Abo
  • Services:

Zahlungsverkehr: Das Bankkonto wird offener

Mit der zweiten EU-Zahlungsdiensterichtlinie erhalten neben der Hausbank externe Dienstleister für Überweisungen und Kontoinformationen Zugriff aufs Konto, wenn der Kunde dies wünscht. Experten warnen vorm gläsernen Verbraucher.

Artikel von Stefan Krempl veröffentlicht am
Seit dem 13. Januar gilt die Payment Service Directive 2.
Seit dem 13. Januar gilt die Payment Service Directive 2. (Bild: Damien Meyer/AFP/Getty Images)

Die Zahlungsdiensterichtlinie der EU hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. 2015 haben die EU-Gremien sie generalüberholt, was lange Zeit wenig Aufsehen erregte. Es geht in den Vorschriften generell darum, wie Überweisungen, Lastschriften oder Kartenzahlungen abgewickelt werden. Nun haben die Bestimmungen der sogenannten Payment Service Directive 2 (PSD2) am 13. Januar Gültigkeit erlangt - und das Erstaunen ist groß. Letztlich betrifft die Reform den Geldbeutel der Kunden: "Das Bankkonto wird zum offenen Buch", heißt es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Inhalt:
  1. Zahlungsverkehr: Das Bankkonto wird offener
  2. Verbraucherschützer und Banken warnen

Vor allem eine Klausel finden verspätet viele Beobachter bedenklich: Externe Dienstleister, die Zahlungen auslösen oder Finanzplanungen durchführen, haben nun einen gesetzlichen Anspruch auf Zugang zu "ausgewählten" Kontoinformationen, wenn der Kontoinhaber das wünscht. Banken dürfen einen solchen Austausch nun nicht mehr ablehnen; bislang konnten sie sich dafür allenfalls freiwillig öffnen. Der Zahlungspflichtige muss dem Anbieter dabei seine PIN und eine TAN übermitteln, so dass Letzterer als Stellvertreter bei der Bank des Kunden die Zahlung vom Konto auslösen oder Transaktionen einsehen kann. Der Betroffene verzichtet damit selbst ein Stück weit auf das Bankgeheimnis.

Wie die gesicherten APIs funktionieren, ist noch unklar

Bekannt ist dieses Verfahren hierzulande vor allem durch den umstrittenen Service Sofortüberweisung, den der Bundesgerichtshof voriges Jahr nicht als zumutbares Zahlungsmittel eingestuft hat. Neben der dahinterstehenden Sofort AG dürften auch Anbieter wie Paypal sowie aufstrebende Finanz-Startups in Form von Fintechs wie Klarna oder Scalable Capital von den neuen Regeln profitieren. Einfacher abwickeln lassen sich damit prinzipiell eine Reihe von Dienstleistungen wie ein Vergleich von Zinsen für Tagesgeld bei unterschiedlichen Banken, automatische Sparpläne oder Fondsdepots, bei denen die Maschine mit hoffentlich ausreichender künstlicher Intelligenz das Portfolio größtenteils selbst managt.

Der Kreis der grundsätzlich Zugriffsberechtigten wird zudem um die sogenannten Kontoinformationsdienste erweitert. Diese dürfen damit für den Kunden mit dessen Plazet Daten wie Umsätze, Salden und Vormerkposten abrufen, sofern der Betroffene die Möglichkeit zum Onlinebanking seines Finanzinstituts nutzt. Wie lange die Autorisierung gilt, kann der "datensouveräne" Kunde letztlich selbst bestimmen.

Vollständiges Auslesen untersagt

Stellenmarkt
  1. über experteer GmbH, verschiedene Standorte in Deutschland, Slowakei und Ungarn
  2. KW-Commerce GmbH, Berlin

Bei vielen Banking-Diensten im Web gibt es zunächst eine Voreinstellung, die eine Transaktionsübersicht über die vergangenen drei Monate erlaubt. Der Nutzer kann den Diensten aber längerfristige Berechtigungen einräumen. Untersagt ist hingegen das automatisierte Auslesen vollständiger Transaktionshistorien, soweit sie über den Internetdienst einer Bank gespeichert werden.

Nutzer könnten beispielsweise einen Kontoinformationsdienst wie Numbrs beauftragen, ihnen einen Überblick über ihre Konten und Verträge zu verschaffen. Wie die vorgesehenen gesicherten Schnittstellen (APIs) künftig genau aussehen und funktionieren werden, ist selbst Branchenexperten noch unklar.

Verbraucherschützer und Banken warnen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Gaius Baltar 27. Jan 2018

PhotoTAN mit eigenem Gerät ist genauso wie ChipTAN mit Kartenleser und Display...

Gaius Baltar 27. Jan 2018

Jetzt bin ich neugierig auf die Geschichte. :-)

Baron Münchhausen. 24. Jan 2018

kwt

Janw123 21. Jan 2018

Also, Amazon hat geantwortet: Guten Tag, die Umsetzung der EU-Richtlinie Payment Services...

robinx999 21. Jan 2018

Wenn es hier darum geht vor neugierigen Blicken zu schützen . Ich zitiere mal aus dem...


Folgen Sie uns
       


Coup Elektroroller in Berlin - Kurzbericht

Coup lädt bis zu 154 Akkus in Berlin an einer automatischen Ladestation für 1.000 Elektroroller auf.

Coup Elektroroller in Berlin - Kurzbericht Video aufrufen
HP Elitebook 840 und Toshiba Tecra X40: Es kann nur eines geben
HP Elitebook 840 und Toshiba Tecra X40
Es kann nur eines geben

Nicht nur Lenovo baut gute Business-Notebooks, auch HP und Toshiba haben Produkte, die vergleichbar sind. Wir stellen je ein Modell der beiden Hersteller mit ähnlicher Hardware gegenüber: das eine leichter, das andere mit überlegenem Akku - ein knapper Gewinner nach Punkten.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Portégé X20W-D-145 Toshiba stellt alte Hardware im flexiblen Chassis vor
  2. Tecra X40-E-10W Toshibas 14-Zoll-Thinkpad-Pendant kommt mit LTE
  3. Dell, HP, Lenovo AMDs Ryzen Pro Mobile landet in allen Business-Notebooks

Xilinx-CEO Victor Peng im Interview: Wir sind überall
Xilinx-CEO Victor Peng im Interview
"Wir sind überall"

Programmierbare Schaltungen, kurz FPGAs, sind mehr als nur Werkzeuge, um Chips zu entwickeln: Im Interview spricht Xilinx-CEO Victor Peng über überholte Vorurteile, den Erfolg des Interposers, die 7-nm-Fertigung und darüber, dass nach dem Tape-out der Spaß erst beginnt.
Ein Interview von Marc Sauter

  1. Versal-FPGAs Xilinx macht Nvidia das AI-Geschäft streitig
  2. Project Everest Xilinx bringt ersten FPGA mit 7-nm-Technik

Athlon 200GE im Test: Celeron und Pentium abgehängt
Athlon 200GE im Test
Celeron und Pentium abgehängt

Mit dem Athlon 200GE belebt AMD den alten CPU-Markennamen wieder: Der Chip gefällt durch seine Zen-Kerne und die integrierte Vega-Grafikeinheit, die Intel-Konkurrenz hat dem derzeit preislich wenig entgegenzusetzen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. AMD Threadripper erhalten dynamischen NUMA-Modus
  2. HP Elitedesk 705 Workstation Edition Minitower mit AMD-CPU startet bei 680 Euro
  3. Ryzen 5 2600H und Ryzen 7 2800H 45-Watt-CPUs mit Vega-Grafik für Laptops sind da

    •  /