ZDF Frontal: Illegale Kameraüberwachung bei Rewe und Penny

Das Magazin ZDF Frontal berichtet(öffnet im neuen Fenster) von illegaler Kameraüberwachung der Mitarbeiter in zahlreichen Filialen von Rewe und Penny. Die Penny-Revision soll verlangt haben, eine Kamera auf den Spind einer Mitarbeiterin zu richten. Der Angestellte eines Dienstleisters der Supermarktketten soll tagelang verfolgt und mit seiner Familie beim Einkaufen gefilmt worden sein. Der Discounter Penny gehört zur Rewe Group.
Die Rewe Group habe legale Überwachungen von Beschäftigten im Zeitraum 2009 und 2010 eingeräumt, berichtet Frontal. Es habe einen Anfangsverdacht gegen Mitarbeiter gegeben. Eine Mitarbeiterin der Revision habe zudem eigenmächtig eine Überwachung veranlasst und sei daraufhin entlassen worden.
Überwachung hält an
"Nach Recherchen von Frontal21 überwacht der Konzern bis heute seine Mitarbeiter. Dies belegen aktuelle Aufnahmen von einer Rewe-Filiale" , erklärte Frontal.
Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte der Grünen im Bundestag, erklärte, offensichtlich gingen Unternehmen weiterhin "ohne Skrupel und völlig willkürlich mit Beschäftigtendaten" um. "Dass Beschäftigte sogar in ihrem Privatleben von ihrem Arbeitgeber bespitzelt und überwacht werden, ist ein dramatischer Eingriff in Grundrechte und darf nicht ohne Folgen bleiben."
Der Fall Rewe belege, wie dringend nötig ein Beschäftigtendatenschutzgesetz sei. "Insbesondere auch deshalb, weil das Unternehmen sich darauf beruft, die kritisierten Maßnahmen seien im Rahmen gesetzlicher Vorschriften ergriffen worden. Im Ernstfall scheinen diese Vorschriften die Beschäftigten nicht zu schützen, sondern der Datensammelwut ihrer Arbeitgeber auszuliefern" , sagte Müller-Gemmeke.