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Xuntian: Chinesisches Weltraumteleskop soll Hubble übertreffen

Das Xuntian-Weltraumteleskop kann sogar an die Tiangong-Raumstation andocken. Das wird die Wartung anders als bei Hubble erleichtern.
/ Patrick Klapetz
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Illustration des geplanten chinesischen Weltraumteleskops Xuntian. (Bild: Wikipedia, CIOMP)
Illustration des geplanten chinesischen Weltraumteleskops Xuntian. Bild: Wikipedia, CIOMP

Das Missionsteam des chinesischen Weltraumteleskops Xuntian (auf Deutsch: Himmel vermessen) hat eine vollständige Beobachtungssimulation abgeschlossen(öffnet im neuen Fenster), um das Teleskop für seinen Start vorzubereiten. Dafür wurde eine spezielle Simulationssuite gebaut, um die Beobachtungsbedingungen zu replizieren und die Gesamtleistung des Teleskops zu bewerten(öffnet im neuen Fenster)

Durchgeführt wurden diese Simulationen von den nationalen Sternwarten (NAOC)(öffnet im neuen Fenster) der chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS). Sobald das Teleskop einsatzbereit ist, hofft das Team mit dem Xuntian-Teleskop Einblicke in die Geheimnisse der dunklen Materie und dunklen Energie zu gewinnen. Das Observatorium soll zudem für Beobachtungen von Galaxien genutzt werden und dabei helfen, mehr über die Entwicklung der Milchstraße sowie von Sternen und Planeten zu erfahren.

Die hochauflösende Technik von Xuntian

Das etwa busgroße Teleskop, das auch chinesisches Raumstationsteleskop (CSST)(öffnet im neuen Fenster) genannt wird, verfügt über einen zwei Meter breiten Hauptspiegel. Dieser ist nur etwas kleiner als der 2,4 m große Spiegel des Hubble-Weltraumteleskops. Jedoch soll Xuntian ein wesentlich leistungsfähigeres Instrument zur Himmelsvermessung sein. 

"Das Xuntian-Teleskop ist das wichtigste wissenschaftliche Projekt seit dem Start unseres Raumstationsprogramms", teilte Zhou Jianping, der Chefkonstrukteur des bemannten Raumfahrtprogramms in China, bereits 2022 in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender China Central Television (CCTV)(öffnet im neuen Fenster) mit.

"Es wird erwartet, dass dies die Entwicklung der Astronomie erheblich voranbringt, die astronomische Forschung unseres Landes auf ein internationales Führungsniveau bringt und chinesischen Astronomen hilft, eine führende Kraft auf diesem Gebiet zu werden", so Zhou.

Sichtfeld 300-mal größer als das von Hubble

Für die hochauflösenden Aufnahmen wurde eine 2,5-Milliarden-Pixel-Kamera verbaut. Und das Sichtfeld des Teleskops soll ungefähr 300-mal größer als das von Hubble sein. Den Himmel soll Xuntian zukünftig in den nahen ultravioletten bis nahinfraroten Bereichen untersuchen.

Das Teleskop wird außerdem mit einem Koronagrafen ausgestattet, der sowohl jupiterähnliche Planeten als auch Exoplaneten detektieren kann. Dadurch können felsige Planeten untersucht werden, die bis zu 2,5-mal massereicher als die Erde sind und sich in bewohnbaren Zonen zwischen 0,8 und 5 astronomischen Einheiten (eine AE entspricht dem einfachen Erd-Sonnen-Abstand von ungefähr 146 Millionen Kilometern) um deren Stern befinden.

China hat einen Schritt weitergedacht: Andockmöglichkeit an Tiangong

Anfang 2027 soll das Teleskop mit einer chinesischen Trägerrakete des Typs Langer-Marsch-5B ins Weltall befördert werden. Dort soll Xuntian selbstständig in der niedrigen Erdumlaufbahn navigieren.

Jedoch besitzt das Teleskop die Fähigkeit, an die chinesische Raumstation Tiangong anzudocken. Das erleichtert die Wartung des Observatoriums, denn die Astronauten brauchen kein Raumschiff, um zu dem Teleskop aufzubrechen. 

Anders als bei Hubble, das zwischen 1993 und 2009 fünfmal von der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa gewartet wurde. Dies funktionierte jedoch nur, weil das Space-Shuttle-Programm noch aktiv war. 

Von der Tiangong-Station aus können die Astronauten stattdessen direkt einen Außenbordeinsatz durchführen und das angedockte Teleskop bei Bedarf auch aufrüsten. Deswegen wird das Weltraumteleskop auch in der unmittelbaren Nähe der chinesischen Raumstation betrieben.

Der Betrieb des Teleskops ist auf zehn Jahre ausgelegt, wobei die ununterbrochene Beobachtungszeit sieben Jahre umfassen soll. Die Studienergebnisse zu den durchgeführten Simulationen wurden Anfang 2026 in der Fachzeitschrift Research in Astronomy and Astrophysics(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht.


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