Yahoo: Richterin lässt Vergleich zu Datenleck platzen

Verizon hat 50 Millionen US-Dollar dafür zahlen wollen, um einen Vergleich mit Betroffenen des Yahoo-Datenlecks zu schließen. Der Deal war schon vereinbart, doch die zuständige Richterin lehnte ihn nun ab. Dazu dürfte Yahoos Intransparenz beigetragen haben.

Artikel veröffentlicht am , Anna Biselli
Werbung aus einer Zeit, als Yahoo noch nicht durch Datenlecks in Verruf geraten war
Werbung aus einer Zeit, als Yahoo noch nicht durch Datenlecks in Verruf geraten war (Bild: Scott Schiller/flickr.com/CC-BY 2.0)

Yahoo hat seit 2013 mehrere Datenlecks erlebt, insgesamt sollen drei Milliarden Nutzerkonten betroffen gewesen sein. Das Unternehmen sah sich mit einer Sammelklage von 200 Millionen Yahoo-Nutzern aus den USA und Israel konfrontiert. Der Versuch, einen Vergleich mit Betroffenen zu schließen, ist nun gescheitert, wie Reuters berichtet.

Verizon, das Teile von Yahoo im Jahr 2017 aufgekauft hatte, wollte mit den Anwälten der Nutzer einen Vergleich über 50 Millionen US-Dollar schließen. Dieser Deal wurde im Oktober 2018 vor dem Gericht in San Jose vereinbart, doch die zuständige Richterin Lucy Koh lehnte den Vergleich nun ab: Er sei nicht fair, die Anwaltsgebühren seien zu hoch angesetzt. Die Verteidigung der Kläger sollte bis zu 35 Millionen US-Dollar bekommen.

Richterin kritisiert "ungeheuerliche" Intransparenz

Koh kritisierte außerdem, dass Yahoo seine Datenlecks lange geheimgehalten hatte: "Yahoos Historie der Geheimhaltung und der mangelnden Transparenz im Umgang mit den Datenlecks ist ungeheuerlich." Erst nach den Verhandlungen mit Verizon über den Übernahmepreis des Unternehmens informierte Yahoo im Jahr 2016 die Öffentlichkeit. Trotz des geplatzten Deals gab sich Verizon laut Reuters zuversichtlich, dass man trotz dieser Ablehnung einen "gangbaren Weg" finden werde.

Im Jahr 2014 seien Daten von etwa einer halben Millarde Konten in unbefugte Hände gelangt, sagte Yahoo im September 2016. Im Dezember desselben Jahres räumte das Unternehmen ein, bei einem weiteren Angriff im Jahr 2014 seien mehr als eine Milliarde Konten betroffen gewesen. Im Jahr 2017 revidierte Verizon diese Angabe: Die Angreifer hätten Daten aller drei Milliarden Nutzer abgegriffen: Namen, Geburtsdaten, Telefonnummer und Passwörter, die nur durch den MD5-Algorithmus gehasht waren. Das Verfahren gilt seit langem als leicht zu knacken.

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