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Zalando-Schließung: "Im Weihnachtsgeschäft ein letztes Mal ausgepresst"

Die Entlassung von 2.700 Lagerarbeitern war laut Verdi von Zalando länger geplant, wurde aber bewusst verschwiegen. Man plant nun Aktionen dagegen.
/ Achim Sawall
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Zalando bebildert die Massenentlassungen mit einem einsamen Paket. (Bild: Zalando)
Zalando bebildert die Massenentlassungen mit einem einsamen Paket. Bild: Zalando

Die von Zalando angekündigte Schließung(öffnet im neuen Fenster) des Erfurter Logistikstandortes stößt bei der Gewerkschaft Verdi und der Belegschaft auf scharfe Kritik.

"Auf allen Betriebsversammlungen der letzten Monate wurde die Zukunftsfähigkeit und das Bekenntnis Zalandos zum Standort Erfurt gepriesen. Dabei ging es nur darum, die Beschäftigen im Weihnachtsgeschäft noch ein letztes Mal auszupressen, bevor man sich ihrer entledigt. Solches Verhalten als schäbig zu benennen, wäre eine infame Untertreibung" , sagte Matthias Adorf, Gewerkschaftssekretär bei Verdi im Fachbereich Handel am 9. Januar 2026.

Zalando erklärte dagegen(öffnet im neuen Fenster) : "Wir haben diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. Wir sind allen betroffenen Mitarbeiter*innen für ihren Beitrag außerordentlich dankbar und bedauern zutiefst die Auswirkungen, die diese Entscheidung auf unsere Kolleg*innen haben wird."

Weiter hieß es, man lege "größten Wert auf ein faires und respektvolles Vorgehen. In Erfurt setzen wir als Arbeitgeber auf einen offenen Dialog."

Ältester Standort des Netzwerks

Verdi nennt die Schließung dagegen einen "ein Schlag ins Gesicht" für die Betroffenen. "Unter dem Label 'Neujahrsgrüße' war der Berliner Vorstand nach Erfurt gereist, um den Beschäftigten von ihrer bevorstehenden Entlassung zu berichten" , erklärte Adorf.

An Kapital, um in den Erhalt der Infrastruktur zu investieren, fehle es nicht. Mehr als 500 Millionen Euro Vorsteuergewinn habe Zalando im Geschäftsjahr 2025 geplant zu erwirtschaften. Es scheine einfach wirtschaftlich profitabler, den ältesten Standort des Netzwerkes zu schließen, während man in Gießen derzeit ein neues Logistikzentrum ans Netz nehme.

Nirgendwo zeige sich "die hässliche Fratze des Kapitalismus" deutlicher als im Versandhandel, erklärte Verdi. Die Gewerkschaft prüfe Aktions- und Interventionsmöglichkeiten.


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