Yi Peng 3: Chinesisches Schiff war nahe der durchtrennten Seekabel
Die Yi Peng 3, ein in China registrierter Frachter, der auf dem Weg vom russischen Hafen Ust-Luga nach Port Said in Ägypten war, hat am 17. und 18. November 2024 die Region passiert, in der die beiden Glasfaserseekabel BCS East-West und C-Lion1 durchtrennt wurden. Dies entspricht ungefähr dem Zeitpunkt, als es zu der Unterbrechung kam. Das berichtet die britische Financial Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Daten von Marinetraffic.
Die Yi Peng 3 fuhr am frühen Montag auffällige Manöver südlich der schwedischen Insel Öland. Unweit davon werden die Kabelschäden vermutet. Am Sonntagmorgen gegen 10 Uhr Ortszeit fiel das 218 Kilometer lange Seekabel BCS East-West zwischen Litauen und der schwedischen Insel Gotland aus. Auch das Seekabel C-Lion1 zwischen Finnland und Deutschland wurde in den frühen Morgenstunden des 18. November durchtrennt.
Dänische, schwedische und finnische Medien berichteten, dass die Yi Peng 3 sich in dem entsprechenden Bereich aufgehalten habe und ihre UKW-Signale des AIS (Automatic Identification System) plötzlich verschwunden seien. Jedes Schiff über 20 Meter muss ein AIS-Signal ausstrahlen. Es übermittelt Rufnamen, MMSI, Schiffstyp, GPS-Position, Abmessungen, COG, SOG und weitere Daten.
Yi Peng 3 gehört der kleinen Firma Ningbo Yipeng Shipping
Das chinesiche Frachtschiff sei anschließend von der dänischen Marine verfolgt worden, berichtet die Financial Times. Der schwedische Minister für Zivilschutz, Carl-Oskar Bohlin, erklärte, die schwedischen Streitkräfte und die Küstenwache hätten Schiffsbewegungen registriert, die in Zeit und Ort mit der Unterbrechung der Datenkabel übereingestimmt hätten. In der Nacht zum Dienstag sendete das dänische Marinekommando das Patrouillenboot Rota, dass die Yi Ping 3 eskortierte.
Yi Peng 3 gehört Ningbo Yipeng Shipping, einem Unternehmen, das nur ein weiteres Schiff besitzt und in der Nähe der ostchinesischen Hafenstadt Ningbo ansässig ist.
Finnische Regierungsbeamte mahnten am Montag zur Zurückhaltung und rieten davon ab, voreilige Schlüsse zu ziehen. Die Behörden in Helsinki erklärten, China habe bei ihrer Untersuchung der Schäden an der Gaspipeline im Jahr 2023 kooperiert.
Wegen der hohen Dichte von Glasfaserseekabeln in Nordosteuropa haben die beiden aktuellen Ausfälle keine großen Auswirkungen, weder bei der Latenz noch gar bei der Anbindung von Finnland oder Litauen an das Internet.
- Anzeige Hier geht es zur AVM Fritzbox 7590 AX bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.