Zelda Majora's Mask 3D im Test: Das bessere Reset-Zelda lässt Spieler seltener warten

Majora's Mask ist gleichzeitig das übersichtlichste und unübersichtlichste Zelda überhaupt. Die Fokussierung auf vier primäre Dungeons und das Ziel, die namensgebende Maske innerhalb von drei Tagen zu erobern, geben dem Titel eine simple und elegante Rahmenhandlung. Gleichzeitig sind die zahllosen Nebenaufgaben, Kurzgeschichten und Minispiele so merkwürdig, ablenkend und herrlich kurios, dass es dem Spieler schwerfällt, Prioritäten zu setzen.

Durch das neue, freiere Speichersystem, die Teleportation zu Eulenstatuen und mehr Möglichkeiten zur Manipulation der Zeit ist das Majora's Mask für 3DS zwar viel einsteigerfreundlicher, es richtet sich aber noch immer an Spieler, denen es Spaß macht, Ordnung ins Chaos zu bringen. Das automatisch geführte Journal macht zwar auch diesen Aspekt deutlich leichter, wer Deadlines und das Auswendiglernen von Tagesabläufen von Grund auf verabscheut, wird aber auch auf dem 3DS nicht viel wärmer mit dem Masken-Zelda werden als auf dem Nintendo 64.
Spiel auf Zeit
Nach wie vor gilt: Wer ein wichtiges Event in der Welt von Termina verpasst, muss die Zeit komplett zurückdrehen und von vorne beginnen. Das geht einher mit dem Verlust von wichtigen Gegenständen wie Schlüsseln oder Feen. Am Ende des dritten Tages kracht der Mond auf die Erde und zerstört alles. Spätestens vor diesem durch das Horror-Kid herbeigerufenen Weltuntergang muss die Hymne der Zeit gespielt werden.











Das Lied der doppelten Zeit lässt die Uhr aber nun zu jeder beliebigen Uhrzeit voranschreiten. Es müssen also nur bestimmte Gegenstände erneut eingesammelt werden, um mit dem entsprechenden Event fertig zu werden.
An den zentralen Masken hat sich in der 3DS-Version nichts geändert, nur an der Art und Weise, wie Serienheld Link an sie gelangt. Durch die Masken erhält er besondere Fähigkeiten und kann zum Beispiel mit Tieren reden, super-stylish tanzen oder sich in einen Goronen, Deku oder Zora verwandeln.
Die vier Dungeons sind meist in zwei Tagen dieser Zeit zu schaffen. Die meisten Miniaufgaben nehmen einen oder einen halben Tag in Anspruch. Echter Zeitdruck entsteht dadurch eigentlich nie. Durch das Lied der halben Zeit vergehen die Tage zusätzlich langsamer.
Nintendo hat die dezent uninspirierten Boss-Gegner der N64-Version überarbeitet. Manche von ihnen sind auf dem 3DS nur noch durch die geschickte Nutzung verschiedener Masken effizient zu besiegen. Verglichen mit manchen Bossen aus Ocarina of Time oder dem Ur-Zelda vom NES sind sie eher simpel zu bezwingen.
Technik, Verfügbarkeit und Fazit
Uns gefiel bereits die überarbeitete Grafik von Ocarina of Time für den 3DS äußerst gut. Majora's Mask sieht sogar noch ein bisschen besser aus. Vor allem hat es seltener Slowdowns in der Bildrate. In manchen Situationen, zum Beispiel beim Aufsammeln der Mondträne vor dem Observatorium, läuft aber auch das Masken-Zelda auf dem 3DS verlangsamt. Verglichen mit der Version vom Nintendo 64 sticht die schärfere Darstellung ohne Nebelwände und verwaschene Oberflächen sofort positiv auf. Puristen könnten sich jedoch an der Designüberarbeitung mancher Charaktere stören.

The Legend of Zelda: Majora's Mask 3D ist ab sofort für den Nintendo 2DS, 3DS und New 3DS erhältlich. Der Titel unterstützt das Schiebepad Pro beziehungsweise den C-Stick für das freie Bewegen der Kamera. Wir haben die Funktion nur selten genutzt. Bei ein paar diffizilen Sprüngen in Dungeons oder einer Verfolgungsjagd mit einem Geist war sie aber hilfreich. Die USK hat das Spiel ab zwölf Jahren freigegeben.
Fazit
Wir hatten enorm viel Spaß bei unserer Jagd nach der hässlichen Maske auf dem 3DS. Alle Änderungen gegenüber der 15 Jahre alten N64-Fassung, wie das handheldfreundliche Speichersystem, die freie Teleportation und die stundengenaue Manipulation der Zeit, ergeben für uns Sinn und machen das Spiel logischer und angenehmer.
Einzig Spieler, denen ein hoher Schwierigkeitsgrad mit viel Eigenarbeit extrem wichtig ist, dürften durch die Adaption etwas enttäuscht sein. Aber auch sie werden immerhin durch veränderte Rätsel und neu gestaltete Boss-Gegner angefixt.
Majora's Mask sollte somit auf dem 3DS viele neue und alte Freunde finden. Wer Lust auf ein skurriles, andersartiges Zelda-Abenteuer im Stil von "Und täglich grüßt das Murmeltier" hat, sollte in jedem Fall zugreifen.



