Zen 4: AMD Ryzen 7000 X3D-CPUs kommen im Februar

AMD-Chefin Lisa Su hat auf der Keynote zum Start der CES 2023 die Ryzen 7000 X3D-Prozessoren(öffnet im neuen Fenster) angekündigt. Die CPUs sollen in drei Modellen von acht bis 16 Kernen bereits im Februar erscheinen. Damit möchte der Hersteller aus Santa Clara insbesondere für Computerspiele wieder die schnellsten Prozessoren bieten.
Das Vorgängermodell Ryzen 7 5800X3D war außerdem für seine hohe Effizienz bekannt, da durch den großen L3-Cache sehr hohe Taktraten für Spiele nicht notwendig waren. Gleichzeitig ließen sie sich aber aufgrund hoher Temperaturen ohnehin nicht realisieren. Dadurch war die Rechenleistung in Produktivanwendungen gegenüber anderen 8-Kern-Prozessoren geringer.
Die nun erstmals angekündigten 12- und 16-Kern-Modelle mit 3D V-Cache sollen hier eine ungewöhnliche Lösung bieten. Da sie mit zwei CCDs (Core/Cache-Die) bestückt sind, wird jeweils ein CCD mit 3D V-Cache und ein CCD ohne den großen Cache verbaut. Die Kerne auf dem regulären Die sollen dadurch mit der gewohnt hohen Boost-Frequenz laufen können, während Anwendungen mit hohem Cache-Bedarf auf dem anderen Die laufen.
Für beste Leistung müssen die richtigen Chiplets genutzt werden
Spiele und Windows-Scheduler müssen dafür jedoch gut zusammenarbeiten, um die Ausführung von zum Spiel gehörigen Threads auf den 3D-CCD zu beschränken. Er ist in der Ausführung dieser Anwendungen in der Regel schneller, außerdem sollte Kommunikation zwischen beiden CCDs, wenn möglich, vermieden werden. Dafür wäre der Weg über den I/O-Die notwendig, was die Leistung durch hohe Latenzen deutlich reduziert. Das ist auch bei aktuellen Prozessoren mit zwei Chiplets der Fall.
Die CCDs mit 3D V-Cache erreichen die hohen Taktraten der regulären Chips nicht. Der angekündigte Ryzen 7 7800X3D soll mit einem Boost-Takt von 5 GHz erscheinen. Verglichen mit dem Ryzen 7 7700X sind das 400 MHz weniger Taktrate. Damit dürfte besonders dieser Prozessor in erster Linie für Gaming geeignet sein, während die größeren Prozessoren mit zwei CCDs eine hohe Bandbreite an Anwendungen abdecken sollen.
Die Prozessoren sollen im Februar 2023 verfügbar sein, zu Preisen äußerte sich AMD bisher nicht. Basierend auf den jeweiligen Modellen ohne 3D V-Cache können wir jedoch ableiten, dass sich die Preise ungefähr zwischen 400(öffnet im neuen Fenster) und 800(öffnet im neuen Fenster) Euro bewegen dürften.