Paranoia, Kriegsspiele und das Leben im Game
Die totale Überwachung: Der Staatsfeind Nr. 1 (1998)
Damals mag es noch wie Science-Fiction angemutet haben, die technologisch mögliche Überwachung von 1998 ist aber ein Witz gegen das, was heutzutage denkbar ist. Will Smith spielt Robert Clayton Dean, der versehentlich in den Besitz eines Videos kommt, das einen politischen Anschlag zeigt. Die NSA will das Tape zurück und nutzt ihre technischen Ressourcen, um Deans Leben aus den Angeln zu heben.
Der rasante Thriller erfordert keine großartigen technischen Kenntnisse. Er ist ein Paranoia-Thriller, der schon damals vor einem Big Brother warnte, der alles sehen kann. Weniger als drei Jahrzehnte später sieht man Der Staatsfeind Nr. 1 mit anderen Augen.
Blaue oder rote Pille: Matrix (1999)
Keanu Reeves spielt einen Hacker, der nach einer Antwort auf eine Frage sucht: Was ist die Matrix ? Die Spur führt ihn zur Wahrheit. Er wird Neo und erfährt, dass die Welt nur eine Computersimulation ist, während die Menschen von Maschinen versklavt wurden.
Hacken ist hier wichtiger denn je, denn es sind die Operators in der echten Welt, die für die Akteure in der simulierten Welt alles bereiten. Das ist im Grunde ein Element, das damals ziemlich wenig erkannt wurde, weil der Look des Films so einzigartig war, und die Geschichte Tiefgang besitzt – ganz zu schweigen von grandioser Action.
Es gewinnt nur, wer nicht spielt: Wargames (1983)
Wargames entstand auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs und fühlt sich heute aktueller denn je an. Matthew Broderick spielt einen Hacker, der glaubt, Zugang zu einem noch unveröffentlichten Spiel zu haben, aber stattdessen mit einem Supercomputer verbunden ist, der eine militärische Simulation ablaufen lässt. Dies könnte zum Dritten Weltkrieg führen.
Die Technik des Jahres 1983 mag angestaubt wirken, es ist aber faszinierend, den Film auch unter dem Aspekt zu sehen, wie die Technologie in jenem Jahrzehnt Einzug in die Privathaushalte hielt. Zudem zeigt er, welche Gefahren mit einer Automatisierung einhergehen. Denn wenn es nur 0 und 1 gibt, dann gibt es auch keine Grautöne und kein übergeordnetes Bewerten eines Befehls. Wenn der Computer den Krieg erstmal auslöst, ist es zu spät.
Im Game: Tron (1982)
Tron ist der große Klassiker des Subgenres. Jeff Bridges spielt Kevin Flynn, einen Computerspielentwickler, der in die Büros seines ehemaligen Arbeitgebers einbricht, weil er nach Beweisen sucht, dass ihm sein Spiel gestohlen wurde. Aber er wird erwischt und in die digitale Welt transferiert.
Das Thema von Tron ist modern, der mittlerweile 43 Jahre alte Film ist aber auch deswegen ein Kleinod des Genres, weil er mit dem Einsatz damals bahnbrechender Technik die Möglichkeiten dessen, was im Film möglich ist, ausgeweitet hat.



