Zehn gegen Zehntausend: Ukrainische Drohnensoldaten schockieren Nato bei Übung
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Im Rahmen der Exercise Hedgehog 2025(öffnet im neuen Fenster) in Estland haben zehn ukrainische Drohnenoperatoren an einer rund 100-köpfigen Gegnereinheit teilgenommen. Laut einem Meinungsbeitrag im Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) vom 12. Februar 2026 zerstörten sie in etwa einem halben Tag simulativ 17 gepanzerte Fahrzeuge und führten 30 weitere Angriffe durch. Die betroffenen Nato-Formationen galten danach als kampfunfähig.
Großübung der Nato legt Schwächen offen
Die Übung fand vom 5. bis 23. Mai 2025 mit über 16.000 Teilnehmern aus 14 Nationen statt. Das Szenario simulierte einen russischen Angriff über Estlands 294 Kilometer lange Grenze zu Russland. Die britische 4th Light Brigade(öffnet im neuen Fenster) verlegte 3.000 Soldaten, Challenger-2-Panzer und Apache-Hubschrauber nach Estland. Die Nato-Truppen bewegten sich dem WSJ-Bericht nach in offenen Formationen, parkten Fahrzeuge ohne Tarnung und wiesen eine zu geringe Dezentralisierung der Kräfte auf.
"Im Übungssinne konnten sie danach nicht mehr kämpfen," sagte Aivar Hanniotti, UAS-Koordinator des Estnischen Verteidigungsbunds und Leiter der Gegnereinheit(öffnet im neuen Fenster) . Kein einziges ukrainisches Drohnenteam wurde während der Operation gefasst.
Doch die von vielen Medien verbreitete Gegenüberstellung "10 gegen 16.000" ist sachlich verzerrt. Die zehn Ukrainer waren der Drohnenkerntrupp einer 100-köpfigen Gegnereinheit mit estnischen Kräften(öffnet im neuen Fenster) . Die 16.000 waren die Gesamtteilnehmerzahl der dreiwöchigen Übung in ganz Estland. Das konkrete Szenario betraf eine Kampfgruppe von mehreren Tausend Soldaten.
Oberstleutnant Probal berichtete(öffnet im neuen Fenster) , dass Übungsschiedsrichter Drohnentreffer teilweise als doppelt so wirkungsvoll werteten, um die im Vergleich zur ukrainischen Front halbierte Drohnendichte zu kompensieren.
Warum hat die Nato die Übung so konzipiert?
Probal fasste das Übungsziel so zusammen(öffnet im neuen Fenster) : "Wir wollten Reibung, Stress und kognitive Überlastung erzeugen. Mission accomplished." Die estnische Militärführung(öffnet im neuen Fenster) bewertete das Gesamtergebnis positiv – die evaluierten Einheiten erhielten die Zertifizierung ihrer Gefechtsbereitschaft.
Die Übung identifizierte vier strukturelle Schwachstellen. Erstens: Drohnen haben das Schlachtfeld vollständig transparent gemacht. Große Formationsbewegungen werden sofort erkannt und innerhalb von Minuten bekämpft(öffnet im neuen Fenster) .
Zweitens: Das ukrainische Delta-System(öffnet im neuen Fenster) ermöglicht eine Aufklärungs-Angriffs-Kette in Minuten. Die hierarchische Freigabekultur der Nato erzeugt dagegen deutlich langsamere Entscheidungszyklen.
Drittens: Ukrainische Drohnenpiloten schätzten, Estland allein bräuchte im Kriegsfall 200.000 Drohnen pro Monat(öffnet im neuen Fenster) . Die Ukraine skalierte ihre eigene Produktion(öffnet im neuen Fenster) von 2,2 Millionen (2024) auf 4,5 Millionen Drohnen (2025). Nato-Staaten sind von derartigen Kapazitäten weit entfernt.
Viertens: Die Anpassung hat bereits begonnen. Bis Januar 2026 rüsteten die estnischen Streitkräfte ihre Patria-Schützenpanzer(öffnet im neuen Fenster) mit Käfigpanzerung nach.
Die britische Armee testete während der Übung(öffnet im neuen Fenster) erstmals das KI-gestützte Zielsystem Project Asgard(öffnet im neuen Fenster) , das laut General Sir Roly Walker(öffnet im neuen Fenster) "die Tödlichkeit verdoppelt und die Zeit zum Sehen, Entscheiden und Zuschlagen exponentiell verkürzt" .
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