Zalando: Datenschützer prüfen Bewertungssoftware Zonar

Berichte über eine Software zur gegenseitigen Bewertung von Mitarbeitern bei Zalando haben die Berliner Datenschutzbeauftragte auf den Plan gerufen. Vorläufig soll die Software nicht mehr genutzt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Bewertungssoftware Zonar von Zalando wird geprüft.
Die Bewertungssoftware Zonar von Zalando wird geprüft. (Bild: Kirsten Donovan/Reuters)

Die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk will eine Software zur gegenseitigen Bewertung von Mitarbeitern beim Internethändler Zalando prüfen. Die Prüfung werde datenschutzrechtliche und technische Aspekte des Einsatzes der Software umfassen, sagte Behördensprecherin Dalia Kues am Mittwoch auf Anfrage von Golem.de. Zudem sei dem Unternehmen empfohlen worden, die Software vorläufig nicht mehr zu nutzen. "Dabei handelt es sich um eine unverbindliche Empfehlung, die das Unternehmen nicht verpflichtet", sagte Kues. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, könnten keine weiteren Details zu der Überprüfung genannt werden.

Stellenmarkt
  1. (Senior) Consultant Microsoft Dynamics 365 (m/w/d)
    Sana Einkauf & Logistik GmbH, Ismaning
  2. Technischer Produktmanager (m/w/d) Digitale Plattform - Analytics
    Loh Services GmbH & Co. KG, Langenfeld (Rheinland)
Detailsuche

In der vergangenen Woche war eine Studie bekanntgeworden, die eine von Zalando selbst entwickelte und seit dreieinhalb Jahren eingesetzte Personalsoftware untersuchte. Bei Zonar beurteilen Vorgesetzte und Beschäftigte umfassend Stärken und Schwächen von 5.000 Kollegen. Europas größter Online-Modehändler erzeuge damit ein Gefühl der Überwachung, Leistungsdruck und Stress, sagten Philipp Staab und Sascha-Christopher Geschke von der Berliner Humboldt-Uni in einer Studie im Auftrag der Hanns-Böckler-Stiftung (PDF).

Der Konzern drücke damit die Löhne und schaffe ein Klima der Angst, in dem gerade befristet Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz fürchteten. Die Software lasse sich "am besten als ein sozio-technisches System zur Herstellung und Legitimierung betrieblicher Ungleichheit beschreiben". Zalando wies die Vorwürfe zurück.

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge wird die Überprüfung voraussichtlich "nicht vor Beginn des nächsten Jahres abgeschlossen" sein. Laut der Behörde werden Prüfer in das Unternehmen entsandt, um die Untersuchung durchzuführen. Am Ende entscheide die Datenschutzbeauftragte, ob Zonar mit dem Datenschutz vereinbar sei oder sogar verboten werden müsse.

Nach Angaben eines Behördensprechers musste Zalando den Einsatz der Software nicht proaktiv der Behörde melden. "Jedoch hätte aufgrund der wohl sehr detaillierten Dokumentation des Leistungsverhaltens der Beschäftigten und des daraus resultierenden hohen Risikos für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen eine Datenschutzfolgeabschätzung vorgenommen werden müssen", hieß es weiter. Grundsätzlich müssten Unternehmen die Datenschutzbehörden in den Ländern informieren, wenn aus einer Folgeabschätzung ein hohes Risiko bleibe.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Victorian Big Battery
Tesla-Speicher brannte vier Tage lang

Viel Aufwand war nötig, um das brennende Akku-Modul zu löschen.

Victorian Big Battery: Tesla-Speicher brannte vier Tage lang
Artikel
  1. Windows 365: Der mietbare Cloud-PC mit Windows kann bestellt werden
    Windows 365
    Der mietbare Cloud-PC mit Windows kann bestellt werden

    Microsoft startet mit Windows 365 und gibt Preise für den Cloud-PC bekannt. Die VMs sollen wie physische Windows-PCs funktionieren.

  2. Android: Googles Tensor-SoC ist eine halbe Mogelpackung
    Android
    Googles Tensor-SoC ist eine halbe Mogelpackung

    Für seinen ersten eigenen Smartphone-Chip liefert Google ausschließlich Erwartbares und dämpft damit sämtliche Hoffnungen an besseren Support und gute Linux-Treiber.
    Ein IMHO von Sebastian Grüner

  3. Apple-Tastatur: Magic Keyboard mit Touch ID jetzt ohne iMac erhältlich
    Apple-Tastatur
    Magic Keyboard mit Touch ID jetzt ohne iMac erhältlich

    Apple verkauft das Magic Keyboard mit Fingerabdruckscanner Touch ID nun auch einzeln - mit und ohne Ziffernblock.

Olliar 29. Nov 2019

Jupp. Und darum folgen alle dem Beispiel der SAP, die Aspergler , nein, sie nennen es...

MikeU 28. Nov 2019

Sorry - aber du schreibst echt hanebüchenen Unsinn. Es ist aus deinen Zeilen ziemlich...



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Speicherwoche bei Saturn Samsung • C27RG54FQU, 27 Zoll, curved 203,55€ • Bosch Professional Werkzeuge und Messtechnik • Samsung Galaxy Vorbesteller-Aktion • Speicherwoche bei Media Markt • 15% auf Xiaomi-Technik • Hisense UHD-Fernseher • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten [Werbung]
    •  /