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Zahlungsdienstleister: Square fällt an der Börse durch

An der Wall Street fällt der Zahlungsdienstleister Square schon vor Handelsbeginn durch. Schlappe neun Dollar ist eine Aktie wert. Das Vertrauen der Anleger in die Rentabilität privater Tech-Startups schwindet.
/ Britta Weddeling (Handelsblatt)
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Der Chef von Twitter und Square hat mit beiden Unternehmen Probleme. (Bild: Mike Blaka/Reuters)
Der Chef von Twitter und Square hat mit beiden Unternehmen Probleme. Bild: Mike Blaka/Reuters

Als hätte der Mann nicht schon genug Probleme. Gerade erst ist Jack Dorsey als Chef an die Spitze von Twitter zurückgekehrt. Das von ihm gegründete Unternehmen befindet sich nach Fehlentscheidungen im Management, dem verkrachten Börsengang und schwachem Wachstum tief in der Krise. Nun droht auch Square, seiner zweiten Firma, die Blamage.

Die Wall Street bewertete den Zahlungsdienstleister mit neun Dollar pro Aktie wesentlich schlechter als erwartet. Der Preis lag deutlich unter den veranschlagten 11 bis 13 Dollar und weit entfernt von den 15,4 Dollar pro Aktie, mit denen Dorsey vergangenes Jahr um Investorengelder geworben hatte.

Dorsey wird die Doppelbelastung als Chef zweier kriselnder Unternehmen zum Verhängnis. Das chaotische Twitter hat eine halbe Schulklasse an Topführungskräften verbrannt und sich anders als Konkurrent Facebook zu lange dagegen gewehrt, ein tragfähiges Geschäftsmodell mit Werbung aufzubauen. Wie Twitter leidet auch Square unter schwachem Wachstum und schwachem Gewinn.

Private Anleger werden private Tech-Firmen nicht mehr lange mittragen

Der Börsengang von Square galt stets als Test dafür, wie lange Anleger dazu bereit sind, die hohen Bewertungen privat gehaltener Tech-Firmen noch mitzutragen. Die magere Ausbeute von Square zeigt ziemlich eindrücklich: nicht mehr lange.

"Dieser Deal ist repräsentativ für Unternehmen, die nun die Gunst der Investoren verlieren" , kommentierte der Portfolio-Manager Jeremy Abelson von Irving Investors die Square-Bewertung im Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) . Die Euphorie angesichts der "Einhörner" , wie die um die 140 mit über einer Milliarde bewerteten Tech-Startups im Valley genannt werden, scheint inzwischen mehr als gedämpft. Nach Monaten der Euphorie leidet Silicon Valley an einem ersten Kater.

Bisher hatten Finanziers phantastische Gelder in Startups wie den Fahrdienst Uber, das Wohnportal Airbnb oder Dropbox, den Anbieter für digitalen Stauraum, gesteckt, die zwar stark wachsen, aber keine Einblicke in ihre Finanzen gewähren oder gar ein tragfähiges Geschäftsmodell präsentieren. Das geht solange gut, wie Anleger und Markt den wohlklingenden Ankündigungen der Firmen-Chefs vertrauen.

Inzwischen aber warnen selbst Branchenangehörige vor einer Überhitzung des Marktes. Microsoft-Chef Satya Nadella prognostizierte Ende Oktober, nur zehn Prozent der derzeitigen "Einhörner" werde überleben. "Das Schöne an der Überfinanzierung ist, dass viele Ideen sprießen" , sagte Nadella der Agentur Bloomberg. "Aber es wird zu einer Korrektur, zu einem Platzen, kommen."

Vielleicht wird sich künftig im Valley aber auch schlicht die Haltung durchsetzen, dass Phantasie-Bewertungen grundsätzlich keine gute Idee sind. "Einhörner" – diese Fabelwesen gibt es überhaupt nicht – außer in der Popkultur. Und selbst dort ist "Das letzte Einhorn" eben schon dem Namen nach vom Aussterben bedroht.


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