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Yasser Elabd: Ehemaliger Microsoft-Manager berichtet von Schmiergeldsystem

In Afrika und dem arabischen Raum soll Microsoft seine Geschäfte mit Korruption am Laufen halten, behauptet der frühere Director Emerging Markets für den Nahen Osten und Afrika, Yasser Elabd.
/ Achim Sawall
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Microsoft-Beschäftigte in Nigeria (Bild: Microsoft / Screenshot: Golem.de)
Microsoft-Beschäftigte in Nigeria Bild: Microsoft / Screenshot: Golem.de

Der ehemalige Microsoft Director Emerging Markets für den Nahen Osten und Afrika, Yasser Elabd(öffnet im neuen Fenster) , behauptet, der Softwarekonzern habe wiederholt Schmiergelder gezahlt. Die Anschuldigung hatte Elabd auf der Whistleblower-Plattform Lioness(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht und nun in US-Medien weiter ausgeführt(öffnet im neuen Fenster) . Elabd schätzt, dass jedes Jahr mehr als 200 Millionen US-Dollar für Korruption ausgegeben werden, häufig in Ländern wie Ghana, Nigeria, Simbabwe, Katar und Saudi-Arabien.

Er glaubt, dass in den Regionen, in denen er gearbeitet hat, mehr als die Hälfte der Vertriebsmitarbeiter und Manager darin verstrickt sei. Der Whistleblower will bereits im Jahr 2016 bemerkt haben, dass eine Zahlung von 40.000 US-Dollar an einen Kunden in Afrika gezahlt wurde. Aber der genannte Kunde war ein ehemaliger Microsoft-Beschäftigter, dem wegen schlechter Leistung gekündigt wurde. Als er nach weiteren Details fragte, begannen andere Manager, ihn auszubremsen. Schließlich wurde die Zahlung gestoppt, aber es gab keine weiteren Konsequenzen.

In den zwei darauffolgenden Jahren, sagte Elabd, habe er alles in seiner Macht stehende getan, um dieses Bestechungssystem auszurotten – was ihn unter seinen Kollegen zum Ausgestoßenen gemacht und ihn schließlich seinen Job gekostet habe. Microsoft sei nicht daran interessiert gewesen, diese Zahlungen zu stoppen, sondern habe gefälschte Verträge durchgehen lassen. Elabd war seit 1998 für 20 Jahre bei Microsoft tätig.

Im Juli 2019 zahlte eine ungarische Tochtergesellschaft von Microsoft wegen Bestechung ausländischer Amtsträger nachweislich Strafen in Höhe von 8,7 Millionen US-Dollar.(öffnet im neuen Fenster) Auch in Südafrika soll es laut Elabd einen solchen öffentlichen Fall gegeben haben.


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