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Zen6 Epyc Venice: Nach Intel hat AMD die CPU-Nachfrage unterschätzt

AMD-CEO Lisa Su deutet an, dass AMD die Nachfrage nach Zen6- Epycs erst einmal nicht decken kann. Das Nachsehen könnten wieder Privatkunden haben.
/ Johannes Hiltscher
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AMD-CEO Lisa Su zeigt eine Venice-CPU mit Zen-6-Kernen. (Bild: AMD; Screenshot: Golem)
AMD-CEO Lisa Su zeigt eine Venice-CPU mit Zen-6-Kernen. Bild: AMD; Screenshot: Golem

Eine das Angebot übersteigende Nachfrage traf zuletzt insbesondere auf Speicher zu. Doch im Zuge des KI-Booms sind nicht nur diese gefragt, auch die Nachfrage nach Server-CPUs ist groß. So groß, dass Ende 2025 zuerst Intel mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , sie nicht bedienen zu können, und nun auch AMD vor Knappheit warnt.

AMD-CEO Lisa Su sagte bei einer Konferenz der Investmentbank Morgan Stanley ( Transkript(öffnet im neuen Fenster) ), die Nachfrage sei größer, als das Unternehmen vor drei bis sechs Monaten erwartet habe. Während Intel mit der Produktion aktueller und älterer Generationen nicht hinterherkam, ist bei AMD die kommende Epyc-Generation Venice mit Zen6-Kernen betroffen. Diese hatte AMD offiziell zur CES 2026 vorgestellt . AMD sei aber, so Su, "sehr, sehr gut aufgestellt, um einen hohen Prozentsatz der Nachfrage zu decken" .

Das Unternehmen versuche zudem, mit den Lieferanten eine Ausweitung der Produktionskapazitäten noch im Jahr 2026 zu erreichen. Su gab sich hier optimistisch. Das dürfte insbesondere TSMC betreffen, mit dessen 2-nm-Prozess N2 die Core Complex Dies (CCDs) der Zen6-CPUs gefertigt werden. Ein Großteil der Nachfrage kommt dabei von Hyperscalern, die, so Su, selbst vom Bedarf nach klassischer CPU-Rechenleistung überrascht gewesen seien. AMD erwarte im Server-Segment eine anhaltend starke Nachfrage, so Su.

Viel Konkurrenz um knappe Kapazität

Der Hochlauf von N2 unterscheidet sich signifikant von TSMCs vorherigen Starts neuer Prozesse: Während bei diesen stets Apple Erstkunde war , konkurrieren bei N2 mehrere Kunden um die anfangs knappe Fertigungskapazität.

Als Erster verkündete Broadcom kürzlich(öffnet im neuen Fenster) , SoCs mit N2-Dies ausgeliefert zu haben. Dabei handelt es sich um Fujitsus Monaka-CPU , welche unter anderem für Japans nächsten Supercomputer entwickelt wurde. AMD selbst hat für 2026 gleich zwei Produkte mit 2-nm-Dies angekündigt: Neben Epyc Venice noch die KI- und HPC-GPUs der MI400-Serie. Sollte der Hersteller nicht mehr N2-Kapazität bei TSMC bekommen, könnte das Auswirkungen auf die nächste Ryzen-Generation haben. Nutzt AMD hierfür eingeplante Kapazitäten für Server-Dies, könnte sich die Markteinführung der Consumer-CPUs mit Zen6-Kernen verzögern.

Die Kapazitäten sind allerdings nicht nur in der Halbleiterfertigung begrenzt. Auch bei den Platinen ( Substraten ), auf welchen die Silizium-Dies montiert werden, gibt es infolge des KI-Booms Engpässe. Nicht nur die Hersteller der hier verwendeten Glasfasermatten sind ausgebucht , auch bei so unerwarteten Teilen wie Bohrern hinkt die Produktion der Nachfrage hinterher.


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