ZCOM in Hoyerswerda: Zuse-Computer-Museum steht Schließung bevor
Das Zuse-Computer-Museum (ZCOM)(öffnet im neuen Fenster) in Hoyerswerda könnte zum Ende des Jahres 2026 geschlossen werden. Wie der Blog Hoyerswerda lebt!(öffnet im neuen Fenster) in einem Beitrag schreibt, haben sich mehrere Stellen von der Finanzierung des Museums zurückgezogen.
Die Finanzierung des Museums sollte eigentlich über Eintrittsgelder und die Erträge der ZCOM-Stiftung erfolgen. Da Letztere aber nur mit einem Stiftungskapital von 50.000 Euro ausgestattet ist, und die Besucherzahl statt der erwarteten 20.000 bis 25.000 Besucher im Jahr 2025 nur etwas mehr als 10.000 betrug, ist das Museum auf Zuschüsse angewiesen.
Seit der Gründung des Museums im Jahr 2017 bezuschusste die Stadt Hoyerswerda den Betrieb mit jährlich 25.000 Euro. Diese sollen nun aufgrund von Haushaltsengpässen gestrichen werden. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft, die bisher jährlich 110.000 Euro beisteuerte, hatte bereits im Jahr 2025 beschlossen, diese Zahlung nicht mehr zu leisten.
Finanzierungslücke in Höhe von 250.000 Euro
Für das Jahr 2026 wird ein Minus von 93.000 Euro für das ZCOM erwartet. Im Jahr 2027 würde eine Finanzlücke von circa 250.000 Euro bestehen. Die Schließung des Museums zum 31. Dezember 2026 ließe sich nur dadurch abwenden, dass neue Geldgeber gefunden werden.
Das ZCOM wurde im Jahr 1995 als Konrad-Zuse-Computermuseum gegründet und beherbergt 18.000 Ausstellungsstücke, die die Geschichte der Rechentechnik von den ersten mechanischen Rechenschiebern, über die von Konrad Zuse entwickelten ersten Computer bis hin zu Smartphones dokumentieren. Auch werden Robotron-Großrechner gezeigt und eine Vielzahl interaktiver Elemente geboten.
Konrad Zuse gilt als Erfinder des ersten funktionsfähigen Computers der Welt. Experten sind sich aber uneinig, ob Zuses im Jahr 1941 gebauter Z3, der mit Relaistechnik statt Elektronenröhren arbeitete, wirklich als erster Computer gelten kann.