Zahlung im Ausland: Es soll keine neuen Maestro-Karten mehr geben
Die Ansage klingt eindeutig: "Ab dem 1. Juli 2023 sollen keine neuen Maestro-Karten mehr herausgegeben werden" , bekräftigte(öffnet im neuen Fenster) der Kreditkartenanbieter Mastercard Mitte Juni. Die Karten mit den beiden rot-blauen Punkten passten "nicht mehr zu den heutigen Bedürfnissen" der Kundschaft. Für Millionen Kunden von Banken und Sparkassen ändert sich vorerst allerdings nichts.
"Hinsichtlich der Girocard ergeben sich für unsere Kundinnen und Kunden kurzfristig keine Änderungen" , teilte ein Sprecher der Deutschen Bank der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. "Die aktuell ausgegebenen Karten sind unverändert gültig und können wie gewohnt eingesetzt werden." Auch nach dem 30. Juni will die Deutsche Bank neue Maestro-Girocards mit den bekannten Funktionen herausgeben.
"Neukunden und Kunden, die eine Ersatzkarte wünschen, erhalten derzeit weiter die Girocard mit dem Maestro-Logo" , sagte auch die Commerzbank der dpa. Die Maestro-Funktion bleibe bis zum Ablauf der Karte bestehen. Beim Austausch abgelaufener Karten seien erneut Girocards mit Maestro-Logo ausgegeben worden. "Somit ist eine Laufzeit bis mindestens Dezember 2026 sichergestellt" , erklärte eine Sprecherin.
Für die Sparkassen versicherte DSGV-Vorstand Joachim Schmalzl bereits im März, dass die Sparkassen-Card auch künftig im Ausland einsatzfähig sein wird. "Neue Co-Badge-Vereinbarungen mit Mastercard und Visa ersetzen den Wegfall von Maestro. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher erfolgt diese Leistungsverbesserung völlig unbemerkt."
Mit 100 Millionen ausgegebenen Exemplaren ist die Girocard die mit Abstand am meisten genutzte Bankkarte in Deutschland. 2022 wurde damit 6,7 Milliarden Transaktionen(öffnet im neuen Fenster) durchgeführt. Die Maestro-Funktion – 1991 die erste ihrer Art – macht es möglich, dass man mit der Girocard auch im Ausland Geld abheben und bargeldlos bezahlen kann.
Dass Mastercard die Maestro-Funktion abschaffen will, begründete das Unternehmen mit der Inkompatibilität zum Onlinehandel. Eine Karte, die nicht für Zahlungen im Onlinehandel eingesetzt werden kann, sei "nicht mehr zeitgemäß." Daher fordert Mastercard Banken und Sparkassen auf, die Karten bei Ablauf oder Verlust schrittweise durch die neue Debit-Mastercard zu ersetzen. Bereits Ende letzten Jahres kündigten Deutschlands Banken und Sparkassen eine Aufwertung der Girocard mit Funktionen für den Onlinehandel an.
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