Yitian 710: Alibabas Cloud-CPU hat 128 ARMv9-Kerne

Es ist das erste Server-Design mit ARMv9-Technik: Mit dem Yitian 710 macht sich Alibaba unabhängiger von den USA und steigert die Effizienz.

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Yitian 710
Yitian 710 (Bild: Alibaba)

Alibabas Chipsparte T-Head hat den Yitian 710 vorgestellt, eine ARM-basierte Server-CPU für die eigene Cloud-Computing-Sparte. Der Prozessor soll schneller und effizienter sein als bisherige ARM-Designs für Datacenter, er wird ähnlich wie Amazon AWS' Graviton2 nur für die eigene Infrastruktur verwendet.

Der Yitian 710 wird ein einem 5-nm-Verfahren gefertigt und weist enorme 60 Milliarden Transistoren in 628 mm² auf, was ihn zu einem der aktuell komplexesten Chips macht. Alibaba nutzt 128 Kerne mit ARMv9-Technik und 3.2 GHz, wobei unklar ist, ob eine eigene Mikroarchitektur entworfen wurde oder ob ARMs Neoverse N2 (Perseus) eingesetzt wird.

Mit 128 Kernen und acht DDR5-Speicherkanälen entspricht der Yitian 710 einer typischen Perseus-Konfiguration, hinzu kommen 96 Lanes nach PCIe-Gen5-Standard. Alibaba gibt an, dass der Cloud-Prozessor eine 20 Prozent höhere Performance und eine 50 Prozent bessere Effizienz als bisherige ARM-Server-CPUs aufweisen soll. Der genannte SpecInt2017-Score von 440 ist mehr als das Doppelte von AWS' Graviton2.

Eigene CPUs plus eigene Beschleuniger

Um den Yitian 710 zu betreiben, hat Alibaba eigene Server entwickelt. Die Panjiu genannten Systeme sind für die Cloud-Infraktruktur optimiert, was unter anderem die Trennung von Compute und Storage vorsieht. Alibaba zufolge lassen sich die Panjiu-Server für generelle Aufgaben ebenso einsetzen wie für künstliche Intelligenz, wofür beispielsweise der Hanguang 800 entworfen wurde.

Alibaba ist bei Weitem nicht der erste Cloud-Anbieter, der eigene ARM-Prozessoren entwickelt hat. Neben AWS setzt unter anderem auch Huawei auf Designs wie den Kunpeng 920, der genauso wie bei Alibaba und AWS mit selbst entworfenen Beschleunigern kombiniert wird.

Unbestätigten Meldungen zufolge arbeitet Microsoft an ARM-Chips, die für die Azure-Infrastruktur gedacht sind. Bei Google ist bisher nicht bekannt, welche Architektur die eigenen CPUs aufweisen werden - wenngleich ARM naheliegt.

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