ist in dem Bereich traditionell sehr weit hinten. Hohe Kapazitäten gibt es bei Macbooks, wenn überhaupt, nur gegen hohe Aufpreise. 4 GByte RAM sind allerdings beim kleinsten Modell erstaunlich wenig. Einige der gezeigten Konfigurationen wichen auch von den angekündigten ab.
Bei der Handhabung stimmt vieles. Das lockere Scharnier dürfte dem Prototyp-Status geschuldet sein. Gerade das Trackpad störte uns jedoch, wenn wir mit den Fingern in der Nähe des Randes waren, es ist schlicht zu tief verbaut. Die Tastatur war hingegen gut.
Die Geschwindigkeit des Notebooks lässt sich noch nicht einschätzen. Wir gehen aber davon aus, dass die Reserven im normalen Arbeitsalltag gut sind. Bei einem Core M bemerkt man die Grenzen des Prozessors durchaus, wenn auch selten.
Sorgen macht uns allerdings die überaus dünne Lüfterkonstruktion, auch wenn der Einlass klug versteckt ist. Andererseits reicht hier schon wenig Schmutz, um diesen massiv zu stören.



