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Yelp-Büro in New York
Yelp-Büro in New York (Bild: Spencer Platt/Getty Images)

Yelp: Gute Noten nur gegen Werbung

Das Bewertungsportal Yelp soll Kunden unter Druck setzen, bezahlte Werbung bei ihnen zu schalten. Einige Unternehmer haben dagegen geklagt und vor Gericht verloren. Yelp weist die Vorwürfe zurück.

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Ein gutes chinesisches Restaurant gesucht oder der beste Pizza-Lieferservice in der Umgebung? Yelp hilft! Das Bewertungsportal ist in den USA und auch in Deutschland sehr beliebt. Das könnte sich aber bald ändern, denn Yelp wird vorgeworfen, seine Kunden unlauter unter Druck zu setzen.

John Mercurio besitzt Wheel Techniques, eine kleine Kfz-Werkstatt in Santa Clara, Kalifornien. Gut zwei Jahrzehnte lang lief das Geschäft glänzend. 2010 erhielt Mercurio dann einen Anruf von einem jungen Mann, der sich als Yelp-Mitarbeiter identifizierte. Zunächst überhäufte er den Mechaniker mit Lob. Seine Werkstatt erhalte auf diversen Websites, allen voran Yelp, immer wieder ausgezeichnete Besprechungen. Ob er nicht daran denke, zu expandieren. Der beste Weg, neue Kunden zu gewinnen und womöglich auf Investoren aus der Reserve zu locken, die ihm helfen könnten, Wheel Techniques mit neuen Maschinen und modernerer Technologie auszurüsten, sei das Internet.

"Ich fand das zunächst ganz interessant und ließ mich auf ein Gespräch ein" sagt der 54-Jährige. Schnell begriff Mercurio aber, worauf es dem Mitglied des Yelp Verkaufsteams wirklich ankam. "Er wollte mich überreden, zu einem Pauschalpreis Werbespots zu kaufen, die auf Yelp geschaltet werden." Die Onlinereklamen sollten aber zwischen 500 und 1.000 Dollar im Monat kosten. "Das sind Summen, die ich mir schlichtweg nicht leisten kann." Mercurio lehnte dankend ab, doch der Preis für sein Nein war hoch.

Plötzlich war die Bewertung im Keller

So hatten bislang fünfzehn Kunden Mercurios Firma fünf Sterne gegeben, eine perfekte Bewertung. Schon kurz nach dem Telefonat besuchte er yelp.com und gab Wheel Techniques als Suchbegriff ein. Schließlich hatte er mehrfach von bösen Überraschungen gehört, die Hotels, Restaurants, Ladeninhaber und Freizeitveranstalter beinahe in den Ruin getrieben hatten. Auch sie hatten sich geweigert, den rabiaten Verkaufsmethoden nachzugeben und mussten als "Strafe" extrem negative Besprechungen hinnehmen.

"Ich traute meinen Augen nicht" erzählt Mercurio. Die Fünf-Sterne-Bewertungen waren verschwunden. An der Spitze der langen Liste von angeblichen Kundenkommentaren standen auf ein Mal verheerende Urteile über die angeblich mangelnde Seriosität, "Inkompetenz" und "miese Arbeit", die Wheel Techniques leiste. "Ich dachte sofort, das ist doch eine direkte Reaktion auf meine Weigerung, bezahlte Anzeigen zu schalten", sagt der Mechaniker, der übrigens fest überzeugt ist, dass es Yelp-Mitarbeiter selbst waren, die seine Werkstatt auf der vielbesuchten Website plötzlich verrissen.

Mercurio und andere Gewerbetreibende, darunter eine Zahnärztin, ein Veterinärmediziner und eine Anwaltskanzlei, bliesen daher zum Gegenangriff. Sie reichten eine Sammelklage gegen die erpresserischen Methoden des populäre Portals ein. Nachdem die Klage in erster Instanz abgelehnt wurde, lieferte ein Berufungsgericht im September eine detailliertere Erklärung dafür, warum es das Urteil bestätigen musste. Im Kern: Mercurio und seine Mitkläger hätten keinen rechtlichen Anspruch auf positive Besprechungen, die ihre Betriebe loben und neue Kundschaft anlocken. Folglich könnten sie einem unabhängigen Unternehmen wie Yelp nicht abverlangen, dass es positive Bewertungen prominent positioniert oder diese überhaupt publiziert.

30 Prozent Umsatzeinbußen durch schlechtere Bewertungen 

eye home zur Startseite
obermeier 06. Okt 2014

Gibt es auch eine seriöse Alternative in DE?

Baron Münchhausen. 05. Okt 2014

Noch nie gehört ;P

deefens 04. Okt 2014

Interessant, das deckt sich mit meiner Vermutung dass diese angeblichen 15 ausschlie...

Anonymer Nutzer 04. Okt 2014

Ich weiß nicht, ob es da wirklich einen Gesetzgeber braucht. Die Behauptung Yelp wäre...

M. 04. Okt 2014

Ja, man könnte annehmen, dass das in beide Richtungen geht. Übrigens anscheinend auch bei...



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